Thomas Blenke besucht MvLG
: Staatssekretär stellt sich Fragen Calwer Schülern

Was wollten sie einen Staatssekretär schon immer fragen? Das überlegten sich Schüler des Maria-von-Linden-Gymnasiums (MvLG) in Stammheim. Jüngst stand Thomas Blenke, Staatssekretär des Innenministeriums, Rede und Antwort.
Von
Jana Heer
Oberndorf
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Es wurde über die verschiedensten Themen gesprochen.

Jana Heer

Seit 2001 ist Thomas Blenke Landtagsabgeordneter der CDU im Wahlkreis Calw. Und seit etwas mehr als einem Jahr ist Blenke Staatssekretär.

Auf Einladung der Oberstufenberaterin und Gemeinschaftskundelehrerin Evi Baum kam Blenke an das Stammheimer Gymnasium, um sich vorzustellen, aber auch um der Vorstellung politischer Schulorgane zu lauschen und sich Fragen der Schüler zu stellen.

Die Moderation der Veranstaltung, bei der neben der gesamten zwölften Klasse auch die Politik-AG und „Jugend debattiert“ anwesend waren, übernahm Schüler und Politik-AGler Alex Risse.

Blenke erklärte, er freue sich, wieder ans MvLG zu kommen, sein letzter Besuch sei „lange her“. Der Gechinger stellt sich und seinen beruflichen Werdegang – vom Bankkaufmann zum Juristen und Politiker – vor. Die Politik selbst habe bereits seine Jugend geprägt, schon mit 16 Jahren sei er der Jungen Union beigetreten. Von da an ging sein Weg bis zum direkt gewählten Abgeordneten und nun bis zum Staatssekretär.

Debattieren wichtig für Entscheidungsfindung

Seine Zuständigkeit für politische Themen fasst Blenke anschaulich als „alles, wo ein Blaulicht auf dem Dach ist“, zusammen.

Nicht nur der Politiker durfte von sich erzählen: In einer Vorstellung von „Jugend debattiert“ erfuhr Blenke, wie Schüler auf freiwilliger Basis die „Werkzeuge der Demokratie“ erlernen. Besonders wichtig sei dies für eine „politische Entscheidungsfindung“.

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Was genau wird dort gemacht? In Debatten nimmt man eine Meinung ein – auch wenn diese nicht der eigenen entspricht. Zwei Seiten (pro und contra) bereiten sich vor, sammeln Argumente und beginnen zu debattieren, wie auch der Name schon sagt. Am Ende wird jedoch kein Kompromiss gefasst, sondern die Debatte wird offengelassen.

In diesem Fall ging es um die Frage, ob Migration in Deutschland begrenzt werden sollte. Gegliedert in Eröffnungsrede, freie Aussprache und Schlussrede, argumentierte die Pro-Seite damit, mehr Kontrolle an den Grenzen zu erlangen und lieber in Integration zu investieren sowie ein stabiles System zu wahren. Die Contra-Seite argumentierte dagegen unter anderem mit der Verantwortung für die Migranten, Werten und der nötigen Finanzierung von mehr Grenzkontrollen, wenn Migration eingedämmt werden sollte.

Viele Themen diskutiert

Im Anschluss drückte Blenke sein Lob mit den Worten: „Das war absolut stilbildend.“ aus. Mit einem Zwinkern fügte er an, die Teilnehmer „für eine Nachhilfestunde ins Parlament“ einzuladen, da die Diskussion „kontrovers, aber komplett auf der Sachebene“ abgelaufen sei.

Auch die Politik-AG, geleitet von Evi Baum, wurde vorgestellt. Dort diskutieren die Schüler über aktuelle Themen, wie den Nahost-Konflikt oder die US-Präsidentschaftswahl, arbeiten zum Teil im Jugendbeirat der Stadt Calw mit und wirken bei diversen Aktionen, wie auch Gesprächen mit Politikern, mit.

In offener Runde kamen Fragen zur Migrationspolitik, Cyberkriminalität, aber auch zu dem Umgang mit radikaleren Meinungen, möglichen Parteienverboten oder dem Ergebnis der Europawahl auf.

Blenke wollte Pfarrer werden

Immer wieder betonte Blenke die Relevanz eines Zusammenhalts „aller Demokraten“ im Hinblick auf radikale Meinungen. Auch betonte er, dass man zwischen politischen Akteuren und Wählern differenzieren müsse. Es sei die Aufgabe der Demokraten, Menschen, die „verfassungsrechtlich schwierige Parteien wählen, zurückzuholen“.

Auflockerung verschaffte die persönliche Frage nach dem Traumberuf des Staatssekretärs in jungen Jahren. Dieser habe sich überlegt, Pfarrer zu werden, sei allerdings froh, dass er einen anderen Weg gewählt habe, denn was er tut, macht ihm Spaß, wie Blenke erklärt.

Er kam gut an

Nach den unmittelbaren Reaktionen der Schülerschaft zu schließen, kam das Treffen mit dem Politiker positiv an. „Es war nicht so ein Politikersprech, sondern er hatte eine klare Meinung“, heißt es vonseiten einer Schülerin. Auch kam gut an, dass Blenke die Jugendlichen zu politischem Engagement aufrief – parteiunabhängig, wohlgemerkt.

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