Markgrafenschule Altensteig
: Zu wenige Schulbegleiter für den tatsächlichen Förderbedarf

Der CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch war jetzt zu Besuch in der Markgrafenschule Altensteig.
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(red/pm)
Oberndorf
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Elternbeirätin Jacqueline Samesch (von links), Rektor Bernd Schinko, CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch, Gemeinderat und Familienvater Fabian Müller sowie Schulsozialarbeiter Jürgen Kraft in einem der neuen modularen Räume der Markgrafenschule Altensteig.

Thorsten Früchtl

Bei einem ausführlichen Rundgang durch die Markgrafenschule Altensteig, begleitet von Rektor Bernd Schinko, Konrektor Thorsten Früchtl, Vertretung der Eltern und Schulsozialarbeiter Jürgen Kraft, informierte sich CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch über die Herausforderungen der größten Grundschule im Landkreis Calw.

Im Mittelpunkt standen die Schwerpunktthemen Inklusion, Ganztagsorganisation und Schulbau.

An der Markgrafenschule lernen 15 bis 25 neurodivergente Kinder. Theoretisch haben Schüler bei nachgewiesenem Bedarf einen Anspruch auf Schulbegleitung, doch die Realität sieht anders aus. Befördert wird diese Herausforderung dadurch, dass die Zuweisung von Lehrkräften des Landes sich ausschließlich an Klassenzahlen, nicht an der Klassengröße und am tatsächlichen Unterstützungsbedarf orientiert.

Kinder mit hohem Förderbedarf

Rektor Bernd Schinko bringt das Problem auf den Punkt: „Bei vielen der neurodivergenten Kinder haben sich ihre Besonderheiten erst in Klasse zwei oder drei gezeigt. Das heißt, die Kinder sind bereits als Verbund einige Zeit gemeinsam unterwegs und so einen Verbund sollte man nicht unbedacht auflösen. Zudem gibt es Klassen, in denen es keine solchen Kinder gibt und in manchen Klassen gibt es mehrere. Dabei haben wir Kinder mit hohem Förderbedarf, aber es gibt schlichtweg zu wenige Schulbegleiter und das Konzept der Zuweisung sieht diese Bedarfe nicht – es rechnet nur pro Klasse.“

Aus der Schule stammt daher von Schinko und Müller der Vorschlag einer bedarfsorientierten „Faktorisierung“, bei der etwa autistische oder ADHS-Kinder stärker in der Zuweisung von Lehrkräften gewichtet werden.

Hirsch unterstützt diesen Ansatz: „Beim Thema Inklusion ist ein Schwarz-Weiß-Denken nicht hilfreich. Gute Inklusionsarbeit findet zurecht sowohl in unseren Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) als auch in Regelschulen, wie der Markgrafenschule, statt.

Herausforderung Ganztagesbetrieb

Der Ausbau des Ganztags stellt Schulen vor enorme strukturelle Herausforderungen. An der Markgrafenschule überzeugten insbesondere die neuen modularen Holzräume, die bereits landesweit auf Interesse stoßen, sowie die Schulbücherei im Bauwagen.

Schulsozialarbeiter Kraft bestätigte, dass der Ganztag nur erfolgreich sein könne, wenn pädagogische Konzepte sinnvoll ineinandergreifen.

„Die Sicherstellung der deutschen Sprache vor der ersten Klasse ist entscheidend“, betonte Hirsch.

Den Elternvertretern lag noch ein Anliegen am Herzen: „Wenn wir Eltern tatsächlich unterstützen wollen, ihre beruflichen Tätigkeiten wieder aufzustocken, dann wäre es sinnvoll, Förderangebote wie beispielsweise Logopädie oder Ergotherapie tagsüber durch Dritte an der Schule anbieten zu können“, so Fabian Müller und Jacqueline Samesch.

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