Milliarden-Investition geplant
: Freiburger KI-Start-up Prior Labs gehört nun offiziell zu SAP

Knapp drei Monate nach der Ankündigung ist nun alles durch: Der Walldorfer Software-Riese SAP hat das Freiburger Start-up Prior Labs übernommen. Mehr als eine Milliarde Euro sollen in den kommenden vier Jahren investiert werden.
Von
Felix Paschke
Freiburg
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SAP

Der Software-Konzern SAP hat die Übernahme des Freiburger Start-ups Prior Labs abgeschlossen und will in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro investieren.

Uwe Anspach/dpa (Symbolfoto)
  • SAP schließt die Übernahme des Freiburger KI-Start-ups Prior Labs ab.
  • Der Konzern plant mehr als eine Milliarde Euro Investitionen in den nächsten vier Jahren.
  • Prior Labs gilt als Pionier für Tabellarische Foundation Models – sie verbessern Prognosen aus Geschäftsdaten.
  • Das Bundeskartellamt gab Anfang Juli sein Okay, danach bestätigte SAP den Abschluss am 17. Juli.
  • Prior Labs bleibt als unabhängige Einheit in der SAP-Familie und soll global ausgebaut werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gut eineinhalb Jahre, nachdem Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir in Freiburg das Start-up Prior Labs gegründet haben, gehört das Unternehmen jetzt offiziell zu SAP. Am 17. Juli gab der Software-Riese aus Walldorf in Nordbaden bekannt, dass die Anfang Mai angekündigte Übernahme abgeschlossen ist. Zuvor hatte bereits Anfang Juli das Bundeskartellamt sein „Okay“ für die Übernahme gegeben.

Prior Labs mit Hauptsitz in Freiburg gilt als Pionier für Tabellarische Foundation Models (TFMs), die KI-Modellen ein besseres Zahlen-, Tabellen- und Statistikverständnis ermöglichen sollen. Große Sprachmodelle (LLMs) wie zum Beispiel ChatGPT haben Schwierigkeiten, genaue Vorhersagen zu strukturierten Geschäftsdaten zu treffen.

TFMs dagegen sind laut SAP speziell für diese Art von Daten konzipiert und können auf der Grundlage tabellarischer Daten wie Zahlungsverzögerungen, Lieferantenrisiken, Upselling-Möglichkeiten, Kundenabwanderungsrisiko und mehr Geschäftsergebnisse genau vorhersagen.

KI-Modell soll mit jedem Datensatz funktionieren

„Bei Prior Labs haben wir ein KI-Modell entwickelt, das sofort mit jedem beliebigen Tabellendatensatz funktioniert – ohne dass ein individuelles Training erforderlich ist. Anstatt lange Zeit damit zu verbringen, ein Modell zu entwickeln, können die Data Scientists jetzt in Sekundenschnelle aktuelle Vorhersagen treffen“, sagte Gründer Hutter im April in einem Interview mit „deutsche-startups.de“.

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Genau daran hat auch der Software-Konzern SAP Interesse. „Die Übernahme erfolgte, um SAPs Erfolg bei TFMs, der mit SAP-RPT-1 begann, zu beschleunigen und eines der weltweit führenden TFM-Forschungsteams in die SAP-Familie zu bringen, wo Prior Labs als unabhängige Einheit agieren wird“, schreibt SAP in seiner Pressemitteilung.

DAX-Konzern will mehr als eine Milliarde Euro investieren

Um Prior Labs zu einem global führenden Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten auszubauen, will der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro investieren.

Übernahme durch SAP eröffnet neue Möglichkeiten

„In den letzten 18 Monaten hat Prior Labs ein unglaubliches Team aufgebaut und die Entwicklungsgeschwindigkeit bei tabellarischen Grundmodellen gesteigert“, sagte CEO Hutter bereits im Rahmen der Übernahmeankündigung im Mai 2026. „Der geplante Beitritt zur SAP-Familie verschafft uns die Ressourcen, die Datenumgebung und die Kundenreichweite, um das volle Potenzial dieser Kategorie auszuschöpfen“, so der Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Freiburg. Für seine Arbeit bei Prior Labs hat die Hochschule ihn freigestellt.