Finanzen verstehen
: Warum Geldanlage heute jeden betrifft

AnzeigeFinanzthemen verständlich und praxisnah erklärt: Die Vorstände der Kreissparkasse Freudenstadt erläutern, warum Geldanlage heute jeden betrifft und weshalb es sich lohnt, sich damit auseinanderzusetzen.
Von
NPG Digital
Freudenstadt
Bernd Philippsen (Mitglied des Vorstands der Sparkasse Freudenstadt) und Vorstandsvorsitzender Werner Loser (rechts im Bild).

Vorstandsvorsitzender Werner Loser (links im Bild) und Bernd Philippsen (Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Freudenstadt).

Kreissparkasse Freudenstadt

Herr Loser, warum sollte sich heute eigentlich jeder Mensch mit dem Thema Geldanlage beschäftigen?

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und eine höhere Lebenserwartung führen dazu, dass sich immer mehr Menschen mit der Frage beschäftigen müssen, wie sie ihr Vermögen langfristig erhalten und ausbauen können. Geldanlage ist deshalb längst kein Thema mehr nur für Vermögende oder Finanzexperten. Sie betrifft jeden, der finanzielle Ziele erreichen, für das Alter vorsorgen oder seine Kaufkraft langfristig erhalten möchte.

Herr Philippsen, viele Menschen verbinden Geldanlage mit Börse, Risiko und Fachbegriffen. Was möchten Sie diesen Menschen mit auf den Weg geben?

Diese Bedenken kann ich gut nachvollziehen. Viele Menschen denken bei Geldanlage zunächst an komplizierte Finanzprodukte oder tägliche Börsenbeobachtungen. Dabei muss Geldanlage weder kompliziert noch spekulativ sein. Entscheidend ist, die eigenen Ziele zu kennen und eine Lösung zu finden, mit der man sich wohlfühlt. Niemand muss Börsenexperte werden. Gute Geldanlage beginnt mit einer ehrlichen Betrachtung der persönlichen Situation und einer Strategie, die dazu passt.

Die Rolle der Sparkasse

Welche Rolle spielt die Kreissparkasse Freudenstadt beim Thema Geldanlage, Herr Loser?

Als Kreissparkasse Freudenstadt sehen wir uns als langfristigen Partner unserer Kundinnen und Kunden. Unser Anspruch ist es, Menschen bei wichtigen finanziellen Entscheidungen zu begleiten und Orientierung zu geben. Dabei verbinden wir moderne Anlagemöglichkeiten mit persönlicher Beratung. Gerade beim Thema Geldanlage gibt es keine Lösung von der Stange. Deshalb nehmen wir uns Zeit, die individuellen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden zu verstehen und gemeinsam passende Lösungen zu entwickeln.

Sparbuch und Tagesgeld

Jahrzehntelang galten Sparbuch und Tagesgeld als klassische Formen des Vermögensaufbaus. Warum reichen diese heute häufig nicht mehr aus?

Klassische Sparformen, wie beispielsweise das Tagesgeldkonto, haben weiterhin ihre Berechtigung, insbesondere wenn es um die kurzfristige Verfügbarkeit von Geld geht. Für den langfristigen Vermögensaufbau reichen sie jedoch häufig nicht mehr aus. Der Grund liegt vor allem in der Inflation. Wenn die Preise steigen und die Verzinsung nicht Schritt hält, verliert das Ersparte mit der Zeit an Kaufkraft. Viele Menschen merken das im Alltag zunächst nicht, langfristig kann dieser Effekt jedoch erheblich sein. Deshalb lohnt es sich, über ergänzende Anlageformen nachzudenken.

Viele Menschen fühlen sich mit ihrem Geld auf dem Konto sicher. Kann Sicherheit manchmal auch ein Risiko sein, Herr Philippsen?

Ja, das kann sie tatsächlich. Wer sein Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto liegen lässt, sieht keine Kursschwankungen und empfindet das oft als beruhigend. Diese vermeintliche Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Während die Entwicklung an den Kapitalmärkten nicht vorhersehbar ist, tritt ein Kaufkraftverlust durch die Inflation mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit ein. Wenn die Preise über Jahre hinweg steigen und die Verzinsung nicht Schritt hält, kann man sich für denselben Geldbetrag künftig weniger leisten als heute.

Das bedeutet: Das Vermögen bleibt zwar auf dem Konto stehen, sein tatsächlicher Wert sinkt jedoch schleichend. Vermögensaufbau bedeutet deshalb nicht nur, Risiken zu vermeiden, sondern auch Risiken zu erkennen, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind. Entscheidend ist, die richtige Balance zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und langfristigen Ertragschancen zu finden.

Überblick über die Anlageklassen verschaffen

Wer erstmals über Geldanlage nachdenkt, stößt schnell auf Begriffe wie Aktien, ETFs, Anleihen oder Immobilien. Herr Loser, wie können Anleger hier den Überblick behalten?

Zunächst einmal muss niemand alle Anlageformen bis ins Details kennen. Wichtig ist vielmehr, die eigenen Ziele zu definieren: Wofür möchte ich sparen? Wann benötige ich das Geld? Welche Schwankungen bin ich bereit auszuhalten? Erst danach stellt sich die Frage, welche Anlageformen geeignet sind. Aktien, ETFs, Anleihen oder Immobilien haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften und können unterschiedliche Funktionen innerhalb einer Anlagestrategie erfüllen. Genau deshalb ist eine individuelle Betrachtung so wichtig.

Herr Philippsen, gibt es aus Ihrer Sicht die „eine richtige Geldanlage“ für alle?

Nein, die gibt es nicht. Jeder Mensch befindet sich in einer anderen Lebensphase und verfolgt unterschiedliche Ziele. Ein Berufseinsteiger hat meist andere Anforderungen als eine Familie oder jemand, der kurz vor dem Ruhestand steht. Deshalb sollte die Geldanlage immer zur persönlichen Situation passen. Die beste Geldanlage ist nicht die mit der höchsten Renditeerwartung, sondern diejenige, mit der man seine Ziele erreichen kann und bei der man sich auch in schwankenden Marktphasen wohlfühlt.

Was ist die wichtigste Botschaft, die die Leserinnen und Leser aus diesem ersten Beitrag mitnehmen sollen?

Loser: Geldanlage muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen und den ersten Schritt zu machen. Wer langfristig denkt, klare Ziele definiert und eine Strategie verfolgt, schafft eine wichtige Grundlage für die eigene finanzielle Zukunft.

Philippsen: Dabei muss niemand diesen Weg alleine gehen. Wir möchten unsere Kundinnen und Kunden dabei begleiten, die für sie passende Lösung zu finden. Für ein gutes Gefühl bei jeder Entscheidung – gemeinsam – heute und für das, was kommt.

Weitere Informationen zum Thema Sparen und Geld anlegen finden Interessierte auf der Webseite der Kreissparkasse Freudenstadt.