Uniklinik Freiburg informiert: Frühes Erkennen von Alzheimer bringt neue Behandlungsmöglichkeiten mit

Menschen, die geistig aktiv bleiben, können die Auswirkungen von Alzheimer verringern. (Symbolfoto)
Sven Hoppe/dpa- UKF betont: Frühe Alzheimer-Diagnose eröffnet neue Therapieoptionen.
- Lebensstil zählt, sagt die Neurologie: Bewegung, Nichtrauchen, Lernen und soziale Aktivität.
- „Vier L“ von Heinz Wiendl – Laufen, Lernen, Lachen, Lieben – fördern die Gehirngesundheit.
- Risikofaktoren behandeln, ausreichend schlafen, Vergesslichkeit im Alltag ernst nehmen.
- Seit September 2025 am UKF verfügbar: Donanemab und Lecanemab verlangsamen frühe Verläufe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nicht jede Vergesslichkeit ist ein Anzeichen für Alzheimer. Wenn jedoch vertraute Abläufe nicht mehr funktionieren, die Orientierung schwerfällt oder Angehörige deutliche Veränderungen bemerken, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Auch wenn sich eine Alzheimer-Erkrankung nicht sicher verhindern lässt, gibt es beeinflussbare Faktoren, die mit einem geringeren Alzheimer-Risiko zusammenhängen. Dazu zählen etwa Bewegung, die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, Nichtrauchen sowie geistige und soziale Aktivität. Darauf weist die Klinik für Neurologie und Neurophysiologie des Universitätsklinikums Freiburg (UKF) anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September hin.
„Vier L-Methode“ als hilfreiche Maßnahme
„Vergesslichkeit ist ein ganz normaler, physiologischer Vorgang“, sagt Heinz Wiendl, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Entscheidend ist, Veränderungen ernst zu nehmen, wenn sie den Alltag beeinträchtigen.“
Mit den „vier L“ fasst Wiendl zusammen, was der Gehirngesundheit zugutekommt: Laufen steht für Bewegung, Lernen für geistige Aktivität, Lachen und Lieben für Wohlbefinden und soziale Verbundenheit. Hinzu kommen ausreichend Schlaf und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes. „Diese Faktoren sind auch mit dem Risiko für Alzheimer verbunden“, sagt Wiendl. Wie stark einzelne Menschen dadurch ihr persönliches Erkrankungsrisiko senken können, lässt sich jedoch nicht präzise vorhersagen.
Frühe Diagnose ist wichtig
Eine frühe Abklärung sei auch deshalb wichtiger geworden, weil sich die Behandlung von Alzheimer derzeit verändert. Seit September 2025 stehen am UKF mit Donanemab und Lecanemab erstmals Therapieverfahren zur Verfügung, die bei ausgewählten Patienten mit früher Alzheimer-Erkrankung das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können. Allerdings könne mit der Therapieform Alzheimer nicht geheilt und bereits verlorene Fähigkeiten nicht wiederhergestellt werden.
„Patientinnen und Patienten, bei denen wir vor einem Jahr mit der Behandlung begonnen haben, profitieren in der Regel schon heute. Die geistigen Fähigkeiten bleiben bei ihnen weitgehend stabil, während sie ohne Medikament weiter abgenommen hätten“, sagt Wiendl. Dieser Unterschied werde über die Zeit immer größer. Das sei für die Einzelnen oft gar nicht direkt wahrnehmbar, weil sich ja nichts ändere.
