Projekt gescheitert: Zukunft des Unterkirnacher Stadthofs noch ungewiss

Manfred Nirwing hat viel Zeit in die Planung der zukünftigen Wohnungen im alten Stadthof investiert. Nun hofft er, dass das Projekt weitergeht.
Hella SchimkatVierzig Jahre war der Stadthof im Besitz von Josef Hug, der den Stadthof in dritter Generation betrieben hatte. Ende Mai 2021 übergab Josef Hug den Schlüssel an Hartmut Benzing, dem er den Stadthof aus Altersgründen verkauft hatte.
Dieser hatte große Pläne, wollte den unter Denkmalschutz stehenden Stadthof sanieren. In das Obergeschoss sollte eine ambulante Tagespflegestelle eingerichtet werden, im Erdgeschoss sollte eine kleine Gaststätte bleiben und ein kleiner Hofladen einziehen.
Ferner wollte Benzing rechts und links des historischen Gebäudes zwei Wohngebäude erstellen, auf Wunsch sollte in den Wohnungen Betreutes Wohnen angeboten werden.
Doch jetzt kam das Aus für das gesamte Projekt: Benzing zog sich zurück und erklärte, aus verschiedenen Gründen werde er das Projekt nicht realisieren.
Interesse an Wohnungen
Unsere Redaktion sprach mit Manfred Nirwing, Inhaber der Firma Immobilien Nirwing, der die 16 zukünftigen neuen Wohnungen verkaufen sollte, viel Arbeit investierte und jetzt nicht weiß, ob es für ihn weitergehen werde. Wenn nicht, habe er sozusagen für „lau“ gearbeitet, erklärte er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Schon im Jahr 2022 habe es mit Benzing, Bürgermeister Andreas Braun und ihm Vorgespräche gegeben, wo ihm die Pläne vorgestellt wurden, so Nirwing. „Am 22. Juni 2024 gab es einen Infotermin im Stadthof, an dem ich meine Pläne für 16 Wohnungen in den beiden zu erstellenden Gebäuden vorstellte“, erklärte Nirwing. Die Wohnungen sollten verkauft werden mit der Option zum Vermieten, wenn Kapitalanleger daran interessiert waren.
Der Bedarf sei da gewesen, nach dem Infotag seien viele Interessenten zu ihm in seine Büroräume gekommen, vor allem Unterkirnacher Bürger, aber auch Interessenten aus der näheren Region. Im Gespräch mit unserer Redaktion holte Nirwing einen Ordner, gefüllt mit vielen Plänen und Planungen für Interessenten. „Ich bin schon im Detail gewesen mit Anpassungen an verschiedene Änderungswünsche, das war bis heute sehr viel Arbeit“, betonte er.
Viele Veränderungen
In den letzten zwei bis drei Jahren habe es viele Veränderungen gegeben, die Banken änderten ihre Kriterien für Kredite, es gab neue Bauvorschriften, das Denkmalamt für den Stadthof habe auch mitgesprochen, so Nirwing.
An den Grundstücken und Stellplätzen scheiterte es nach Informationen unserer Redaktion vermutlich nicht. Ob wie bei vielen Projekten in der Region auch hier teure Baukosten und Finanzierungsmodelle der Verwirklichung im Wege standen, ist ungewiss. Klar ist für Nirwing aber: „Es ist so schade für den Ort Unterkirnach. Sollte es mit einem neuen Besitzer, sofern es den geben wird, weitergehen, bin ich dabei. Ich sehe hier großes Potential“, betonte er abschließend.
Zu den weiteren Plänen für den Stadthof äußerte sich Bürgermeister Andreas Braun auf Nachfrage unserer Redaktion nicht.
Nun bleibt abzuwarten, wie es mit dem mehr als 300 Jahre alten Gebäude in Zukunft weitergeht.