Saatgut für klimastabile Wälder
: Erste Spitzahornernte in Freiburg soll nur der Anfang sein

Der Spitzahorn hat sich als besonders klimaresistent herausgestellt. Nun wurden in Freiburg erstmals Samen des Baumes geerntet, die in anderen Wäldern gepflanzt werden können.
Von
Alexander Blessing
Freiburg
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Eine Kletterin ist zur Spitzahornernte im Freiburger Stadtwald unterwegs.

Eine Kletterin ist zur Spitzahornernte im Freiburger Stadtwald unterwegs.

Patrick Seeger/Stadt Freiburg
  • Freiburg erntet erstmals Spitzahornsamen – der Baum gilt als klimaresistent.
  • Kletterer schüttelten in 20 Metern Höhe Samen in Netze, das Saatgut geht an Baumschulen.
  • Ziel ist klimaangepasste Wälder: Hitze- und trockenheitstolerante Arten sollen gestärkt werden.
  • Zuständigkeit liegt beim Regierungspräsidium, das Erntebestände prüft und zulässt.
  • Bedarf sehen Baumschulen auch bei Rotbuche, Douglasie sowie Trauben-, Stiel- und Roteiche.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ungewöhnliche Herbstlese im Freiburger Stadtwald: Regierungspräsident Carsten Gabbert und Nicole Schmalfuß, Leiterin des Forstamts der Stadt Freiburg, haben die erste Spitzahornernte im Mooswald begleitet.

Als klimatolerante Baumart ist der Spitzahorn ein Baum der Zukunft für die Wälder der Region. Aus 20 Meter Höhe schüttelten Kletterer des Baumpflegeteams Busemann die Ahornsamen in Netze. Das Saatgut wird an Baumschulen verkauft, die daraus Forstpflanzen heranziehen und an Waldbesitzer verkaufen.

Wälder für Klimawandel fit machen

„Der zurückliegende extrem trockene und heiße Sommer hat einmal mehr gezeigt, dass wir unsere Wälder für den Klimawandel fit machen müssen. Die Produktion von Saatgut von Baumarten, die Hitze und Trockenheit besser vertragen, ist dazu ein wichtiger Beitrag“, sagte Regierungspräsident Carsten Gabbert.

Er wies darauf hin, dass die Forstabteilung des Regierungspräsidiums landesweit für die Zulassung von Waldbeständen zur Saatguternte und die Überwachung der Forstsamen- und Forstpflanzenbetriebe zuständig ist. Zugelassen werden nur Bestände, die vital sind, ein Mindestalter erreicht haben und groß genug sind, damit die genetische Vielfalt gegeben ist.  „Wir sind gewissermaßen der Verbraucherschutz für die Waldbesitzenden im Land, indem wir dafür sorgen, dass die Qualität des Saatguts stimmt und seine Herkunft gesichert ist“, sagt Gabbert.

100 Tonnen Saatgut im vergangenen Jahr

In Baden-Württemberg wurden im Erntejahr 2025 rund 100 Tonnen forstliches Saatgut produziert und bundesweit sowie in europäische Nachbarländer verkauft. Im aktuellen Erntejahr 2026 wurden bereits 112 Tonnen Rohsaatgut gewonnen.

Besonderen Bedarf an Forstsaatgut sehen die Forstbaumschulen aktuell neben dem Spitzahorn bei der Rotbuche, der Douglasie und der Trauben-, Stiel- und Roteiche.

Der Spitzahornsamen kann nun in einem anderen Wald gepflanzt werden.

Der Spitzahornsamen kann nun in einem anderen Wald gepflanzt werden.

Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Rolle des Spitzahorns hat sich verändert

Der Spitzahorn ist ein gutes Beispiel, wie sich die Rolle einer Baumart mit dem Klimawandel verändern kann. „Noch vor 20 Jahren wurde dem Spitzahorn im Mooswald kaum Aufmerksamkeit geschenkt, Bergahorn und Esche wurden als Mischbaumart klar bevorzugt. Aber schon im Trocken- und Hitzejahr 2003 hat der Spitzahorn eine große Widerstandskraft bewiesen“, erklärte Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß.

Seither werde er im Freiburger Stadtwald konsequent gefördert und in jungen Wäldern gepflanzt: „Aber Pflanzgut war die letzten Jahre knapp und ich freue mich, dass wir mit der Zulassung und Ernte einen Beitrag zur Saatgutversorgung leisten.“

Erste Ernte im Mooswald

Den Spitzahorn-Bestand im Freiburger Mooswald hat das RP bereits vor zwei Jahren als Erntebestand zugelassen. Jetzt waren die Bäume erstmals reif für die Ernte.

Dazu hat das Forstamt die Fläche an den Forstsaatguthändler Plusbaum aus Nagold verpachtet, der wiederum das Baumpflegeteam Busemann aus Freiburg mit der Ernte beauftragt hat.