Projekt für Auszubildende: Althengstett zeigt Franzosen die heimische Holzwirtschaft

Bürgermeister Rüdiger Klahm (rechts) empfing die französischen Gäste im Rathaus.
Götz13 französische Zimmermanns-Azubis erkundeten die Schwarzwälder Holzwirtschaft im Kreis Calw. Der Besuch war vom Partnerschaftskomitee Althengstett organisiert worden und setzt eine mehrjährige Tradition fort. Sylvain Fortier begleitete als Lehrer die Gruppe, die mit dem Zug gekommen war.
Jeffry van de Vijver, der selbst in der Möbelindustrie tätig ist, hatte das Programm mit Peter Weule von der Firma Kömpf vorbereitet. Tief beeindruckt waren die Azubis von einer „Blower-Door“-Messung, einer Prüfung der Gebäudedichtigkeit, die Peter Weule bei der Feuerwehr vorführte – mit kostenlosen Erkenntnissen für die Althengstetter Feuerwehr.
Digitalisierte Holzbautechnik
Die Firma „Holzbauwerk“ in Seewald-Besenfeld zeigte eindrucksvoll, wie mit digitalisierter Holzbautechnik hocheffizient riesige Gebäudeteile vorgefertigt werden. Das konnte am Beispiel der Markgrafenschule Altensteig gleich in der Vollendung bewundert werden.
Der Besuch der Berufsschule Nagold, die eine Partnerschaft mit den Franzosen vorantreibt, und der Besuch im Abbundzentrum Schönbuch in Nagold füllten den „Nagolder Tag“. Wo das Holz herkommt, und wie viel Pflege nötig ist, damit der Rohstoff für Balken und Bretter in Jahrzehnten heranwachsen kann, erläuterte Förster Jürgen Martinek im Althengstetter Wald.
Große Gastfreundschaft
An den Abenden boten Althengstetter Vereine Gastfreundschaft an: Die Franzosen und ihre Gastfamilien trafen sich im Haus der Lebenshilfe in Neuhengstett, im Tennisheim auf dem „Köpfle“ und in einer privaten Scheuer, tauschten sich über das Erlebte aus und teilten dabei typisch deutsche Gerichte und Getränke.
Bürgermeister Rüdiger Klahm empfing die Gruppe zusammen mit den Gasteltern im Althengstetter Rathaus. „Niemand muss Angst haben vor der Sprachbarriere“, betonte Gastmutter Uschi Weiss, die zwei der jungen Männer aufgenommen hatte und ganz angetan war von der Freundlichkeit der Gäste.
Völkerverbindendes Erlebnis
„Es war wieder ein sehr schönes und völkerverbindendes Erlebnis. Ich freue mich, dass wir die Städtepartnerschaft auch im Wirtschaftsbereich umsetzen, und dass wir Azubis gewinnen konnten“, zog die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Angelika Hener, ein positives Fazit.
„Wir lernen hier viel für unseren Beruf. Wer lernen aber auch so viel für das Leben, durch die Gastfreundschaft, durch die andere Kultur, durch die Völkerverständigung“, unterstrich Sylvain Fortier und versprach, auch im nächsten Jahr mit einer Gruppe zu kommen.