Bedrohte Art im Schwarzwald
: Weniger Auerhähne gezählt - Schwankung oder echte Abnahme?

Um das Auerhuhn im Schwarzwald steht es weiter schlecht. Die jüngste Zählung ergab einen Rückgang balzender Hähne gegenüber dem Vorjahr.
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(red/pm)
Kreis Freudenstadt
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Ein Auerhahn im Nationalpark Schwarzwald

Ein Auerhahn im Nationalpark Schwarzwald

Arne Kolb/Nationalpark Schwarzwald
  • Auerhuhn-Bestand im Schwarzwald sinkt: 93 balzende Hähne, im Vorjahr waren es 103.
  • Ob Schwankung oder Trend, ist offen – weitere Jahre sollen Klarheit bringen.
  • Lebensräume sind beeinträchtigt, mehr Prädatoren erschweren den Erhalt der Art.
  • Schutzmaßnahmen wirken lokal, doch sie müssen konsequent und flächig fortgeführt werden.
  • Land fördert Maßnahmen bis 2028, rund 500.000 Euro jährlich für Privat- und Kommunalwald.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Das Auerhuhn ist der Charaktervogel des Schwarzwalds und ist vom Aussterben bedroht. Daher beobachten wir die Entwicklung des Tieres sehr genau. Das Ergebnis der Balzplatzzählung von 2026 kann leider nicht an das des Vorjahres anknüpfen. Mit 93 gezählten Hähnen liegen wir bei unter 100 nachgewiesenen Tieren. Es ist noch nicht abschätzbar, ob es nur Populationsschwankungen sind oder eine echte Abnahme. Daher gilt es unseren Maßnahmenplan zum Erhalt des Auerhuhns konsequent fortzusetzen und die Tiere weiterhin aktiv zu unterstützen“, wird die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges, in einer Mitteilung zitiert. Im Vorjahr konnten noch 103 balzende Hähne an den Balzplätzen registriert werden.

Ob die diesjährigen Zählungen den Beginn eines längerfristigen Rückgangs markieren oder ob es sich um eine Schwankung innerhalb der ohnehin kleinen Population handelt, werde sich in den kommenden Jahren zeigen, heißt es in einer Pressemeldung des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Schwarzwald, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Verein Auerhuhn im Schwarzwald und des Landesjagdverband Baden-Württemberg.

Das Auerhuhn ist aufgrund seines großen Streifgebiets auf strukturreiche, lichte und störungsarme Wälder auf einer mosaikartig verteilten Fläche angewiesen. Im Schwarzwald sind diese Lebensräume zunehmend beeinträchtigt. Dichter werdende Waldbestände und ansteigende Populationen von Räubern wie Fuchs oder Marder erschweren es dem Auerhuhn zunehmend.

Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen belegen die Wirksamkeit bei der Gestaltung von Lebensräumen. „Im Staatswald zeigt sich, dass unsere Auerhuhn-Schutzmaßnahmen erfolgreich in die Waldbewirtschaftung integriert werden können. In Teilgebieten ehemals verwaister Balzplätze kehren erfreulicherweise die Tiere wieder zurück“, erläuterte Ministerin Gentges.

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Diese positiven Entwicklungen konnten ebenfalls im Nationalpark Schwarzwald nach Pflegeingriffen beobachtet werden. „Allerdings, um die Auerhühner im Schwarzwald zu bewahren, müssten die Maßnahmen zielstrebig weitergeführt und auf möglichst große, zusammenhängende Flächen ausgeweitet werden. Die Waldbesitzer sollten die Forstwirtschaft in den Hochlagen des Schwarzwaldes auf das Auerhuhn abstimmen, damit die Art nicht verschwindet“, sagt Raffael Kratzer vom Nationalpark Schwarzwald.

Auerhenne im Nationalpark Schwarzwald

Auerhenne im Nationalpark Schwarzwald

Arne Kolb/Nationalpark Schwarzwald

Auch Landesjägermeister Jörg Friedmann betont, dass der Schutz des Auerhuhns nur im Schulterschluss von Forst, Jagd und Naturschutz gelingen könne. Die Jägerschaft bringe sich seit vielen Jahren aktiv beim Monitoring ein und engagiere sich gemeinsam mit ForstBW und weiteren Partnern in Modellprojekten zum Prädatorenmanagement. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten mache Hoffnung, dass sich die Bestände dort positiv entwickeln können, wo die Maßnahmen beharrlich und langfristig umgesetzt werden.

Fördermittel vom Land

Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat setzt sich mit der Umsetzung des Maßnahmenplans 2023 bis 2028 für den Schutz und die Entwicklung des Auerhuhns ein. „Unser Ziel ist es, weitere Lebensräume für das Auerhuhn aufzuwerten. Dabei stellt das Land jährlich rund 500.000 Euro an Fördermitteln insbesondere für Privat- und Kommunalwaldbesitzer zur Verfügung“, betont Ministerin Gentges.

Zudem unterstützt und berät der Verein Auerhuhn im Schwarzwald bei der Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen oder bei der Stellung von Förderanträgen. Bereits aufgewertete Flächen würden durch die Auerhühner verstärkt aufgesucht, heißt es weiter. Als Schirmart stehe das Auerhuhn stellvertretend für eine ganze Artengruppe, die umfangreich von den lebensraumgestaltenden Maßnahmen profitiere.