Love-Scamming im Kreis Calw
: Virtueller Flirt kommt Frau teuer zu stehen

Fall im Kreis Calw: Polizei gibt Hinweise, wie man die Täter im Netz erkennen kann.
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(red/pm)
Oberndorf
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Eine Frau tippt auf ihrem Smartphone (Symbolbild).

Sebastian Gollnow/dpa

Was als ein virtueller Flirt begann, hat für eine Frau aus dem Landkreis Calw offensichtlich mit einem bösen Erwachen und dem Verlust von einem hohen dreistelligen Eurobetrag geendet.

Im konkreten Fall nahm der spätere Täter Kontakt zu der Mittfünfzigerin über eine Social-Media-Plattform auf und erschlich sich laut Polizei durch geschickte Kommunikation über mehrere Wochen hinweg das Vertrauen der Frau. Um eine gewisse Dynamik in die Konversation zu bringen, berichtete der angeblich gläubige Christ und Mitarbeiter der UNO von „Schicksalsschlägen“, bei welchen er Frau und Kind verloren hätte, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Später berichtete er demnach über einen Goldfund und bat die Frau, diesen in einem Paket zu ihr senden zu dürfen. Die Frau willigte ein. Kurz darauf meldete sich laut Polizei eine Speditionsfirma bei ihr und forderte Transportkosten im hohen dreistelligen Bereich, die sie auch bezahlte. Als im Nachgang weitere Geldforderungen für angebliche Zollgebühren eingingen, erstattete die Frau Strafanzeige bei der Polizei.

Harmloser Beginn mit einem Chat

Die Polizei weißt darauf hin, dass das so genannte Love- oder Romance-Scamming oft harmlos mit einem Chat oder einer Mail von einem Unbekannten anfange. Die Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook nach Opfern und durchforsten dort die Mitgliederlisten. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt.

Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich die Scammer laut Polizei ungewöhnliche Lebensgeschichten zu und hinterlassen einen seriösen Eindruck. Sie würden sich als Ingenieure, Architekten, Soziologen, Konstrukteure in der Ölindustrie, als Tierärzte, Computerspezialisten und US-Soldaten ausgeben. Zudem sprechen sie oft perfekt Englisch oder benutzen kostspielige Übersetzungstools für ihre Mails. Auf den Fotos des Scammer-Profils bekommen weibliche Opfer demnach eine attraktive weiße Person präsentiert – die Bilder seien aber gestohlen.