Aqualino in Unterkirnach: Jugendzentrum steht auf dem Prüfstand

Für das Gebäude des ehemaligen Hallenbads Aqualino gibt es das Betriebskonzept „The Forest“, einem Jugend- und Begegnungszentrum mit optisch pfiffigen Waldelementen.
Ulrich SchlenkerDie Verwaltung hat ein Konzept zur Umnutzung des ehemaligen Hallenbads Aqualino vorgelegt. Der Gemeinderat gab hierfür noch kein grünes Licht.
John Mohr, Leiter für Marketing und Tourismus, stellte den Entwurf für die Nachnutzung des Aqualino-Gebäudes vor. Gestalterisch und gedanklich stehe das Konzept unter dem Namen „The Forest“, weil es wie im Wald um Gemeinschaft gehe, ließ die treibende Kraft hinter dem Freizeitprojekt wissen. Vorwiegend ist dies auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet.
Gespickt mit zahlreichen Ideen ist die geplante Umgestaltung des Hallenbadgebäudes. Eine Lounge lädt zum gemütlichen Rückzug ein. Wer Bewegung sucht, kann diese beim Basketball auf einem mit Luft gefüllten Mattenboden oder beim Freiklettern finden, bei dem der Kletterweg digital vorgegeben wird. Auch ein Fitnessraum ist geplant. Ein riesengroßer Flipper im Schwarzwalddesign soll zum gemeinsamen Spiel einladen. Zudem ist ein Raum für Spiele mit virtueller Realität geplant.
Bürgermeister Andreas Braun beleuchtete die Wirtschaftlichkeit. Auf 1,25 Millionen Euro werden sich die Anfangskosten belaufen, eine Förderzusage des Landes in Höhe von gut 0,5 Millionen Euro liegt vor. Die verbleibende Investition von rund 0,7 Millionen Euro soll von den Gemeindewerken Unterkirnach getragen werden. „Der Gemeindehaushalt wird nicht belastet“, betonte der Bürgermeister.
Auf auswärtige Gäste angewiesen
Großen Wert legte Braun darauf, dass sich das Betriebskonzept wirtschaftlich trage. In drei Szenarien mit jährlich 26 000 bis 43 500 Besuchern sieht er bei einem Eintrittspreis von neun Euro ein jeweils positives Betriebsergebnis.
„Ich habe noch viele Fragezeichen im Kopf“, gab Martin Kuberczyk zu. Nach seiner Einschätzung werden vorrangig auswärtige Gäste nötig sein, um die kalkulierte Besucherzahl zu erreichen.
Konzept weiterentwickeln
Susanne Ciampa sprach von einer nötigen Weiterentwicklung des Konzepts mit dem Ziel eines „Wow-Effekts“, damit die Besucher immer wieder kommen. Lena Mayer regte an, auch Angebote für die ältere Generation einzubeziehen.
Patrick Seng kritisierte, dass der Gemeinderat erst zu dieser Sitzung des Gremiums das Betriebskonzept erhalten habe. „Wir können heute noch nicht beschließen, dieses Konzept so weiterlaufen zu lassen“, sagte er. Auf seine Anregung wird sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. Juli, mit dem Konzept für das Jugend- und Begegnungszentrum beschäftigen. Die Beschlussvorlage zur weiteren Ausarbeitung des Projekts wurde von der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gestrichen. Besucher der Ratssitzung hatten die Möglichkeit, sich mit einer VR-Brille in einer digitalen Animation anzusehen, wie „The Forest“ künftig aussehen könnte.