Mutmaßlicher Mord in Neuenbürg: Aus Habgier – das sagen die Behörden zum Motiv des Tatverdächtigen

Ende Februar wurde in Neuenbürg ein Mann erschossen. Nun äußerten sich die Behörden zum Motiv – und zur Tatwaffe.
Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa- Anklage wegen Mordes: Ein 40-Jähriger soll in Neuenbürg einen Mann erschossen haben.
- Der 41-Jährige wurde am Morgen des 25. Februar leblos in einem geparkten Ford S-Max gefunden.
- Ermittler gründeten die Soko „Motor“ und durchsuchten am 1. April sieben Objekte.
- Die Festnahme erfolgte am selben Tag in Neuenbürg – der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft.
- Motiv laut Anklage: heimtückischer Mord aus Habgier, um Verbindlichkeiten zu entledigen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Morgen des 25. Februar wurde in Neuenbürg ein lebloser Mann aus dem Enzkreis in einem geparkten Fahrzeug aufgefunden. Den Ermittlungen und den Ergebnissen der Rechtsmedizin zufolge wurde das 41-jährige Opfer erschossen. Der Tatvorwurf lautet Mord.
Jetzt geben die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Pforzheim und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt, dass gegen einen tatverdächtigen 40-jährigen Mann mit italienischer Staatsangehörigkeit Ende August Anklage vor dem Landgericht Karlsruhe erhoben wurde.
Schnell von einem Tötungsdelikt ausgegangen
Das Opfer, ein Mann aus dem westlichen Enzkreis, war am Morgen des 25. Februars in einem geparkten weißen Ford S-Max entdeckt worden. Mutmaßlich wurde er dort, wo er entdeckt wurde, auch getötet. Der Mann hatte als Hausmeister und Lieferant in der Gastronomie gearbeitet.
Die Polizei war aufgrund der Gesamtumstände schnell von einem Tötungsdelikt ausgegangen, hatte die Sonderkommission „Motor“ gegründet und ging hunderten Spuren nach.
Am Morgen des 1. Aprils durchsuchten die Ermittler schließlich sieben Wohn- und Geschäftsgebäude, sechs in Neuenbürg und eines in Pforzheim, um Beweismittel zu finden und mögliche Spuren zu sichern.
Am 13. Mai den Tatablauf rekonstruiert
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe erließ das Amtsgericht in Pforzheim zudem einen Haftbefehl wegen Mordes gegen einen 40-jährigen Tatverdächtigen. Zwischen dem Opfer und dem Tatverdächtigen habe eine Vorbeziehung bestanden, heißt es.
Die Festnahme erfolgte in den Morgenstunden des 1. Aprils in Neuenbürg. Noch am selben Tag wurde der dringend Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte.
Am 13. Mai rekonstruierte die Polizei den Tatablauf am Leichenfundort mit „verschiedenen Maßnahmen“. Der Parkplatz am Enzufer war aus diesem Grund mehrere Stunden abgesperrt.
Um welche Maßnahmen es sich genau handelte, dazu machte die Polizei damals auch auf Nachfrage keine weiteren Angaben.
Da neben der Sonderkommission „Motor“ auch Ballistiker des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg vor Ort waren, liegt zumindest nahe, dass auch geschossen wurde, um Erkenntnisse zu gewinnen.
Zum Motiv des mutmaßlichen Täters hatten sich die Behörden indes noch nicht geäußert – bis jetzt.
Schulden sollen der Grund für den Mord gewesen sein
In der aktuellen Mitteilung erklären Polizei und Staatsanwaltschaft, der Angeschuldigte, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, habe den 41-jährigen Mann erschossen, um sich seiner Verbindlichkeiten gegenüber dem Tatopfer zu entledigen.
Mit anderen Worten: Den Ermittlungen zufolge soll der mutmaßliche Täter beim Opfer Schulden gehabt haben, erklärte Christian Schwab, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim, auf Nachfrage. Um diese nicht bezahlen zu müssen, habe er die Tat begangen. Ihm wird deshalb ein heimtückischer Mord aus Habgier zur Last gelegt.
Die Tatwaffe wurde indes bis heute nicht gefunden, berichtet Schwab. Anhand der gefundenen Patronen sei aber klar, dass es sich um eine Pistole gehandelt habe.
