Protest in Hesse-Stadt: Am Calwer Krankenhaus läuft spektakuläre Streikaktion

Blick auf den Calwer Gesundheitscampus: Das neue Krankenhaus (rechts im Bild) ist seit Mitte April in Betrieb.
Thomas FritschDie Sparpläne der Bundesregierung fürs Gesundheitssystem stoßen auf Widerstand: An baden-württembergischen Krankenhäusern wird am Freitagvormittag gestreikt. Auch der Klinikverbund Südwest (KVSW) beteiligt sich daran. So läuft seit 11 Uhr eine zentrale Veranstaltungen am neuen Krankenhaus in Calw. Nach Angaben des KVSW gibt es eine weitere am Leonberger Krankenhaus.
Wirtschaftliche Lage ist bereits angespannt
Mit den Aktionen „soll verdeutlicht werden, wie angespannt die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser inzwischen ist und welche Folgen zusätzliche finanzielle Belastungen für die Gesundheitsversorgung haben können“, teilt der Verbund mit. Die Landräte der beiden Trägerkreise Calw und Böblingen warnen vor den Folgen des sogenannten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Sie seien gravierend und träfen kleinere Häuser besonders hart, wird der KVSW-Aufsichtsratsvorsitzende und Böblinger Landrat Roland Bernhard zitiert. Sein Calwer Kollege und Stellvertreter im Aufsichtsrat, Helmut Riegger, kritisiert, dass die finanziellen Herausforderungen der Krankenhäuser zunehmend auf die kommunale Ebene verlagert würden.
In der Hesse-Stadt sollen die Krankenhaustüren über Mittag zwei Stunden lang symbolisch geschlossen bleiben. Außerdem, so berichtet der SWR, lässt sich die Nagolder Klinikdirektorin Alexandra Freimuth während der Streikaktion mit Unterstützung der Calwer Feuerwehr vom neuen Calwer Krankenhaus abseilen. Dies unter dem Motto „Die Krankenhausfinanzierung hängt am seidenen Faden.“
Der Klinikverbund betont derweil, dass die medizinische Versorgung der Patienten „während des gesamten Aktionstags uneingeschränkt gewährleistet“ ist.