Betrug mit Leiharbeitern: Freiburger Spediteur und Partnerin aus Litauen zu hoher Geldstrafe verurteilt

Das Hauptzollamt in Lörrach hat einen Transportunternehmer mit einer hohen Geldbuße belegt. (Symbolfoto)
Hendrik Schmidt/dpa- Zoll deckt Scheinverleih auf: Freiburger Spediteur nutzte litauische Fahrer exklusiv.
- Über 40 Lkw-Fahrer waren in Litauen angestellt, arbeiteten aber nur für den Betrieb.
- So sollten hiesige Sozialabgaben und höhere Löhne umgangen werden – vollständig integriert.
- Hauptzollamt Lörrach verhängte Bußgelder: 20.000 Euro für die Verleiherin, 15.000 Euro für den Unternehmer.
- Der Fall galt den Ermittlern als besonders gut organisiert und in dieser Größe selten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn ein hiesiger Unternehmer ausländische Leiharbeiter einsetzt, die in Wirklichkeit aber wie Angestellte einzig von diesem einen Arbeitgeber abhängig sind, dann ist das ein Fall für den Zoll.
Bei einer Kontrolle bei einem Spediteur aus dem Raum Freiburg haben die Fahnder nun ein besonders gut organisiertes Beispiel für diese Form von Geschäftemacherei auf dem Rücken der Beschäftigten und der Sozialkassen in Deutschland aufgedeckt: Der Fuhrunternehmer beschäftigte über 40 Lkw-Fahrer aus Litauen, die alle dort bei zwei Fuhrunternehmen angestellt waren, welche die Fahrer im Rahmen von Werkverträgen nach Deutschland „verliehen“.
Dadurch konnte der Unternehmer aus dem Raum Freiburg, für den die Fahrer ausschließlich tätig waren und in dessen Geschäftsabläufe sie komplett integriert waren, nicht nur hiesige Sozialabgaben für seine Arbeitnehmer umgehen, er konnte auch beim Lohn kräftig sparen.
Warum die Strafe so hoch ausfällt
In Litauen werden die fälligen Sozialabgaben nahezu komplett vom Arbeitnehmer bezahlt, und Lkw-Fahrer verdienen dort auch deutlich weniger, als wenn sie in Deutschland angestellt wären.
Der Fall sei in dieser Größenordnung vergleichsweise einzigartig, so Zoll-Sprecherin Antje Bendel vom Hauptzollamt in Lörrach auf Nachfrage unserer Redaktion. Deshalb wurden auch recht saftige Geldbußen in Höhe von 20.000 Euro gegen die litauische Verleiherin der Fahrer und 15.000 Euro gegen den Unternehmer aus der Region erlassen, die mittlerweile alle rechtskräftig geworden sind.