Nachwuchs im Nordschwarzwald
: Wolfs-Welpe tappt bei Baiersbronn in Fotofalle

Experten rechneten bereits seit Frühjahr damit, nun gibt es einen offiziellen Beweis: Im Nordschwarzwald tapst Wolfs-Nachwuchs durch die Wälder.
Von
Ralf Klormann
Nordschwarzwald
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Wolfswelpe: ARCHIV - 15.06.2021, Saarland, Merzig: Ein Wolfswelpe läuft durch ein Gehege. (zu dpa: «Tötung von Wolfswelpen: Umweltschützer legen Beschwerde ein») Foto: Oliver Dietze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Baiersbronn wurde ein Wolfswelpe fotografiert (Symbolfoto).

Oliver Dietze/dpa
  • In Baiersbronn wurde am 17. September 2026 ein Wolfswelpe per Fotofalle nachgewiesen.
  • Die FVA bestätigte den ersten gesicherten Wolfs-Nachwuchs im Nordschwarzwald seit rund 150 Jahren.
  • Im Territorium Enztal war bereits im Frühjahr 2026 ein Wolfspaar offiziell bestätigt.
  • Eltern und Anzahl weiterer Welpen sind unklar – genetische Nachweise fehlen derzeit.
  • In Baden-Württemberg sind fünf Wolfsterritorien bestätigt, darunter Enztal und Hornisgrinde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Am 17. September 2026 wurde auf einer Fotofalle in der Gemeinde Baiersbronn (Kreis Freudenstadt, Anm. d. Red) ein Wolf abgelichtet. Dieser konnte zweifelsfrei als Wolfs-Welpe bestätigt werden.“

Das teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) am Donnerstagnachmittag mit.

Das erste, bestätigte Wolfs-Baby seit rund 150 Jahren

Obwohl ein solcher Nachwuchs bereits seit Monaten erwartet worden war, gleicht die Nachricht einer kleinen Sensation. Immerhin dürfte es sich um das erste, bestätigte Wolfs-Baby im Nordschwarzwald seit rund 150 Jahren handeln.

Um welches Geschlecht es sich bei dem Tier handelt und ob es weitere Welpen gibt, sei aktuell nicht bekannt, gab die FVA bekannt.

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Insgesamt sind in Baden-Württemberg fünf Wolfsterritorien bestätigt. Neben dem Territorium Enztal, zu dem auch Baiersbronn gehört, sind dies das Territorium Hornisgrinde, Reichenbacher Wald und Ostbaar mit je einem Rüden, sowie das Territorium Schluchsee.

Bereits im Frühjahr 2026 offiziell ein Wolfspaar bestätigt

Was das Territorium Enztal betrifft, in dem der Welpe fotografiert wurde, so ist dort bereits im Frühjahr 2026 offiziell ein Wolfspaar bestätigt worden.

Am 12. März wurde eine Losung, also Wolfskot, bei Gernsbach im Landkreis Rastatt gefunden. Die Analysen identifizierten den weiblichen Wolf mit der Kennung GW4816f.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres waren im Bereich der Gemeinde Forbach (Kreis Rastatt) zwei Wölfe von einer Fotofalle erfasst – und das gleich zwei Mal, an verschiedenen Tagen.

Die Experten vermuteten schon damals, dass die zugewanderte Wolfsfähe (der Begriff für weibliche Wölfe) sich GW852m angeschlossen habe. Jenem Tier, das 2017 als erster sesshafter Wolf in Baden-Württemberg seit rund 150 Jahren in die Geschichte einging.

Von einer „Reproduktion im Frühjahr 2026“ – also Nachwuchs – war schnell die Rede. Und damit einem ersten Rudel im Nordschwarzwald.

Wer tatsächlich die Eltern des kleinen Welpen sind, dürfte ohne genetischen Nachweis des Tieres zunächst unklar bleiben.

Grindi als Papa? Eher unwahrscheinlich

Möglich wäre theoretisch auch, dass die Wolfsfähe GW4816f mit GW2672m, also dem Hornisgrinde-Wolf „Grindi“, ein Paar gebildet haben könnte.

Das hatte Katja Wetz, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der FVA, allerdings bereits im Frühjahr für unwahrscheinlich erklärt. Denn: „Die Region, in der die bisherigen Nachweise von GW4816f verortet werden, liegt deutlich im Gebiet des Enztal Territoriums und nicht in direkter Nähe zum Territorium Hornisgrinde.“

Üblicherweise kommen Wolfs-Welpen von April bis Anfang Mai zur Welt. Durchschnittlich werden bei wilden Wölfen vier bis sechs Welpen pro Schwangerschaft geboren. Es könnten also durchaus noch mehr kleine Pfoten in den Wäldern des Nordschwarzwalds unterwegs sein.