Wegen Sommerferien?
: Freiburger Tierheim findet vier ausgesetzte Katzenbabys und ihre Eltern

„Was, wenn das alle so machen?“ - Nachdem Unbekannte vier Kätzchen und ihre Eltern vor dem Freiburger Tierheim ausgesetzt haben, schlagen die Tierschützer in Social Media Alarm. Denkbar, dass das Aussetzen mit den beginnenden Sommerferien zu tun hat.
Von
Felix Paschke
Freiburg
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In dieser Sporttasche wurden die Kätzchen vor dem Tierheim gefunden

In einer Sporttasche wurden die Kätzchen vor dem Tierheim gefunden

Tierheim Freiburg
  • Vor dem Tierheim Freiburg wurden vier Kätzchen, ihre Mutter und ein Kater ausgesetzt.
  • Die Tiere steckten in einer Sporttasche mit Zettel – eine Kontaktaufnahme gab es nicht.
  • Das Tierheim erstattete Anzeige gegen Unbekannt und warnt vor Nachahmung.
  • Peta erinnert: Aussetzen ist verboten und kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden.
  • Allen sechs Tieren geht es gut, doch Tierheime stoßen bundesweit an Kapazitätsgrenzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine schwarze Tasche, darin vier Kätzchen und ihre Mama – und ein Zettel: „Ich bin Njala, ich bin am 21. Februar 2025 geboren. Meine 4 Kitten wurden am 9. Juni 2026 geboren. Sie haben noch keine Namen. Wir wünschen uns zusammen ein neues Zuhause.“

Diesen Fund machten Mitarbeiter des Freiburger Tierheims am Morgen, während ein Kater mit dem gleichen Halsband wie die Katzen-Mama über den Hof streunte. Über Nacht wurden die Tiere wohl vor dem Tierheim ausgesetzt. „Eine Kontaktanfrage zur Aufnahme gab es nicht. Nur die Box“, schreibt das Tierheim in einem Facebook-Beitrag, mit dem es den Fall öffentlich macht.

Das Aussetzen von Tieren sei „so alt wie die Menschheit selbst“, schreibt der Tierschutzverein weiter. Und dennoch sei mittlerweile etwas anders: „Die Geschwindigkeit, mit der das Tier vom Familienmitglied zur Belastung wird.“ In dem Beitrag beklagt das Tierheim den Egoismus der Menschen. „Und das Tier darf froh sein, überhaupt mitgenommen worden zu sein auf dieser Reise namens Leben. Bis es eben stört.“

Tierheim stellt Anzeige gegen Unbekannt

Laut eigener Aussage hat das Tierheim Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Allerdings, ohne sich viel davon zu versprechen. Stattdessen wollen die Tierretter auf das Problem an sich aufmerksam machen. „Wir sind froh, dass die Tiere bei uns sind – aber was, wenn das alle so machen?“, fragen sie. Denn bundesweit erreichen viele Tierheime ihre Kapazitätsgrenze.

Möglich, dass der Fall in Freiburg etwas mit den am Donnerstag gestarteten Großen Ferien zu tun hat. „Jedes Jahr in den Sommermonaten werden in Deutschland massenhaft Hunde, Katzen, Kaninchen, Exoten und andere sogenannte Haustiere an Autobahnraststätten, in Wäldern, an Zäunen von Tierheimen oder an abgelegenen Feldwegen ausgesetzt“, schreibt dazu die Tierrechtsorganisation Peta auf ihrer Homepage.

Peta: „Aussetzen von Tieren ist verboten“

Zudem macht Peta darauf aufmerksam, dass das Aussetzen von Tieren laut Tierschutzgesetz verboten ist und den Straftatbestand der Tierquälerei erfüllen kann. „Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden“, schreibt die Organisation weiter.

Bei den Freiburger Kätzchen und ihren Eltern ist es noch einmal gut gegangen. „Allen sechs Tieren geht es gut und sie sind mittlerweile gut bei uns angekommen“, schreibt das Tierheim. Das Grundproblem jedoch bleibt.

Und weiter: „Was, wenn es keine Konsequenzen gibt und der Mensch weiter frei jegliche Verantwortung in einer ‚Nacht-und-Nebel-Aktion‘ einfach abstreifen kann?“ Das Thema sei so alt wie der Tierschutz selbst, so das Tierheim. Mit steigenden Kosten, Wirtschaftskrisen und gesellschaftlichen Herausforderungen werde es jedoch wichtiger denn je.