Naturschutzgroßprojekt Baar
: Seit zehn Jahren im Artenschutz aktiv

Projektleiter Thomas Kring berichtet im Gemeinderat Hüfingen über bereits verwirklichte und bevorstehende Vorhaben. Er bilanziert diverse Erfolge.
Von
Rainer Bombardi
Oberndorf
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Projektleiter Thomas Kring (rechts) ist mit seinem Team regelmäßig auf Märkten anzutreffen, auf denen er das Naturschutzgroßprojekt Baar präsentiert.

Rainer Bombardi

Seit zehn Jahren wirkt Hüfingen im Naturschutzgroßprojekt (NSG) Baar mit. In dieser Zeit profitierte die Stadt auf ihrer Gemarkung in vier Fördergebieten von den Zielsetzungen, diverse Flächen für den Arten- und Biotopschutz zu sichern und zu optimieren sowie den Biotopverbund auf der Baar und zu den angrenzenden Gebieten zu fördern.

In öffentlicher Sitzung präsentierte Projektleiter Thomas Kring einen Erfolgsbericht der bisher umgesetzten Maßnahmen auf der Jungviehweide in Mundelfingen, im Gebiet Deggenreuschen-Rauschachen inklusive Orchideenwald und der Baaralb bei Fürstenberg. Im Fördergebiet Riedseen ging Kring vor allem auf die bevorstehende Umsetzung des Besucherlenkungskonzepts, die Weiterentwicklung von Flachwasserzonen und die Ansiedlung von Wasserbüffeln ein.

Auf Hüfinger Gemarkung ist Kring zudem mit Johannes Geißler im Austausch, den die Verwaltung vor rund einem Jahr zum Biotopbeauftragten und Nachfolger von Peter Marx ernannte. „Der Fokus meiner Zuständigkeit liegt auf allem, was mit dem Thema Naturschutz auf Hüfinger Gemarkung zu tun hat“, beschrieb Geißler den Umfang seines Aufgabenbereichs. Am Beispiel der Pflege von mehr als 200 Gehölzen auf der Jungviehweide beschrieb er die sehr gute Kooperation mit dem NSG Baar.

Orchideenlehrpfad gepflegt

In den Fokus seiner Tätigkeiten im ersten Jahr rückte er zudem die Pflege und Weiterentwicklung des Orchideenlehrpfads. Auch der Biber gehört zu den Dauerthemen, die den Biotopbeauftragten beschäftigen. „Dank Bürokratieabbau und einer Modifizierung der Biberschutzverordnung erhoffen wir uns ein schnelleres Vorgehen“, teilte Geißler insbesondere in Bezug auf die landwirtschaftlichen Belange mit. Kerstin Skodell (SPD) beschrieb zehn Jahre NSG Baar als eine Erfolgsgeschichte, die die Umsetzung vieler sinnvoller auch in der Bevölkerung wahrgenommener Maßnahmen beinhaltet.

Die Riedseen sind ein Natur- und Freizeitparadies. Wichtig ist es, beiden Bereichen Räume zuzuweisen.

Foto: Roland Sigwart (Archiv)

Als aktuelles Beispiel führte Skodell die Wasserbüffel oder das Lenkungskonzept um die Riedseen an. Kring teilte mit, dass diesbezüglich keine speziellen Wanderungen und Exkursionen geplant sind und verwies auf den geplanten Bau von Aussichtsplattformen. Michael Steinemann (Freies Forum) beschrieb die Diskussionen um den Riedsee als ein sensibles Thema für die Bevölkerung. Kring teilte mit, dass es in Zusammenhang mit den bevorstehenden Maßnahmen und Umzäunungen der Rundweg um den Riedsee in der jetzigen Form nicht mehr existieren wird. „Auch die Segler müssen wohl mit einem neuen Standort vorliebnehmen“, ergänzte Kring.

Wasserbüffel keine Exoten

Eine deutliche Abgrenzung zwischen den Bereichen, auf denen sich die Menschen bewegen dürfen, erfolgt über die geplanten Umzäunungen. „Wasserbüffel waren vor ihrer Ausrottung bis vor rund 100 Jahren heimisch in der Region“, widerlegte Kring Befürchtungen, deren Ansiedlung könnte exotisch sein. Markus Leichenauer (CDU) erfuhr, dass aufgrund der Aussichtsplattformen der Nacktbadebereich nicht beeinträchtigt wird.

Kring stufte den Oktober als realistischen Zeitpunkt für die in Zusammenhang mit dem Anlegen weiterer Flachwasserzonen geplanten Gehölzmaßnahmen und Erdarbeiten am Riedsee ein.

Das Ende der kompletten Maßnahme ist für den Herbst 2027 terminiert. Am Fürstenberg ist über einen Flächentausch mit der Gemeinde und den Einbezug käuflich erworbener Flurstücke auf einer zusammenhängenden Fläche der Umbau zu einem Lichtwald geplant.

383 Hektar

Gebiet
Das gesamte innerhalb des NSG auf Hüfinger Gemarkung geförderte Gebiet misst rund 383 Hektar und teilt sich zu rund zwei Dritteln auf die Baaralb bei Fürstenberg und das Gebiet Deggenreuschen-Rauschachen sowie zu einem Drittel auf die Jungviehweide Mundelfingen und die Riedseen auf.  

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