Störung der Totenruhe in Freiburg
: Prozess gegen Bestatter startet - Zahngold von Toten geklaut?

Es sind schwerwiegende Vorwürfe gegen einen ehemaligen Bestatter der Stadt Freiburg. Mehr als zehn Jahre lang soll er Verstorbenen Zahngold und Wertgegenstände gestohlen haben.
Von
dpa
Freiburg
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In Freiburg steht ein Bestatter vor Gericht. (Symbolfoto).

Patrick Seeger/dpa
  • In Freiburg beginnt heute der Prozess gegen einen 63-jährigen Bestatter.
  • Vorwurf: Störung der Totenruhe in Tateinheit mit Verwahrungsbruch in mindestens 250 Fällen.
  • In 50 Fällen kommt Diebstahl hinzu – mehr als acht Kilogramm Zahngold sollen entnommen worden sein.
  • Der Mann soll seit 2013 Zahngold und Schmuck entfernt und für knapp 250.000 Euro verkauft haben.
  • Seine 41-jährige Ehefrau ist wegen Beihilfe angeklagt – ein Urteil könnte kommenden Mittwoch fallen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Weil er unter anderem mehr als acht Kilogramm Zahngold von Toten geklaut haben soll, beginnt heute (9.00 Uhr) gegen einen Bestatter der Prozess vor dem Amtsgericht Freiburg. Dem 63-Jährigen wird Störung der Totenruhe in Tateinheit mit Verwahrungsbruch in mindestens 250 Fällen vorgeworfen, in 50 Fällen zudem in Tateinheit mit Diebstahl. Seine 41 Jahre alte Ehefrau ist wegen Beihilfe angeklagt.

Der Mann war nach Angaben des Gerichts bis Ende Oktober 2024 beim Eigenbetrieb Friedhöfe der Stadt Freiburg als Bestatter angestellt. Ab 2013 soll er seine Stellung ausgenutzt und in mehreren hundert Fällen etwa Zahngold, Füllungen und Kronen aus den Gebissen von Verstorbenen entnommen haben, die zur Einäscherung vorgesehen waren.

Dabei habe er teilweise grobe Gewalt und Werkzeuge eingesetzt. Das Gold habe er anschließend verwertet und verkauft. Außerdem soll er den Leichen Schmuck, Uhren und andere Wertgegenstände abgenommen haben, um sie für sich zu behalten.

Mit grober Gewalt

Die Ehefrau soll ihn unterstützt haben, indem sie den späteren Verkauf des Zahngolds und des Schmucks zusagte und sich teilweise selbst an der Entnahme beteiligte.

Zwischen 2013 und 2024 sollen mehr als acht Kilogramm Zahngold und rund 360 Gramm Goldschmuck für insgesamt knapp 250.000 Euro verkauft worden sein.

Dem Mann wird zudem vorgeworfen, Fotos von einem weiblichen Mordopfer gemacht und an Dritte verschickt zu haben. Ein Urteil in dem Prozess könnte kommenden Mittwoch fallen.