„Familienrathaus“ nimmt Form an
: Freiburg investiert 111 Millionen Euro in neues Gebäude

Rund 111 Millionen Euro nimmt die Stadt Freiburg in die Hand, um in direkter Nachbarschaft zum Rathaus im Stühlinger ein weiteres Gebäude zu errichten.
Von
Alexander Blessing
Oberndorf
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Auch im Inneren des neuen Rathauses ist die ovale Form zu erkennen.

Alexander Blessing

„Eigentlich sind wir für ein Richtfest fast etwas zu spät dran“, sagt Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag (parteilos). 361 Tage nach der Grundsteinlegung hat das neue Rathausgebäude bereits große Teiler seiner Fassade und des Dachs erhalten.

„Das Bauprojekt liegt derzeit voll im Zeit- und auch im Kostenrahmen“, betont auch Oberbürgermeister Martin Horn im Rahmen des Richtfests. Angesichts des 111 Millionen Euro teuren Bauprojektes sei dies keine Selbstverständlichkeit. Auch nicht, „mit welche Tempo hier gearbeitet wird“, so der OB.

In direkter Nachbarschaft zum Rathaus im Stühlinger (RIS), in der der Bürgerservice im Erdgeschoss untergebracht ist, entsteht derzeit ein zweites nahezu baugleiches Gebäude.

Zentrale Anlaufstelle für Freiburger Familien

Der Neubau (RIS B) erhält, genau wie das bereits bestehende Gebäude (RIS A), eine ovale Form und ist nahezu gleich groß. „Durch die ovale Form soll die Größe der Gebäude nicht so herausstechen“, erklärt Architekt Christoph Ingenhoven seine Idee.

Beim neuen Rathaus im Stühlinger wurde Richtfest gefeiert.

Foto: Alexander Blessing

In die Räume des neuen Rathauses sollen vor allem das Amt für Kinder und Jugend, das Amt für städtische Kindertageseinrichtungen sowie das Amt für Schule und Bildung einziehen. Deshalb wird auch vom „Familienrathaus“ gesprochen. „Wir rücken die Familien in den Mittelpunkt. Und wir bieten ihnen durch das neue Gebäude kürzere Wege“, erklärt die Bürgermeisterin Christine Buchheit. Familien sollen künftig für einen Antrag, der verschiedene Ämter oder Dienststellen betrifft – etwa beim Recht auf einen Ganztagsanspruch – nicht mehr an verschiedene Orte in der Stadt fahren müssen. Künftig sollen diese Anliegen unter einem Dach geregelt werden können, so Buchheit. Auch der Austausch zwischen den Mitarbeitern sei so einfacher und schaffe weitere Synergieeffekte.

Bündelung von Familienthemen

Neben der Bündelung von familiennahen Leistungen sollen durch den Neubau auch Mietkosten für anderen Außenstellen wegfallen. Etwa für das Gebäude am Fahnenbergplatz, in dem derzeit noch viele Ämter untergebracht sind. Außerdem profitieren auch die Bürger, da für sie künftig „die meistnachgefragten Leistungen an einem Ort angeboten“ werden, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.

Die Fläche über alle Etagen beträgt rund 22 000 Quadratmeter und bietet Platz für rund 800 Mitarbeiter. Beim Bau des RIS B will die Stadt ebenfalls wie beim RIS A neue Maßstäbe setzten: Rechnerisch ist der Energiebedarf für die Wärme- und Kälteversorgung beim Neubau 30 Prozent geringer, als beim benachbarten RIS A.

Mitarbeiter sollen 2027 einziehen

Und auch in Sachen Mobilität will die Stadt einen weiteren Schritt nach vorne machen. Unter dem Familienrathaus entstehen in einer Tiefgarage 600 Stellplätze für Fahrräder sowie Spinden und Duschen.

Neben den Rohbauarbeiten haben bereits Anbeten am Innenausbau begonnen. Die Fertigstellung des Baus soll bis Ende 2026 erfolgen. Die Büros sollen im Laufes des Jahres 2027 besetzt werden.

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