Diskussion im Gemeinderat Seewald: Spielplatzumbau in Göttelfingen erhitzt die Gemüter

Auch in Göttelfingen sollen die Kindergartenkinder im Herbst wieder alle Spielgeräte nutzen können. (Symbolfoto)
dpa/SchuttMit der Ausschreibung für das Außengelände am Göttelfinger Kindergarten beauftragte der Gemeinderat Seewald mehrheitlich das Büro Stadt und Natur aus Freudenstadt.
Ingenieurin Anja Grün stellte zunächst mögliche Varianten zur Gestaltung des Geländes und der Möblierung mit Spielgeräten vor. Bereits im Frühjahr war auf Wunsch des Gemeinderats dazu eine Entwurfsplanung erstellt worden, insbesondere mit Blick auf die Situation der Spielgeräte in dem anspruchsvollen Gelände samt Böschung und Mauer.
Grün zeigte für diesen Bereich ein der Norm entsprechendes Spielgerät, wobei die Schaukel bleibt und ein zweites Gerät ersetzt werden müsse. Das Angebot dafür belaufe sich ohne Einbau und Fallschutz auf 33 674,33 Euro. Alternativ wurde ein Fünfeckturm mit frei stehender Rutsche zum Preis von 15 032,18 Euro vorgeschlagen. Ein weiterer Vorschlag war, das alte Gerät durch eine Sechseck-Spielanlage zum Preis von 9140,63 Euro zu ersetzen. Auch hier ist der Einbau und Fallschutz nicht enthalten.
Separate Bestellung
Die Spielgeräte müssen ersetzt werden, da sie nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Beim alten Drehkreisel sind die Netze und Seiten beschädigt.
Zunächst empfahl die Ingenieurin jedoch, die Landschaftsbauarbeiten und die Bestellung der Spielgeräte voneinander zu trennen. Die Kostenberechnung für den Landschaftsbau mit neuer Pflasterfläche und neuer Zaunanlage liegt bei 101 000 Euro, die große Lösung samt Spielgeräten dadurch bei 145 000 Euro.
Bürgermeister Dominic Damrath befürwortete ebenfalls die separate Bestellung der Spielgeräte. Dafür sollte, so Anja Grün, aufgrund der Lieferzeit bald eine Entscheidung getroffen werden. Zudem müssen die Geräte frühzeitig aufs Gelände, noch bevor die Treppenanlage gebaut wird.
Jochen Bier: „Preise utopisch“
Jochen Bier (Vereinigter Seewald) regte sich über die Preise auf, die utopisch seien. Er schlug vor, das Gelände einzuebnen und Spielgeräte von der Stange zu kaufen, da die DIN den Spielplatz „totschlage“. Ursula Wolf (Frauenliste) hielt eine kleinere Lösung mit drei Spielgeräten für ausreichend, da das Außengelände nur von den dort betreuten 25 Kindern etwa eine Stunde am Tag bespielt werde.
Dass der Landschaftsbau nicht mit Festpreis abgerechnet werde, erläuterte Anja Grün zur Frage von Carmen Lehmann (Frauenliste). Die Ingenieurin erklärte, dass die beschränkte Ausschreibung eine Leistungsbeschreibung mit Maßangaben und Quadratmeterpreis beinhalte. Die kleinere Variante würde nur Kosten von 2000 bis 3000 Euro einsparen, da im rückwärtigen Bereich bei der großen Spielanlage hohe Wände gebraucht würden. Bei Errichtung einer Lärmbarriere wären Gespräche mit Anwohnern wegen einer Kostenbeteiligung zu führen, so Bürgermeister Damrath.
Ja zur großen Lösung
Simon Pfeifle (Vereinigter Seewald) schlug vor, die Bauarbeiten auf die dreiwöchige Schließzeit des Kindergartens zu legen, was jedoch nicht möglich ist, wenn die Geräte erst Mitte September geliefert werden. Um Kosten und Zeit zu sparen, nimmt das Büro Stadt und Natur die Ausschreibung ohne Spielgeräte vor.
Riesige Diskussionen entwickelten sich, als es um die Spielgeräte ging. Dabei wurde die kleine Lösung als zu teuer empfunden, da sie vergleichsweise wenig Möglichkeiten biete. Die große Lösung umfasst den Landschaftsbau mit 101 000 Euro plus 9000 Euro für das Sechseck als Ersatz für den Drehkreisel und 33 000 Euro für die große Lösung der Spielgeräte. Die kleine Lösung ist etwa 18 000 Euro günstiger.
Der Gemeinderat beschloss mit zehn Ja-Stimmen bei vier Gegenstimmen, die große Lösung zu realisieren.