Prozessbeginn in Darmstadt: Heimtückischer Mord von hinten? Mann aus Calw vor Gericht

Ein Schild mit der Aufschrift «Justizbehörden Darmstadt - Amtsgericht - Landgericht - Staatsanwaltschaft» hängt am Gebäude der Justizbehörden.
Michael Brandt/dpa- Prozess in Darmstadt: Ein Mann aus Calw steht wegen heimtückischen Mordes vor Gericht.
- Laut Anklage erstach der 44-Jährige am 22. Oktober 2025 einen 36-Jährigen von hinten.
- Opfer und Angeklagter kannten sich seit Jahren – Kontakt auch über eine Pokerrunde.
- Angeklagter schweigt, DNA soll am Opfer gewesen sein – Festnahme am 31. Oktober in Böblingen.
- Schwester gab kurz vor dem Tattag erotische Fotos, sie nannte ihn „einen sehr guten Freund“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen heimtückischen Mordes im südhessischen Lampertheim steht seit Donnerstag ein Mann aus Calw vor dem Landgericht Darmstadt. Der 44-Jährige soll laut Anklage am 22. Oktober 2025 einen 36 Jahre alten Lampertheimer im Keller von dessen Wohnhaus von hinten erstochen haben.
Die beiden Deutschen kannten sich laut Anklage seit vielen Jahren. Der Angeklagte soll vor über 20 Jahren mit der Schwester des Getöteten zusammen gewesen sein. Beide Männer hatten demnach regelmäßig Kontakt, auch in einer gemeinsamen Pokerrunde. Die DNA des Angeklagten soll am Opfer gefunden worden sein, sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner bei einer Zeugenvernehmung.
Über seine Verteidiger ließ der Angeklagte erklären, dass er keine Angaben zur Sache machen werde. Ein Arbeitskollege des Angeklagten, der Berufskraftfahrer ist, beschrieb den verheirateten Vater eines Kita-Kindes als „Pfälzer Frohnatur“. Er könne sich nicht vorstellen, dass der 44-Jährige getötet habe, so der Kollege.
Erotische Fotos für einen „guten Freund“
Die Zeugenvernehmung der 40 Jahre alten Schwester des Getöteten ergab, dass sie über die Jahre stets Kontakt zum Angeklagten hatte. Kurz vor dem Tattag habe sie ihm erotische Fotos von sich gegeben. Sie bezeichnete den Mann als „einen sehr guten Freund“.
Der Getötete war erst am 27. Oktober von seinem Vater und seiner Schwester im Keller gefunden worden, nachdem sie ihn mehrere Tage lang vermisst hatten. Der Angeklagte wurde am 31. Oktober in Böblingen festgenommen und ist in Untersuchungshaft. Für das Schwurgerichtsverfahren sind bislang noch vier Verhandlungstage bis zum 18. August angesetzt.