Neue Neuhengstetter Ortsvorsteherin
: Gudrun Stahlhut macht klare Ansage

Die Gemeinderäte ziehen den Hut vor der 59-Jährigen, denn sie ist jetzt nicht nur Althengstetter Hauptamtsleiterin, sondern auch offiziell zur hauptamtlichen Chefin im Rathaus des Ortsteils bestellt.
Von
Marion Selent-Witowski
Oberndorf
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Gudrun Stahlhut übernimmt jetzt dauerhaft den Posten des hauptamtlichen Ortsvorstehers in Neuhengstett.

Thomas Fritsch

Nach der Verabschiedung von Amtsvorgänger Gerhard Dietz wurde nach einem neuen hauptamtlichen Ortsvorsteher gesucht – vergeblich. Im Juli 2024 einigten sich Ortschaftsrat und Verwaltung schließlich auf eine Übergangslösung, Stahlhut übernahm den Posten kommissarisch.

Auch ein Ehrenamtlicher für diese Tätigkeit fand sich bis zuletzt nicht. Aus der Mitte des Ortschaftsrats hatte sich niemand bereit erklärt, den Posten zu übernehmen, auch nicht aus der Bevölkerung. Jetzt wird aus der Behelfslösung eine dauerhafte. Schlecht kann die Hauptamtsleiterin ihren Job bislang nicht gemacht haben, denn die Zustimmung für die jetzige Lösung war sowohl im Ortschafts- als auch im Gemeinderat groß.

Große Themenblöcke

„Im Rahmen einer nicht-öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats am 3. Februar haben sich der Ortschaftsrat und die Ortsvorsteherin nochmals ausgetauscht. Aufgrund der Tatsache, dass große Themenblöcke wie die Ortskernsanierung und die Verkehrsthemen vom Kollegium der Gemeindeverwaltung und dem Ortschaftsrat übernommen beziehungsweise inhaltlich begleitet werden, die stellvertretenden Ortsvorsteher und die Mitglieder des Ortschaftsrats die Ortsvorsteherin weiterhin bei repräsentativen Aufgaben und anstehenden Themen wie der Planung des Waldenserjubiläums vertreten beziehungsweise unterstützen, hat sich Frau Stahlhut bereit erklärt, neben ihrem Amt der Hauptamtsleiterin weiterhin das Amt der hauptamtlichen Ortsvorsteherin auszuüben“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Der Ortschaftsrat Neuhengstett habe in seiner Sitzung vom 13. März einstimmig für die Bestellung Stahlhuts gestimmt.

Breite Unterstützung

„Meine Stellvertreter werden mich entlasten“, sagte die Ortsvorsteherin am Mittwochabend im Gemeinderat. Außerdem bekomme sie als Ortsvorsteherin Unterstützung aus dem Althengstetter Bau- und Ordnungsamt sowie aus der Kämmerei. Was die Ortskernsanierung in Neuhengstett betreffe, von Bauingenieur Simon Rittig, seit Herbst im Bauamt beschäftigt. Er ist seit November für die Gäugemeinde tätig und Projektleiter für die Umgestaltung des Waldenserorts.

Zum einen kümmert er sich planerisch um Straßenmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung, zum anderen um die Schaffung einer neuen zentralen Ortsmitte. Ziel ist derzeit die Formulierung von Eckpunkten, um gegen Ende 2025 einen Architektenwettbewerb starten und möglichst 2026 mit Maßnahmen zur Umgestaltung des Ortsteils beginnen zu können.

Gut zusammengefunden

„Wir haben gut zusammengefunden“, äußerte sich die 59-Jährige im Gemeinderat zur Zusammenarbeit mit dem Neuhengstetter Ortschaftsrat. Stahlhut machte am Mittwochabend zudem eine klare Ansage. Sie werde das Amt nur bis zum Ende der laufenden Wahlperiode des Neuhengstetter Ortschaftsrats ausüben: „Danach ist definitiv Schluss“.

Das sagen die Räte

Rainer Kömpf (Unabhängige Wähler) bat Stahlhut um ein Signal an Verwaltung und Gemeinderat bei etwaiger Überbelastung – „wenn’s mit dem Hauptamt kollidiert“.

Ratskollege Eckhard Flik (Grüne) sah den Gemeinderat gegenüber Stahlhut allein schon wegen der Übergangszeit zu großem Dank verpflichtet. Mit ihrer Bereitschaft habe sie allen einen großen Dienst erwiesen.

Stahlhut war 2017 beruflich neu durchgestartet und hatte von ihrem Posten bei der Stadt Calw in der Abteilung »Zentrale Dienste« zum 1. Juli des selben Jahres auf ihre neue Stelle als Althengstetter Hauptamtsleiterin gewechselt.

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