Mindestens 35 Millionen Euro fehlen: Freiburg nimmt im laufenden Jahr deutlich weniger Geld ein

Die Stadt Freiburg muss im laufenden Jahr Eisparungen vornehmen.
Alexander Blessing- Freiburg rechnet dieses Jahr mit deutlich geringeren Einnahmen und muss sparen.
- Ordentliches Ergebnis: 15,73 Mio. Euro statt geplanter 21,54 Mio. Euro.
- Zahlungsmittelüberschuss sinkt auf 35,94 Mio. Euro – geplant waren 70,22 Mio. Euro.
- Hauptgrund sind schwankende Gewerbesteuern, während Ausgaben weiter steigen.
- Landeshilfen für 2026 über rund 23 Mio. Euro stabilisieren Liquidität, schaffen aber keine Spielräume.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadt Freiburg nimmt weniger Geld ein als noch im Herbst prognostiziert. Freiburg rechnet für das laufende Haushaltsjahr mit einem ordentlichen Ergebnis von 15,73 Millionen Euro. Geplant waren 21,54 Millionen Euro. Auch der erwartete Zahlungsmittelüberschuss liegt mit 35,94 Millionen Euro deutlich unter dem Planwert von 70,22 Millionen Euro.
Auf Basis der Mai-Steuerschätzung steigen die Steuereinnahmen der Gemeinden geringer als in der Oktober-Steuerschätzung erwartet, teilt die Stadt dazu mit.
Schwankende Gewerbesteuer
Ein großer Teil der möglichen Einnahmerückgänge betrifft die Gewerbesteuer, die derzeit stark schwankt. Zugleich steigen die Ausgaben der Kommunen in vielen Bereichen weiter an. Die vom Land im Jahr 2025 angekündigten Finanzhilfen für das Jahr 2026 sind bereits mit einem Betrag von rund 23 Millionen Euro in die aktuellen Zahlen eingerechnet. Die herausfordernde Haushaltsentwicklung bleibt aber bestehen, teilt die Stadt mit.
Die Zahlungen des Landes waren hilfreich, um die Liquidität im ersten Halbjahr 2026 zu stabilisieren. Neue Handlungsspielräume wurden dadurch nicht geschaffen.
Freiburg wil Bund und Land in die Pflicht nehmen
„Die schwierigen finanziellen Bedingungen für die Kommunen in Deutschland spüren wir jetzt auch in Freiburg. Umso wichtiger ist es, dass wir Land und Bund auf allen politischen Ebenen in die Pflicht nehmen, die Situation der Städte und Gemeinden zu verbessern. Und gleichzeitig müssen wir selbst zukünftig noch stärker priorisieren, was unsere Aufgaben und Investitionen betrifft“, ordnet Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ein.
„Die Gewerbesteuer ist derzeit ungewohnt volatil – sowohl bei den Abgängen als auch bei den Zugängen. Insgesamt zeichnet sich ein schlechteres Ergebnis als geplant ab“, sagt Finanzbürgermeisterin Carolin Jenkner.
Erst einmal keine Entspannung in Sicht
Ende Juni hat zudem ein Bund-Länder-Treffen stattgefunden. Dort wurden zukünftige Entlastungen für die Kommunen beschlossen. „Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick positiv. Wir rechnen aber kurzfristig mit keinen zusätzlichen finanziellen Mitteln. Und die Lage ist ernst. Aktuell wird damit gerechnet, dass in Deutschland 95 Prozent der Kommunen keinen ausgeglichenen Haushalt haben werden“, sagt Horn.
„Die aktuelle Entwicklung der Zahlen in Freiburg wird sich auch auf die Planung des Doppelhaushaltes 2027/2028 auswirken“, blickt Jenkner voraus.
