Trockenes Flussbett bei Freiburg
: Hier fließt ein Fluss unterirdisch weiter

Die Dreisam führt nahe Freiburg scheinbar kein Wasser mehr. Der Fluss fließt jedoch unter der Erde weiter – für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung.
Von
dpa
Freiburg
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Das ausgetrocknete Flussbett der Dreisam ist nahe Neuershausen zu sehen.

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Dreisam nahe Freiburg fällt stellenweise trocken – das Wasser fließt unterirdisch weiter.
  • Ursache sind lange, trockene Sommer: Abflüsse sinken, Grundwasserstände fallen.
  • Das Wasser versickert in den Dreisamschwemmfächer und tritt bei Nimburg wieder zutage.
  • Folgen für Natur: Lebensräume trocknen, Restwasser erwärmt sich, Fischsterben droht.
  • Behörden schränken Wasserentnahmen ein und setzen auf Renaturierung, Beschattung, Kaltwasserpools.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wo sonst ein Fluss fließt, liegt nur noch trockenes Kiesbett: Die Dreisam ist bei March trocken gefallen. Für dieses Phänomen gibt es eine natürliche Erklärung.

Die Dreisam wird hauptsächlich von Regen- und Schmelzwasser gespeist, wie es vom Regierungspräsidium Freiburg (RP) hieß. In langen, trockenen Sommern ohne nennenswerte Niederschläge sinken die Abflüsse, die Grundwasserstände fallen und Zuflüsse trocknen aus. Das verbleibende Wasser versickert unter die Erde und fließt dort in den sogenannten Dreisamschwemmfächer, die eiszeitlichen Geschiebeablagerungen der Dreisam. Erst bei Nimburg taucht der Fluss demnach wieder überirdisch auf.

Das Trockenfallen betreffe nicht nur die Dreisam – auch andere Schwarzwaldgewässer, die in die Rheinebene fließen, seien in langen Trockenphasen von dem Phänomen betroffen, so das RP.

Wasserentnahmen eingeschränkt

Die Folgen für die Natur sind laut RP erheblich. Lebensräume für Fische und wirbellose Kleinlebewesen fallen trocken, das Restwasser wird wärmer und sauerstoffarmer. Fische seien gestresst und anfälliger für Krankheiten, ein Fischsterben drohe. Wanderfische können den Fluss nicht mehr passieren. Auch für Anwohner schränkt sich der Naherholungswert deutlich ein: Wasserentnahmen müssen reduziert oder ganz eingestellt werden.

Das ausgetrocknete Flussbett der Dreisam ist nahe Neuershausen zu sehen.

Philipp von Ditfurth/dpa

Das RP reagiert mit mehreren Maßnahmen: Die unteren Wasserbehörden schränken Wasserentnahmen ein. Langfristig setze die Behörde unter anderem auf Renaturierungen sowie auf Beschattung. In den vergangenen Jahren wurden zudem Kaltwasserpools als Rückzugsräume für Fische eingerichtet. An sensiblen Stellen informieren Hinweisschilder die Bevölkerung.