170 neue Namen auf Gedenktafel
: Team des Freiburger NS-Dokuzentrums hat weitere Schicksale erforscht

Im Gedenkraum des Dokuzentrums Nationalsozialismus in Freiburg wurden 170 Personen ergänzt, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt wurden.
Von
red
Oberndorf
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Die 1048 Namen auf der Gedenktafel im Gedenkraum wurden nun um 170 neue Namen ergänzt.

Alexander Blessing

Der Gedenkraum im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) erinnert an Freiburger, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt wurden. Dank intensiver Forschungsarbeiten können nun rund 170 Namen ergänzt werden – ab Dienstag, 16. Juni, sind sie im Gedenkraum zu sehen. Aus diesem Anlass lädt das DZNS zu einer Mitmachaktion am Rotteckring, Führungen und dem Lesen der neu aufgenommenen Namen ein.

Bisher waren im Gedenkraum die Namen von 1048 Menschen mit Verbindung zu Freiburg zu sehen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden oder aufgrund der Verfolgung gestorben sind. Seit der Eröffnung des Hauses im März 2025 führt das Team die Recherchen kontinuierlich weiter, erschließt Archivmaterial und Datenbanken und geht Hinweisen von Angehörigen oder Initiativen nach.

Biografien auch in der Museums-App hinterlegt

Die Museen Freiburg-App bietet zu allen genannten Personen Kurzbiografien sowie Informationen zum Kontext ihrer Verfolgung. Interessierte können die App vor Ort auf Leihgeräten oder per Download auf dem eigenen Smartphone nutzen.

Ermöglicht wurden die Recherchen durch eine einmalige Förderung des Landtags Baden-Württemberg sowie eine Projektförderung des Fördervereins des Dokumentationszentrums. Um die Arbeit künftig weiterzuführen, bedarf es weiterer Mittel. Das Team des DZNS ist dankbar für Hinweise zur Ergänzung weiterer Personen sowie zur Vervollständigung bestehender Biografien unter dzns@freiburg.de.

Erweiterung wird mit Aktionstag gefeiert

Die Erweiterung des Gedenkraums am Dienstag, 16. Juni, wird von verschiedenen Veranstaltungen begleitet. Von 11 bis 16 Uhr findet am Rotteckring vor dem Gebäude eine Mitmachaktion statt. Unter dem Motto „Ich schreibe deinen Namen“ machen die Teilnehmer die neu recherchierten Namen gemeinsam im öffentlichen Raum sichtbar. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um 12.30 Uhr spricht Julia Wolrab, wissenschaftliche Leiterin des DZNS, bei einer Kurzführung im Haus über die Erweiterung des Erinnerungsortes und stellt ausgewählte Biografien vor. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Die Buchung eines kostenfreien Veranstaltungstickets im Online-Shop oder an der Kasse vor Ort ist erforderlich. Das gesamte Programm gibt es auch online unter www.museen.freiburg.de/aktuelles .