Freiburger Kulturgut „Lange Rote“
: Wurstbuden auf dem Münstermarkt werden neu ausgeschrieben

Turnusmäßig werden die Imbissstände auf dem Freiburger Münsterplatz neu angeschrieben. Neu ist dabei die Ausschreibung eines Standplatzes für Crêpes und Waffeln.
Von
Ralf Deckert
Freiburg
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Die "Lange Rote" gehört zu Freiburg wie das Bächle und das Münster.

Die "Lange Rote" gehört zu Freiburg wie das Bächle und das Münster.

FWTM/Schneider-Wood
  • FWTM schreibt Imbissstände auf dem Freiburger Münsterplatz für fünf Jahre neu aus.
  • Bewerbungen laufen online und starten am Samstag – Frist bis Ende Januar 2027.
  • Bis zu sechs Wurststände sind geplant, dazu Stände für Crêpes, Waffeln, Kaffee und Kartoffeln.
  • Der Gemeinderat passte Richtlinien an, Zulassungen auf Widerruf sorgten für Unmut.
  • „Lange Rote“ hat lange Tradition; 2013/2014 sorgte ein „Wurstprozess“ für Schlagzeilen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Sie ist ein Wahrzeichen Freiburgs wie das Münster, die Bächle und der Schauinsland: Die „Lange Rote“ ist seit Jahrzehnten der Traditionsimbiss für jeden, der den Münstermarkt besucht. Die Bratwurst, die es wahlweise vom Rost oder aus der fetttriefenden Pfanne gibt, ist der Pflicht-Snack für Einheimische, Besucher und auch Veganer, seit es Tofu-Würste auf dem Platz gibt.

Nun werden die Bratwurststände von der Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM, die den Münstermarkt veranstaltet, turnusmäßig für die kommenden fünf Jahre neu ausgeschrieben. Am Samstag startet die Bewerbungsfrist, sie dauert bis Ende Januar 2027. Erstmals werden Bewerbungen nur noch online angenommen.

Auch ein Stand für Waffeln und Crêpes geplant

Bis zu sechs Wurststände will man vergeben, so die FWTM. Zum Zug kommt, wer einen „attraktiven“ Stand vorweisen kann, „Qualität“ bei Waren und Dienstleistung sowie die entsprechende Erfahrung mitbringt. Zusätzlich soll erstmals ein ganztägiger Stand für Waffeln und Crêpes eingerichtet werden, dazu ein Anbieter für regionale Kartoffelspezialitäten und ein Kaffeestand.

Der Freiburger Gemeinderat hatte die Zulassungsrichtlinien im Oktober entsprechend angepasst, was für Unmut unter den Beschickern gesorgt hatte, weil die FWTM unter anderem nun Zulassungen auf Widerruf einführt. Im Tagesgeschäft werde das aber nichts ändern, hatte die FWTM betont; man folge lediglich rechtlichen Vorgaben.

Die Wurst am Münster hat eine lange Tradition

Heiße Wurst auf dem Münsterplatz gibt es in Freiburg seit knapp 80 Jahren. In den Anfängen wurden allerdings kurze, helle Brühwürste angeboten. Bratwürste ergänzten bald das Angebot, und die Zahl der Wurststände stieg bis in die Siebzigerjahre auf der Nordseite des Platzes gegenüber der Stadtbibliothek auf vier Wurstbuden an, bevor es auch auf der Südseite zwischen dem Kirchenbauwerk und dem Historischem Kaufhaus eine Bude für die Wurst gab. 2011 wurde dann ein sechster Anbieter zugelassen, weil die EU mehr Wettbewerb forderte.

Die echte „Lange Rote“ kommt ohne Haut, Curryketchup oder Kräuter aus und wird in voller Länge mit Zwiebeln im Brötchen (in Freiburg: „Weckle“) serviert. Eine geknickte Wurst ist zwar praktischer zu essen, galt in der Vergangenheit aber häufig als „Touristenwurst“, weil Einheimische so eine Wurst nicht kaufen wollten. Und statt einer Serviette wird die Wurst eigentlich im Einwickelpapier ausgegeben.

Prozess vor sorgte für Schlagzeilen

Für Schlagzeilen sorgte in den Jahren 2013 und 2014 ein monatelanger „Wurstprozess“ vor dem Freiburger Amtsgericht, bei dem ein Metzger aus Freiburg zu einer hohen fünfstelligen Geldstrafe verurteilt wurde, weil er am Finanzamt vorbei „Lange Rote“ an mehrere Wurstverkäufer auf dem Münsterplatz verkauft hatte.

Der Fall konnte nicht mehr komplett geklärt werden. Es stand aber der Verdacht im Raum, dass über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg ein hoher Prozentsatz von „Langen Roten“ in Wirklichkeit „Lange Schwarze“ gewesen sein könnte.