Mühlentag in Altensteig
: Moderne Technik hält Einzug in alte Gemäuer

Dass in die teils jahrhundertealten Mühlen um Altensteig inzwischen moderne Technik eingezogen ist, zeigte der Mühlentag am vergangenen Wochenende.
Von
Sabine Stadler
Oberndorf
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Die Baiermühle mit ihrem Mühlrad war ein Schauplatz des Mühlentags.

Stadler

Traditionell öffneten am Pfingstmontag deutschlandweit etwa 650 historische Mühlen und luden zum „Deutschen Mühlentag“ ein. Mit dabei waren in diesem Jahr die Getreidemühle im kleinen Ort Berneck und die etwa drei Kilometer davon entfernte Baiermühle.

Bei dem von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) 1994 ausgerufenen Aktionstag boten sich den Besuchern Einblicke in das Müllerhandwerk, Führungen durch die Mühlengelände und kulinarische Genüsse.

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer kümmern sich um das leibliche Wohl

Bereits zum wiederholten Mal führte Mühlenbesitzer Thomas Haag durch die 1604 erbaute Getreidemühle nahe dem Bernecker See, die heutzutage vollautomatisch funktioniert. Gezeigt wurde die Verarbeitung von Getreide zu Mehl, illustriert dargestellt wurden die verschiedenen Mahlgrade.

Der Mühlenladen war geöffnet, bot verschiedene Produkte zum Verkauf an. Auch im Hof des Mühlengeländes wurde Hochprozentiges sowie Honig und Marmeladen zum Kauf angeboten. Die jüngsten Gäste durften sich schminken lassen oder freuten sich über Glitzersträhnen. Wie üblich kümmerten sich zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer um das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen den Weg nach Berneck fanden und auf den Sitzgelegenheiten im Freien verweilten.

Die Mühle Berneck war auch ein beliebter Anlaufpunkt.

Foto: Sabine Stadler

Möglich war von hier aus eine etwa drei Kilometer lange Wanderung zur Baiermühle. Bereits zum zweiten Mal beteiligte sich die idyllisch und verwunschen im Köllbachtal liegende Mühle am Aktionstag. Und erfreute sich auch bei Radfahrern großer Beliebtheit.

PV-Anlage und Wasserrad sind eine „gute Kombination“

Harald Matke, der zusammen mit seiner Frau Simone seit 2019 Eigentümer der Baiermühle ist, führte dreimal durch das Mühlengelände. Das Interesse, auch an der Stromerzeugung mit dem Wasserrad, war mit jeweils 40 bis 50 Führungsteilnehmern groß. Matke erzählte, dass er am besten Tag in diesem Jahr rund 233 Kilowatt Strom erzeugte, während seine PV-Anlage am besten Tag nur die Hälfte davon schaffe. Trotzdem sei die Stromerzeugung mit dem 2023 wieder fertiggestellten Wasserrad eine „gute Kombination“.

Der Mühleneigentümer sprach darüber, dass etwa zwei Drittel des Gebäudekomplexes, einschließlich der Gastronomie durch die Energie des Wassers mit Strom versorgt werden können. Dabei meinte er auch den Backofen für die selbst gebackenen Kuchen.

Auf Liegestühlen inmitten der Natur entspannen

Diese bieten die Betreiber Ralf Bischoff und Arno Peiffer an, seit sie das Restaurant gepachtet haben. Der diesjährige Mühlentag, so meinte auch Tanja Braun, die vom Heuwasenhof bei Pfalzgrafenweiler kommend, ihr Bauernhofeis an diesem heißen Tag anbot, war gemütlicher als bei der letztmaligen Teilnahme.

Die Gäste genossen die Möglichkeit, auf Liegestühlen nahe dem Köllbach inmitten der Natur zu entspannen, Füße im Wasser abzukühlen, abseits der Straße und nahe dem Mühlrad dem Wasserplätschern zuhören und die Ruhe im Gartengelände oder auf dem Restaurantbalkon zu genießen.

Im Hof der Baiermühle erwartete die Gäste neben zahlreichen Sitzmöglichkeiten im Schatten eine Bewirtung mit Gegrilltem, Maultaschen und eine Getränkestation, die an diesem heißen Pfingstmontag unverzichtbar war.

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