Ostelsheim: Einmaliger Glücksfall für Ostelsheim

Durch den Verkauf gemeindeeigener Grundstücke im Neubaugebiet Fuchsloch kann die Gemeinde Ostelsheim in diesem Jahr besonders viele kostenintensive Projekte vorantreiben. Foto: Bausch
Schwarzwälder-BoteFür die Gemeinde Ostelsheim ist 2017 ein richtiges Glücksjahr. Trotz geringerer Gewerbesteuereinnahmen und zurückgehender Zuweisungen kann die Gäukommune Investitionen in Höhe von 7,7 Millionen Euro tätigen.
Ostelsheim. Möglich ist dieser einmalige Glücksfall durch zu erwartende Erlöse aus Grundstücksverkäufen, zumeist im neuen Baugebiet Fuchsloch. Dies spült jetzt die ansehnliche Summe in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro in die Gemeindekasse.
Bürgermeister warnt
Doch Bürgermeister Jürgen Fuchs warnt vor allzu großer Euphorie. "Das ist ein Einmaleffekt. Bauplätze kann man nur einmal verkaufen", hebt der Rathauschef hervor. Allerdings bringt der Verkauf der Grundstücke so viel ein, dass jetzt 2,14 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt werden können.
Im Sparstrumpf stecken dann immerhin rund 5,2 Millionen Euro. Außerdem ist die Gäugemeinde nach wie vor schuldenfrei.
Aus diesen Gründen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung auch nichts an den Hebesätzen verändert. Die Grundsteuer A bleibt bei 300 Prozent, die Grundsteuer B bei 280 Prozent und die Gewerbesteuer bei 330 Prozentpunkten. Die derzeitige komfortable Lage der Kommune ermöglicht es, kräftig zu investieren und gleich mehrere große Maßnahmen gleichzeitig voranzutreiben.
Kita an erster Stelle
An vorderster Stelle steht der Erweiterungsneubau Kindertagesstätte Kunterbunt mit rund zwei Millionen Euro, gefolgt vom Erweiterungsneubau Feuerwehrmagazin mit 912 000 Euro, der Kanalsanierung Bahnhofstraße (150 000 Euro) und der Erweiterung der Erddeponie (100 000 Euro). 860 000 Euro sollen für Grundstückserwerb ausgegeben werden.
Mittelfristig rechnet die Verwaltung mit hohen Ausgaben für die Bachverdohlung in der Ortsmitte (im Jahr 2019), verschiedene Kanal- und Wasserleitungsmaßnahmen, (ebenfalls im Jahr 2019) und investive Kosten beim Ausbau der Hermann Hesse-Bahn (voraussichtlich im Jahr 2020).
Das Volumen des Verwaltungshaushalts ist mit 5,7 Millionen Euro unter dem Vorjahr (sechs Millionen Euro) geblieben. "Es werden geringere Einnahmen aus der Gewerbesteuer und dem Finanzausgleich erwartet", sagt Kämmerer Fabian Dieringer.
Auch die Stärkung des Haushalts durch Zinszahlungen, wie zuletzt im Jahr 2016, fallen jetzt weg. Ein dicker Brocken im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten von rund 1,6 Millionen Euro. Dies sind 27,6 Prozent des Verwaltungshaushalts. Im Vorjahr waren es 27,1 Prozent.
Weitere hohe Beträge auf der Ausgabenseite sind die Zuschüsse für Einrichtungen wie die Kindergärten,die Erddeponie, das Bestattungswesen und vieles andere mehr. Der Haushaltsplan wurde am Freitagabend vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.