Schockanruf in Donaueschingen: 85-Jährige übergibt Wertsachen an Betrüger

Eine Seniorin ist am Donnerstag Opfer eines Schockanrufs geworden. (Symbolfoto)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- In Donaueschingen fiel eine 85-Jährige einem Schockanruf zum Opfer und übergab Wertsachen.
- Täter gaben sich als Staatsanwalt und Polizistin aus – angeblicher Unfall des Sohnes als Vorwand.
- Übergabe an unbekannten Abholer am Donnerstagabend; Kripo Rottweil ermittelt.
- Beschreibung des Abholers: 30–40 Jahre, schlank, kurze Haare, hell gekleidet, sprach Hochdeutsch.
- Polizei warnt: sofort auflegen, Angehörige selbst anrufen und niemals Wertsachen als Kaution geben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die 85-Jährige erhielt laut Polizei am Donnerstag zunächst mehrere Anrufe auf ihrem Festnetzanschluss. Ein Mann gab sich als Staatsanwalt aus, anschließend meldete sich eine vermeintliche Polizeibeamtin. Die Anrufer behaupteten, der Sohn der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und dabei eine Frau getötet.
Um eine angeblich drohende Haftstrafe abzuwenden, müsse die Frau eine Kaution hinterlegen, in Höhe ihrer Wertgegenstände. In dem Glauben, damit ihrem Sohn zu helfen, kam die Seniorin nach Angaben der Polizei der Forderung nach.
Am Donnerstagabend übergab sie schließlich eine Tasche mit ihren Wertsachen an einen bislang unbekannten Abholer.
So sah der Tatverdächtige aus
Der Mann wird wie folgt beschrieben: etwa 30 bis 40 Jahre alt, schlanke Statur, kurze Haare, sprach Hochdeutsch und trug helle Kleidung.
Die Kriminalpolizei Rottweil hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, denen am Donnerstag zwischen 19 und 20 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Moltkestraße aufgefallen sind, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0741/4770 bei der Polizei zu melden.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei warnt erneut eindringlich vor der Betrugsmasche. Bei einem sogenannten Schockanruf sollten Betroffene sofort auflegen und ihre Angehörigen anschließend über die ihnen bekannte Telefonnummer selbst kontaktieren.
Ist der Angehörige nicht unmittelbar erreichbar, sollte man sich keinesfalls unter Druck setzen lassen. Stattdessen kann man sich zunächst bei Vertrauenspersonen oder der Polizei Rat holen.
Polizei fordert nie Wertgegenstände
Wichtig: Polizei, Staatsanwaltschaft und andere Amtsträger fordern niemals die Herausgabe von Wertsachen oder Bargeld als Kaution.
Wer einen verdächtigen Anruf eines angeblichen Polizisten oder anderen Amtsträgers erhält, sollte sofort auflegen. Bei einem konkreten Betrugsverdacht kann die Polizei unter 110 verständigt werden.
Die Polizei weist außerdem darauf hin, dass Telefonbetrüger ihre Opfer häufig anhand von Vornamen aus Telefonbucheinträgen auswählen, die sie älteren Menschen zuordnen. Das Löschen oder Ändern des eigenen Telefonbucheintrags kann daher dazu beitragen, solche Anrufe zu vermeiden.