Waldbrand in Schramberg
: Im Kampf gegen die Feuerwalze

Auch am zweiten Tag des Waldbrandes gibt es keine Atempause für die Einsatzkräfte. Seit Sonntagabend rücken immer wieder neue Kräfte als Ablösungen an.
Von
Martin Dold
Schramberg-Tennenbronn
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Auf der Reute in Tennenbronn sammelten sich die Einsatzkräfte.

Auf der Reute in Tennenbronn sammelten sich die Einsatzkräfte.

Dold
  • In Schramberg-Tennenbronn bekämpfen Kräfte seit Sonntagabend einen Waldbrand im Steilhang.
  • Das Feuer ist eingedämmt, aber nicht aus – viele Glutnester beschäftigen die Feuerwehr.
  • 15 bis 20 Hektar betroffen, Straße nach Lauterbach gesperrt, Anliegerverkehr eingeschränkt.
  • Löscharbeiten teils gestoppt wegen Steinschlaggefahr; Hubschrauber seit Montagvormittag im Einsatz.
  • Freibad als Wasserquelle genutzt und geschlossen, Regen half, Fenster sollen weiter geschlossen bleiben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Feuerwehrabteilungen aus dem ganzen Landkreis Rottweil und zum Teil auch aus dem Ortenaukreis seien zur Unterstützung angefordert worden, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Danny Barowka am späten Montagvormittag. Das Feuer konnte im Laufe der Nacht und am Montagmorgen zwar eingedämmt, aber nicht komplett gelöscht werden. Viele Glutnester hielten die Feuerwehrleute in Atem.

André Wendel von der Feuerwehr Rottweil informiert am Montag um 13.43 Uhr über die aktuelle Lage: „Es finden weiterhin Löscharbeiten statt, in ersten Bereichen wird zu Nachlöscharbeiten übergegangen, das Feuer ist aber noch nicht aus. Aufgrund der hohen Steinschlaggefahr mussten die bodengebundenen Löscharbeiten teilweise unterbrochen werden, wurden aber inzwischen wieder aufgenommen. Eine im Brandbereich verlaufende 110kV-Stromleitung wurde bereits gestern ohne Auswirkungen für die Bevölkerung abgeschaltet. Die betroffene Fläche wird auf 15 bis 20 Hektar geschätzt, die weiteren Maßnahmen werden mindestens noch bis in die Abendstunden andauern. Die Rauch- und Geruchsbelästigung hat durch den Regen stark abgenommen, die Bitte die Fenster- und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsgeräte auszuschalten gilt weiterhin“.

Einsatzkräfte auf der Reute.

Einsatzkräfte auf der Reute.

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Das unzugängliche Gelände am steilen Tösberg erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Das Feuer wurde von drei Seiten bekämpft. Der Ursprung war mutmaßlich nahe der Straße von Schramberg nach Lauterbach. Diese war am Montag nach wie vor komplett gesperrt, um die Löscharbeiten nicht zu behindern. In Richtung Reichenbach und Hornberg war der Verkehr nur für Anlieger frei.

Von der Straße Richtung Lauterbach oberhalb des Junghans Terrassenbaus fraß sich am Sonntagabend eine Feuerwalze den Berg nach oben in Richtung Tennenbronn. Der Wald war durch die wochenlange Dürre extrem trocken, das Holz brannte wie Zunder.

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Die Feuerwehr Tennenbronn hatte in ihrem Abschnitt alle Hände voll zu tun, um das Ausbreiten des Waldbrandes einzudämmen. Das Freibad wurde als Wasserentnahmestelle genutzt. Der Pegel des großen Schwimmbeckens war um rund 50 Zentimeter niedriger als sonst. Die Feuerwehr Tennenbronn saugte Wasser in zwei Milchtransporter, die privat zur Verfügung gestellt wurden. „Wir können 12.000 und 16.000 Liter laden", hieß es von der Feuerwehr am Freibad.

Am Freibad wurde Wasser in die Fahrzeuge gesaugt.

Am Freibad wurde Wasser in die Fahrzeuge gesaugt.

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Das Freibad bleibt mindestens am Montag und Dienstag geschlossen, wie Chefin Salvatrice Scibetta informierte. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte sie kopfschüttelnd angesichts der Geschehnisse. Das Wasser müsse erst wieder ausreichend erwärmt werden, bevor das Bad wieder geöffnet werden könne.

Freibadchefin Salvatrice Scibatta misst den Wasserstand.

Freibadchefin Salvatrice Scibatta misst den Wasserstand.

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Die Feuerwehrleute transportierten das Wasser nach dem Befüllen schnurstracks über den Bereich Purpen auf die Reute. Dort waren mehrere mobile Sammelbecken errichtet worden, wo das Wasser abgeladen und von dort zum Einsatzort geliefert wurde.

Das Schwimmbadwasser wurde in Sammelbecken auf der Reute abgeladen.

Das Schwimmbadwasser wurde in Sammelbecken auf der Reute abgeladen.

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Auf der Reute war eine große Ansammlung von Einsatzkräften. Polizisten versorgten die teils erschöpften und sich im Dauereinsatz befindlichen Feuerwehrleute mit belegten Brötchen und Getränken.

Feuerwehrfahrzeuge auf der Reute.

Feuerwehrfahrzeuge auf der Reute.

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Der Einsatz eines Löschhubschraubers erfolgte schließlich kurz nach 11 Uhr. Ein Einsatz war am Sonntag nicht mehr möglich. Bis der Hubschrauber gerüstet und in Schramberg gewesen wäre, wäre bereits die Dämmerung eingebrochen. Nachts kann der Löschhubschrauber nicht fliegen. André Wendel von der Feuerwehr hierzu: „Der Einsatz des Hubschraubers mit Löschwasserbehälter hat Wirkung gezeigt, die beiden unzugänglichen Hotspots im Steilhang sind nun unter Kontrolle“.

Der Löschhubschrauber konnte am Montagvormittag starten.

Der Löschhubschrauber konnte am Montagvormittag starten.

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Am späten Vormittag setzte teils strömender Regen ein, der für die Löscharbeiten förderlich war. Allerdings hatte der Hubschrauber mit Nebel und den Stromleitungen zu kämpfen, was beachtet werden musste. Ein angekündigtes Gewitter bewahrheitete sich nicht.