Nach Vorfall im Nordschwarzwald: Sexuelle Belästigung im Freibad – was tun, wenn’s passiert?

Das Polizeipräsidium Pforzheim gibt Tipps, wie man sich vor sexueller Belästigung schützen kann (Symbolfoto).
Annette Riedl/dpa- Polizei Pforzheim gibt Verhaltenstipps nach Übergriffen in einem Freibad in Bad Liebenzell.
- Täter wählen oft isolierte Personen – in Gruppen bleiben und Umgebung im Blick behalten.
- Bei unangenehmen Annäherungen: klar Grenzen setzen, laut „Nein!“ rufen, Aufmerksamkeit erzeugen.
- Umstehende gezielt ansprechen („Sie im roten T-Shirt, helfen Sie mir bitte!“) und Hilfe holen.
- Zu belebten Orten gehen, Personal informieren, Tätermerkmale nennen und sofort die Polizei rufen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor mehreren Wochen kam es an einem Sonntagnachmittag im Freibad in Bad Liebenzell zu zwei Vorfällen, bei denen weibliche Badegäste unsittlich berührt wurden. Die Polizei schritt ein.
Doch was können Betroffene im Ernstfall selbst tun? Wie können sie sich schützen? Auf Anfrage unserer Redaktion gibt das Polizeipräsidium Pforzheim Verhaltenstipps.
Täter suchen oft isolierte Personen
Zu den präventiven Maßnahmen gehöre etwa, in einer Gruppe zu bleiben und mit Freunden oder Familie ins Freibad zu gehen. Täter suchten oftmals nach isolierten Personen.
Darüber hinaus empfehle es sich, auf die eigene Umgebung zu achten, den Platz zu wechseln oder auch das Schwimmbad-Personal zu informieren, falls jemand unangenehm auffallen sollte.
Zudem könnten Freibadbesucher Plätze in der Nähe von Aufsichtspersonen wählen. Allgemein sei auch wichtig, eindeutige Grenzen aufzuzeigen. „Wenn Ihnen jemand zu nahe kommt oder Sie berührt, zeigen Sie sofort klare Kante“, rät die Polizei. In diesem Fall könne ein lautes „Nein!“ oder „Lassen Sie das!“ Täter abschrecken und die Aufmerksamkeit anderer Badegäste erregen.
„Sie im roten T-Shirt, helfen Sie mir bitte!“
Im Ernstfall solle man nach demselben Prinzip handeln und erstmal laut werden. Hier könne es ebenfalls helfen, umstehende Personen gezielt anzusprechen („Sie im roten T-Shirt, helfen Sie mir bitte!“). Das hole potenzielle Helfer aus der Anonymität und veranlasse sie zu handeln.
Die Polizei ruft zudem dazu auf, sich umgehend in Sicherheit zu bringen, etwa an einen Ort mit vielen Menschen, beispielsweise ein Kiosk, den Eingang oder direkt das Bademeisterhäuschen.
Ohne zu zögern die Polizei verständigen
Betroffene sollten auch Bademeister, Rettungsschwimmer oder das Kassenpersonal aufsuchen und ihnen so genau wie möglich schildern, was vorgefallen ist. Besonders wichtig seien dafür das Aussehen der Täter sowie Wiedererkennungsmerkmale. Anhand derer könne das Personal den Täter festhalten, bis die Polizei vor Ort sei.
Generell sollten Opfer ohne zu zögern die Polizei verständigen, da sexuelle Übergriffe Straftaten seien.