Naturkindergarten Ostelsheim
: Sonnensegel und Bäume werden als Erstes angeschafft

Über die weitere Ausstattung der neuen Betreuungseinrichtung wird erst im Zuge der nächsten Haushaltsplanberatung entschieden.
Von
Ralf Recklies
Ostelsheim
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Der Naturkindergarten in Ostelsheim ist im September 2025 eröffnet worden und wird hervorragend angenommen.

Der Naturkindergarten in Ostelsheim ist im September 2025 eröffnet worden und wird hervorragend angenommen.

Ralf Recklies
  • Naturkindergarten Ostelsheim ist laut Bürgermeister „sehr gut angelaufen“ und bald voll belegt.
  • Eltern bauten Spielgeräte in Eigenregie, doch der TÜV untersagte deren Nutzung.
  • Trockenheit und Totholzgefahr schränken den Waldzugang ein – Aufenthalt nahe der Hütte nötig.
  • Gemeinderat genehmigt Sonnensegel und drei Bäume, weitere Wünsche erst bei Haushaltsberatung.
  • Kostenansatz für komplette Wunschliste lag bei rund 8100 Euro, Skepsis bei zusätzlichen Geräten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der im September 2025 eröffnete Naturkindergarten in Ostelsheim ist laut Bürgermeister Ryyan Alshebl „sehr gut angelaufen“. Schon in Kürze würden die 20 Plätze voll belegt sein – aktuell besuchen 16 Kinder die Einrichtung. Was Alshebl besonders fasziniert, ist die Mitwirkung der Eltern, die sich mit großem Engagement einbringen, um ihren Kindern eine attraktive Umgebung auch abseits „der sehr einladenden Hütte zu schaffen“.

Strenge Sicherheitsvorschriften

So hätte der Elternbeirat, von dem Vertreter auch an der jüngsten Gemeinderatssitzung teilgenommen haben, kürzlich in Eigenregie einen Aktionstag auf die Beine gestellt und mit viel Herzblut selbstgebaute Spielgeräte und Stationen im Außenbereich aufgestellt. Groß war daher die Enttäuschung bei den Eltern, als bei der erforderlichen Abnahme durch einen TÜV-Prüfer die Nutzung wegen der extrem strengen Sicherheits- und Haftungsvorschriften  nicht gestattet wurde. Der Prüfer durfte die Eigenbauten nicht freigeben. Die Geräte mussten daher aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt beziehungsweise abgebaut werden.

Gefahren durch staubtrockenen Wald

Da es zudem wegen der anhaltenden Trockenheit durch möglicherweise abbrechende Äste besondere Gefahren im Wald gibt, können die Kinder aktuell auch nicht den Wald nutzen. „Bei extremer Sommerhitze und Trockenheit steigt die Totholzgefahr im Wald massiv an. Herabstürzende Äste sind dann ein unkalkulierbares Risiko. In solchen Phasen darf die Gruppe das tiefere Waldstück aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht betreten. Ähnlich verhält es sich bei Tagen mit kurzfristig angekündigten Gewittern: Hier ist es für die Erzieherinnen und Kinder entscheidend, in unmittelbarer Reichweite des schützenden Wagens zu bleiben, um im Ernstfall sofort evakuieren zu können“, so die Beschreibung der Gemeindeverwaltung in der Sitzungsvorlage, mit der sie dafür warb,  Gelder für die Anschaffung zusätzlicher Ausstattungsgegenstände freizugeben, die im Haushalt bislang nicht eingeplant waren. Denn es sei auch ein Problem, „dass die Freifläche direkt an der Unterkunft bisher kaum Schatten bietet und es dort an Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt. Wenn der Wald als Spielraum ausfällt, stehen die Kinder auf einer kahlen Fläche“. Das Areal, so die Auffassung der Gemeindeverwaltung, sollte daher dringend so ausgestattet werden, dass es auch an Hitze- oder Gewittertagen als vollwertiger Aufenthaltsort genutzt werden könne.

Die Wunschliste

Auf der Wunschliste für die zusätzliche Ausstattung, die gemeinschaftlich von Eltern und Bauhof vorbereitet und montiert werden sollte, standen neben einem Sonnensegel insbesondere zur Beschattung des Sandkastens, eine Vogelnestschaukel, ein Holz-Tipi und Zeltstoff, drei Bäume, die die Freifläche künftig beschatten sollen sowie eine zusätzliche Möblierung mit Bänken, einem Waldtisch, einer mobil einsetzbaren Staffelei und einem Bollerwagen. Auch wurde über die Umsetzung eines Barfußpfades nachgedacht. Die Kosten für die Anschaffung und Installation sowie die erforderliche TÜV-Abnahme hätten sich laut Verwaltung – einschließlich Kosten für die Inanspruchnahme des Bauhofs für eine Reihe von Arbeiten – auf rund 8100 Euro belaufen.

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Das sagen die Gemeinderäte

Gemeinderat Klaus Richter tat sich, ebenso wie Stephanie Schneider, schwer, die gewünschten Gelder außerplanmäßig freizugeben. Man habe sich bewusst für einen Naturkindergarten entschieden, da sei es schwierig, nun auch zusätzliche „Spielgeräte wie eine Vogelschaukel“ (Richter) anzuschaffen. Auch Tobias Cascio Generano meint, man brauche abseits der Kita Kunterbunt keinen „voll ausgestatteten Kindergarten“, da ja das Konzept ein anderes sei. Auch tat er sich mit der möglichen Anschaffung einer ebenfalls auf der Wunschliste stehenden Feuerschale schwer.

So wurde abgestimmt

Keine Bedenken gab es seitens des Gemeinderats bei der schnellen Anschaffung und Installation des geforderten Sonnensegels zur Beschattung des Sandkastens, das vor allem auch Jessica Klötzer forderte. Dies auch, obwohl es fraglich sei, ob man dieses im laufenden Jahr noch rechtzeitig erhalte und installieren könne. Ebenso war man mit der Beschaffung von drei Bäumen einverstanden, wobei aus den Reihen des Rats geraten wurde, nicht die gewünschten Spalierbäume anzuschaffen – „die spenden ja nicht viel Schatten“ –, sondern Bäume zu kaufen und im Herbst zu setzen, die künftig ein ausladendes Laubdach bilden.

Während die Mittel für diese zwei Positionen mit einem Volumen von etwas mehr als 2000 Euro freigegeben wurden, will man sich erst im Zuge der nächsten Haushaltsberatung eingehender mit den anderen Wünschen beschäftigen, um die Ausgaben dann gegebenenfalls planmäßig einstellen zu können.