Schicksalsschlag in Donaueschingen: „Eine letzte große Reise für unsere Mama“ – Familie sammelt Spenden

Der Albtraum begann am 31. Oktober 2025, als Angelika Tritschler-Nicklaus einen schweren Schlaganfall erlitt. (Symbolfoto)
Silvia MarksSchwere Schicksalsschläge können einen aus der Bahn werfen. Auch Familie Nicklaus aus Donaueschingen musste einen solchen verkraften. Der Albtraum begann am 31. Oktober 2025, als Angelika Tritschler-Nicklaus einen schweren Schlaganfall erlitt. Sie wurde direkt auf die Intensivstation des Klinikums in Villingen gebracht.
Dort kam dann die böse Überraschung, die ihr Leben für immer verändern sollte: Bei der Mutter von fünf Kindern wurde Lungenkrebs entdeckt, der sich bereits in einem so weit fortgeschrittenen Stadium befand, dass er nicht mehr heilbar gewesen ist. Ab da begann die 63-Jährige mit Chemotherapie und nun auch mit Immuntherapie. Zudem habe sie neulich eine Bluttransfusion erhalten, da rote Blutkörperchen mangelten.

Zur Familie gehören außerdem die beiden Hunde Holly und Anna, die Angelika täglich Kraft schenken.
Foto: Melissa NicklausAuch die Folgen dieser Krankheit, Depressionen und extreme körperliche Schmerzen, machen es für sie zusätzlich schwerer. „Sie ist auf Sauerstoff angewiesen und kann nicht länger als zehn Minuten zu Fuß gehen. Danach muss sie im Rollstuhl sitzen“, erzählt ihre Tochter Melissa Nicklaus. Sie erinnert sich daran, wie ihre Mutter gerne mit den beiden Familienhunden Holly und Anna spazieren gegangen ist. „Das fehlt Mama jetzt.“
„Zeit ist das Wertvollste geworden, was wir haben“
„Der Alltag ist eher stressig und angespannt. Die Situation mit unserer Mama ist für uns immer noch relativ neu“, erklärt Nicklaus im weiteren Gespräch. Auch für den 43-jährigen Bruder Günter, der aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung Unterstützungsbedarf hat, sei die Situation nicht einfach. „Im Kopf ist er wie ein Dreijähriger und meine Mama hat sich immer um ihn gekümmert und ihn gepflegt.“
Um ihren Eltern, Jean-Yves und Angelika, sowie ihrem Bruder Günter diese schwierige Zeit ein wenig zu erleichtern und gemeinsame Zeit zu schenken, hatten Melissa, ihre ältere Schwester Yasmina und die kleinere Schwester Jessica die Idee, für sie eine unvergessliche Weltreise zu organisieren. „Denn Zeit ist das Wertvollste geworden, was wir haben“, fügt Nicklaus hinzu.
Die Idee dazu entstand, als sie einen ähnlichen Aufruf auf der Spendenplattform GoFundMe sahen. „Warum soll ich es nicht auch für meine Eltern probieren?“, dachte sich dabei die 22-Jährige. Schließlich seien ihre Eltern vor der Diagnose gerne mit ihrem Wohnmobil gereist. Dabei soll, wie Nicklaus im Spendenaufruf erläutert, es nicht um Luxus gehen, „sondern darum, noch gemeinsame Erinnerungen zu schaffen, solange es möglich ist.“

Mit dem Spendenaufruf wollen Melissa und ihre Geschwister ihren Eltern eine gemeinsame Weltreise mit dem Wohnmobil ermöglichen.
Foto: Melissa NicklausSpendenaktion für Mutter gestartet
Mit auf die Reise sollen zudem die beiden Hündinnen Holly und Anna, die „ihrer Mutter täglich Kraft schenken“. Wohin soll die Reise als Erstes gehen? „Sie reden die ganze Zeit über Kroatien und wie gerne sie dorthin reisen möchten“, erzählt Nicklaus.
Seit der Veröffentlichung des Spendenaufrufs Ende Mai wurden bei 51 Spenden insgesamt 1375 Euro von den angestrebten 6000 Euro gesammelt. Die Eltern ahnen noch nichts von den Plänen der Kinder, denn die Aktion ist als Überraschung gestartet. „Für die Überreichung würden wir eine Kiste besorgen, in der wir einen Brief von allen Kindern, das gespendete Geld und eine Liste der Spender, die uns bei diesem Herzenswunsch geholfen haben, aufbewahren.“
Spendenaufruf
„Wir möchten unseren Eltern eine gemeinsame Weltreise mit dem Wohnmobil ermöglichen – zusammen als Familie, mit unseren Hunden und meinem Bruder. Nicht wegen Luxus, sondern um noch gemeinsame Erinnerungen zu schaffen, solange es möglich ist. Jede Spende hilft uns dabei, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Und selbst wenn jemand nicht spenden kann, hilft auch jedes Teilen von Herzen weiter“, schreibt Nicklaus auf der Spendenplattform.
Mehr Informationen unter www.gofundme.com/eine-letzte-groe-reise-fur-unsere-mama