Nach mehr als 20 Jahren
: Das Freiburger Augustinermuseum ist endlich fertig

Der Startschuss für die Sanierung des Freiburger Augustinermuseums fiel bereits 2002, fast 100 Millionen Euro hat sie gekostet. Nun ist alles komplett fertig.
Von
Ralf Deckert
Oberndorf
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Museumsleiterin Jutta Götzmann erklärt den immersiven Schwarzwald-Raum.

Ralf Deckert

Unter dem Motto „Jede*r will kommen“ feiert die Stadt Freiburg an diesem Wochenende den Abschluss der Sanierungsarbeiten des Augustinermuseums mit einem großen Eröffnungswochenende. Eine Woche lang kann das wichtigste Museum der Stadt anschließend bei freiem Eintritt entdeckt werden.

Die Vorgeschichte dieses Ereignisses ist lang: Die Arbeiten in der denkmalgeschützten Klosteranlage, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, dauerten mehr als zwei Jahrzehnte. Der Grundsatzbeschluss für die Sanierung erfolgte im Freiburger Stadtrat bereits 2002.

Die Kosten stiegen in dieser Zeit gegenüber den damals angesetzten Mitteln um ein Vielfaches auf rund 94,4 Millionen Euro Baukosten plus weitere rund 5,3 Millionen Euro für die Ausstattung des Hauses. Rund 80 Prozent der Kosten musste die Stadt selbst aufbringen, erläuterte Freiburgs Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) beim Presserundgang durch das fertiggestellte Haus am Donnerstag. Dazu kamen unter anderem 6,7 Millionen Euro vom Bund sowie Spenden in Millionenhöhe aus der Stadtgesellschaft.

Sanierung erfolgte in drei Bauabschnitten

Er sei glücklich, nun „ernten zu können, was wir gesät haben“, so der 69-jährige SPD-Politiker, der kurz vor seiner Pensionierung steht und die Sanierung seit 2002 als Kulturdezernent der Stadt begleitet hat. Das Haus in drei Bauabschnitten zu sanieren sei von Anfang an „alternativlos“ gewesen, ergänzte von Kirchbach. Eine komplette Schließung wäre niemandem zuzumuten gewesen.

Viele Herausforderungen bei der Sanierung

„Es hätte geschmeidiger laufen können“, sagte Baubürgermeister Martin Haag (parteilos) mit Blick auf die zahlreichen Herausforderungen der Arbeiten in dem denkmalgeschützten alten Gemäuer, bei denen einerseits die Vorgaben der Denkmalbehörde und andererseits die Anforderungen an eine möglichst barrierefreie, hochmoderne Kulturstätte zu erfüllen waren. „Nun steht das Haus aber vor einer großen Zukunft.“

Museumsteam und die Bürgermeisterriege freuen sich über die Neueröffnung.

Foto: Ralf Deckert

Das Mammutprojekt sei „eine gemeinsame Kraftanstrengung“ für Stadt und Politik gewesen, betonte Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos): „Heute ist ein wirklich schöner Tag für Freiburg. Das Museum erzählt unsere Geschichte. Es zeigt, wie Freiburg zu dem wurde, was es heute ist.“ Man habe nicht nur einen „kulturellen Leuchtturm“ in Freiburg geschaffen, sondern könne durch den Rückbau des Bauzauns und der Gerüste rund ums Haus nun auch endlich den Augustinerplatz als zentralen Ort in Freiburg wieder an die Menschen zurückgeben.

Der letzte Bauabschnitt war auch der umfangreichste

Der nun fertiggestellte, 1600 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassende dritte Bauabschnitt, zu dem die Schatzkammer des Museums mit ihren Meisterwerken der Goldschmiedekunst, ein immersiv gestalteter Raum über den Schwarzwald und seine Geschichte sowie die Abteilung für Stadtgeschichte von der Ritterzeit bis zu den sozialen Protestbewegungen der jüngeren Vergangenheit gehören, die bislang in einem eigenen kleinen Museum am Münsterplatz beheimatet war, ist mit 60 Millionen Euro Kosten zugleich der größte und umfangreichste.

Neu geschaffen wurde zudem der „FREI_Raum“, der Platz für Projekte und Ausstellungen bietet, an denen nicht nur das Museumsteam, sondern auch andere Akteure aus Stadt und Region mitwirken können. Im ersten Jahr nach der Eröffnung wird dort das Thema „Museum im Wandel“ behandelt.

„Bürgermuseum“ und europaweite Strahlkraft

Für das Museum mit seiner Gesamtfläche von 3400 Quadratmetern erhofft man sich nun gleichermaßen eine Wahrnehmung als „Bürgermuseum“ und eine europaweite Strahlkraft als besonders bedeutsames Haus am Oberrhein, erklärte die Leiterin der Freiburger Museen, Jutta Götzmann.

„Wir haben mit der Sanierung unser Selbstverständnis als Museum dahingehend erweitert, dass wir Themen wie Diversität, Inklusion und Nachhaltigkeit als Teil unserer sozialen Verantwortung stärker in den Fokus rücken wollen.“ Vor allem aber sei man froh, vieles aus den Beständen und Sammlungen zeigen zu können, das bislang aus Platzgründen in den Archiven schlummern musste.

Bis 8. März freier Eintritt

Das Augustinermuseum in Freiburg ist am Eröffnungswochenende täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt Mitmachangebote der Werkstatt Museumspädagogik, Einblicke in Restaurierungsarbeiten, Livemusik in der Skulpturenhalle sowie Spiel- und Rätselaktionen für die jüngsten Museumsgäste. Danach bleibt der Eintritt bis zum 8. März kostenfrei. Regulär ist das Museum täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, freitags bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet nach den Eröffnungstagen 12 Euro, ermäßigt 8 Euro.

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