Aktionswoche in Freudenstadt: Noch mehr Engagement gegen Verschwendung von Lebensmitteln

Prominente erste Reihe im Spiegelzelt (von links): Oberbürgermeister Adrian Sonder, Bundestagsabgeordnete Saskia Esken, Gartenschau-Chefin Cornelia Möhrlen und Staatssekretärin Sabine Kurtz.
KuhnertWas sich doch alles in den 29. September, den internationalen Tag der Lebensmittelverschwendung, packen lässt. Im Freudenstädter Spiegelzelt war es ein Tag wie ein Ausrufezeichen zu diesem Thema. Dazu gab es Absichtserklärungen, es mit der Wertschätzung und dem Umgang mit Lebensmitteln künftig noch besser zu machen.
In einem über zweistündigen Programm erwärmten sich junge und ältere Experten aus Schulen, Kirchen, Verwaltungen und Vereinen, Profis und Ehrenamtliche aus Politik und Gesellschaft für dieses Thema. Unter ihnen waren auch die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) und Landtagsabgeordneter Uwe Hellstern (AfD) sowie eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Courbevoie, die im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung weltweit eine führende Rolle spielt.
Bessere Zukunft
Nach 130 Tagen Gartenschau mit 445 000 Besuchern (Stand 29. September) versicherte Gartenschauchefin Cornelia Möhrle, dass in der Umweltwoche viele Partner gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten. Die Bürgermeister Adrian Sonder (Freudenstadt) und Michael Ruf (Baiersbronn) verwiesen auf Beispiele in beiden Gemeinden, in denen von Wirtschaft, Verwaltungen und Einrichtungen der Kampf gegen Lebensmittel-Vergeudung und der Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz gelebt werde. Beide erklärten, dies seien Aufgaben, die auch Gemeinden übernehmen können.
Sabine Kurtz, Staatssekretärin im Landesministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, verwies auf die „gigantische Menge“ von Lebensmitteln, die jährlich weggeworfen oder verschleudert würde, während zugleich Millionen Menschen Hunger leiden: „Wir brauchen viele begeisterte und tüchtige Mitstreiter, um den Traum dieser Menschen zu erfüllen, nicht mehr hungern zu müssen“.

Amelie Walz (links) und Tabea Huber von der Heinrich-Schickhardt-Schule (HSS) in Freudenstadt erläutern im Rahmen der Veranstaltung ihr Projekt, bei dem sie mit Kindern Elektrospielzeugautos bauen.
Foto: KuhnertCourbevoies Stadtrat Arash Derambarsh berichtete von seinem Kampf zur Rettung von Lebensmitteln. Er hat bereits 2016 in Frankreich ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung erwirkt mit der Maßgabe, dass diese an Bedürftige weitergegeben werden. Derambarsh hat mit den Oberbürgermeistern Julian Osswald und Adrian Sonder in Freudenstadt in dieser Sache schon viel angestoßen. „Auch Freudenstadt wird zum Vorbild werden“, rief er in einer Rede voller Energie und Begeisterung.
Bürgermeister Wolfgang Fahrner schilderte, was die Stadt bisher im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung getan habe und noch tun wolle – darunter auch Gespräche mit Altenheimen und Betriebskantinen.
Videos zeigen Beispiele
Anschließend wurden Freudenstädter Beispiele im Sparen von Lebensmitteln und im verantwortlichen Umgang mit diesen in Videos geschildert. Dabei fiel auf, dass im Zusammenspiel von Kindergartenzöglingen, Schülern, Eltern und Lehrern oder mit beteiligten Verantwortlichen bei Lebensmittelaktionen nicht nur erstaunliche Mengen „gerettet“ werden, sondern sich im Angebot Vielfalt und Qualität verbessern.

Zwei weitere Schulen unterzeichnen Erklärungen gegen Lebensmittelverschwendung (von links): Julia Kremer von der Forchenkopf-Grundschule, Ulrike Eberle von der Falkenrealschule, Amtsleiterin Petra Weinbrecht und OB Adrian Sonder.
Foto: KuhnertInteressant auch das halbe Dutzend Kurzberichte über den fantasievollen Einsatz für den Umweltschutz von Schülern und Erwachsenen – vom Stadtradeln bis zum Zigarettenkippensammeln.
Es bleibt nicht bei Worten: Am Dienstag beim Fairtrade-Frühstück ging es im Spiegelzelt weiter im Bemühen, das tägliche Brot schätzen zu lernen.
Einiges geplant
Programm
Die Gartenschau bietet bis Samstag, 4. Oktober, in Freudenstadt und Baiersbronn ein Programm über Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit vom Vortrag über klimafreundliches Wirtschaften bis hin zum „Escape Climate Change Junior“ für Kinder von zehn bis 13 Jahren.
Aktionswoche
Die Eröffnung der Aktionswoche im Spiegelzelt fiel zusammen mit dem Start der landesweiten Aktionswoche, in der bis Montag, 6. Oktober, das Stuttgarter Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) zum siebten Mal „Lebensmittelretter“ sucht.