Aktion in Baiersbronn
: Warum manche Bäume mit einem gelben Band versehen sind

Die Gemeinde Baiersbronn startet die Aktion „Gelbes Band“ für heimisches Obst. Das steckt dahinter.
Von
red/pm
Baiersbronn
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Die Bürgerinitiative „Baumschutz kommunal“ wollte die Gehölzschutzsatzung überarbeiten. Mit dem Vorhaben ist sie nun in der Gemeindevertretung gescheitert.

11.09.2020, Baden-Württemberg, Stetten: Obstbäume stehen mit einem gelben Band um den Stamm gebunden auf einer Streuobstwiese. Das gelbe Band an einem Obstbaum bedeutet: pflücken erlaubt!. Das Landsratamt Esslingen wurde für diese Aktion mit dem Bundespreis ·Zu gut für die Tonne· ausgezeichnet. Denn mit dem gelben Band am Stamm gibt der Besitzer der Bäume die Erlaubnis zum Pflücken des Obstes. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein gelbes Band an einem Obstbaum bedeutet: Pflücken erlaubt! (Symbolfoto)

Tom Weller/dpa
  • Baiersbronn startet die Aktion „Gelbes Band“ für frei zugängliches Obst an markierten Bäumen.
  • Gelbe Bänder gibt es kostenlos im Bürgerservice und Bauamt, Baumbesitzer melden Standorte.
  • Eine digitale Karte auf der Homepage soll Ernteorte zeigen – als Wegweiser für Interessierte.
  • Ernte nur auf eigene Gefahr und in haushaltsüblichen Mengen, ohne Leitern und ohne Schäden.
  • Die Initiative wurde 2019 im Landkreis Esslingen gestartet und hat sich bundesweit etabliert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Unsere Streuobstwiesen sind ein landschaftlicher Schatz, den es zu bewahren gilt. Mit der Aktion ‚Gelbes Band‘ sorgen wir dafür, dass wertvolles Obst nicht ungenutzt verdirbt, sondern von der Allgemeinheit geerntet werden kann“, erklärt Bürgermeister Michael Ruf.

Ab sofort dürfen Bürger in der Gemeinde an all jenen Obstbäumen für den Eigenbedarf ernten, die mit einem gelben Band markiert sind. Die markanten Stoffstreifen erhalten Baumbesitzer ab sofort kostenlos im Bürgerservice und im Bauamt.

Das Prinzip ist unkompliziert: Wer Streuobstbäume besitzt, die Ernte aber nicht vollständig selbst nutzen kann oder möchte, bindet ein gelbes Band um den Stamm. Dieses signalisiert Spaziergängern und Anwohnern eindeutig: Hier darf kostenfrei gepflückt und aufgelesen werden.

Die Aktion fördert laut Mitteilung der Gemeinde nicht nur die traditionelle Nutzung der heimischen Streuobstwiesen, sondern beugt auch aktiv der Lebensmittelverschwendung vor.

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Digitale Übersichtskarte kommt

Um die Ernteorte für Interessierte leicht auffindbar zu machen, bittet die Verwaltung alle teilnehmenden Baumbesitzer, bei der Abholung der Bänder einen kurzen Datenzettel auszufüllen. Auf Basis dieser Informationen erstellt die Gemeinde eine digitale Übersichtskarte, die zeitnah auf der kommunalen Homepage veröffentlicht wird. Sie soll als praktischer Wegweiser zu den freigegebenen Obstbeständen dienen.

„Wir möchten Baumbesitzer und Erntefreudige ganz unkompliziert zusammenbringen“, ergänzt Bauamtsleiter Daniel Armbruster, dessen Abteilung die Ausgabe der Bänder organisiert. „Mit der digitalen Karte schaffen wir schnelle Orientierung und laden die Menschen gezielt dazu ein, unsere Streuobstbestände bewusst und aktiv zu nutzen.“

Die Ernteaktion setzt laut Gemeinde ein rücksichtvolles Verhalten voraus. Die Verwaltung weist darauf hin, dass das Betreten der Wiesen auf eigene Gefahr erfolgt. Bei der Ernte dürfen keine Leitern verwendet werden; gepflückt wird nur, was in Reichweite hängt oder bereits auf dem Boden liegt. Zudem ist die Mitnahme strikt auf haushaltsübliche Mengen beschränkt.

„Die gesamte Aktion lebt davon, dass jeder umsichtig handelt und sowohl die Natur als auch das Eigentum der Baumbesitzer respektiert. Äste dürfen nicht abgebrochen und Bäume keinesfalls beschädigt werden“, betont Armbruster.

Initiative mehrfach ausgezeichnet

Die Initiative „Gelbes Band“ wurde 2019 im Landkreis Esslingen ins Leben gerufen, mehrfach ausgezeichnet und hat sich mittlerweile bundesweit etabliert. Mit der lokalen Umsetzung schließt sich nun auch Baiersbronn diesem erfolgreichen Konzept an, um die ökologische und kulturelle Bedeutung der Streuobstwiesen wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, heißt es abschließend.