Neues Wasserwerk Wildberg
: Planer: „Gut für die Zukunft aufgestellt“

Der Neubau des Wasserwerks in Gültlingen ist derzeit ein Dauerbrenner bei den Verbandsversammlungen des Zweckverbandes Buchenwasser-Versorgung.
Von
Uwe Priestersbach
Oberndorf
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Beim Gültlinger Sportplatz entsteht derzeit das neue Wasserwerk der Buchenwasser-Versorgung. Die Kosten für die Anlage liegen bei rund 5,3 Millionen Euro.

Uwe Priestersbach

Im Wildberger Rathaus hatten sich in dieser Woche die Vertreter der Kommunen Calw, Deckenpfronn und Wildberg versammelt, die gemeinsam den Zweckverband Buchenwasser-Versorgung bilden. Dabei standen aktuelle Informationen über den Fortschritt auf der Baustelle im Fokus.

Nachdem das bestehende Pumpwerk auch technisch in die Jahre gekommen war, sieht man den Neubau in Gültlingen als wegweisend für die Wasserversorgung des gesamten Verbandsgebietes an. Zielsetzung ist neben der sicheren Bereitstellung von Trinkwasser ebenso eine möglichst maximale Nutzung des Eigenwassers aus den örtlichen Quellen.

Aufbereitung sorgt für keimfreies Wasser

Wie Diplom-Ingenieur Gerd Schill des mit der Planung beauftragten Büros Fritz aus Bad Urach in der Sitzung feststellte, „ist der Zweckverband nach der Fertigstellung gut für die Zukunft aufgestellt“. So werde die technische Einrichtung zur Aufbereitung nicht nur für ein keim- und trübungsfreies Trinkwasser sorgen, sondern in einem weiteren Schritt auch für eine Senkung des Härtegrades auf 9 GdH. Damit sei das Eigenwasser absolut gleichwertig mit dem Bodenseewasser und könne daher beliebig gemischt werden.

Gleichzeitig erinnerte der Planer an den Spatenstich im vergangenen Oktober, dem die ausgesprochen zügigen Rohbauarbeiten folgten. „Da hat die Firma sehr ordentliche Arbeit abgeliefert“, sagte Gerd Schill und fügte hinzu, dass derzeit die Trinkwasserbehälter beschichtet werden. Aus aktueller Sicht passe der gesteckte Zeitplan nach wie vor, der von einer 24-monatigen Bauzeit ausging – und im Oktober 2026 dürfte es mit der Inbetriebnahme klappen.

Auch mit Blick auf die Finanzen ist der Ingenieur durchaus zuversichtlich, dass man voraussichtlich bei Gesamtkosten von 5,3 Millionen Euro landen werde. Das wäre eine geringe Abweichung zur Kostenberechnung und quasi eine Punktlandung, erklärte Schill. Jedoch sei es derzeit noch zu früh für konkrete Aussagen. Wie Verbandsrechner Andreas Bauer ergänzte, beläuft sich die Förderung des Landes für den Wasserwerk-Neubau auf 3,1 Millionen Euro.

Themen der Verbandsversammlung sind aber auch immer die Betriebsstörungen, der Wasserverbrauch und die Wasserbeschaffenheit. Wie Wassermeister Christoph Lochner berichtete, wurden im vergangenen Jahr 35 Störungen registriert und damit eine leichte Zunahme im Vergleich zu 2023. Dabei handelte es sich um „vergleichsweise kleine Störungen“ – zum Beispiel bei den acht Stromausfällen in Gültlingen.

Sinkende Tendenz beim Wasserverbrauch

Auf die sinkende Tendenz beim Wasserverbrauch im Verbandsgebiet machte Andreas Bauer aufmerksam. Wurden beispielsweise 2022 noch 502 245 Kubikmeter Wasser verbraucht, waren es im Vorjahr 479 753 Kubikmeter. Der rückläufige Wasserverbrauch sei einerseits sicher dem Wasserpreis geschuldet, aber viele Bürger würden sich mittlerweile auch ressourcenschonender verhalten. Das Bodenseewasser nahm beim Verbrauch des vergangenen Jahres einen Anteil von 71,72 Prozent ein, während 28,28 Prozent auf die Buchenquellen und die Furchtbarquelle entfielen. In Sachen Wasserqualität wies Andreas Bauer auf die unauffälligen Probenergebnisse hin.

Wie Ulrich Bünger als Verbandsvorsitzender mit Blick auf eine Online-Petition in Erinnerung rief, hatten der Zweckverband und die Stadt Wildberg in Sachen Wasserpreis landesweit für Aufmerksamkeit gesorgt – und sogar ein Fernsehteam hatte dem Wasserwerk-Neubau in Gültlingen einen Besuch abgestattet. Allerdings seien vielen Bürgern die Zusammenhänge des Wasserpreises im Rahmen der Informationsveranstaltungen klarer geworden.

Gewässer vor Ort stärker nutzen

„Wir müssen an dem Thema dranbleiben und die Bürger informieren“, machte der Wildberger Bürgermeister deutlich. Denn mit Blick auf die Trinkwassersicherheit müssten in Zukunft „die Gewässer vor Ort stärker genutzt werden“, ist Ulrich Bünger überzeugt.

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