Kriminalpolizei Calw ermittelt
: Fall von „Görke“ im Nordschwarzwald – deshalb ist die Droge so gefährlich

Immer mehr Raucher greifen als Alternative zur E-Zigarette. Die neue Droge „Görke“ wird genau über diese konsumiert. Die Polizei warnt davor – auch im Nordschwarzwald.
Von
Alex Risse
Oberndorf
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Sogenannte Vapes erfreuen sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Auch eine neue Droge kann damit konsumiert werden (Symbolbild).

Roberto Pfeil/dpa

Anfang des Jahres gab es an einer Schule in Niedersachsen einen gefährlichen Zwischenfall mit dem Konsum der synthetischen Droge „Görke“. Eine 16-jährige Schülerin kam aufgrund von Herz-Kreislaufbeschwerden in ein Krankenhaus. Zwischenzeitlich befand sie sich in Lebensgefahr, nachdem sie die Substanzen über eine E-Zigarette eingeatmet hat, teilte die Polizei Oldenburg damals mit.

Bei „Görke“ – in der Szene auch als „Baller-Liquid“ bekannt – handle es sich um synthetisch hergestellte Cannabinoide, die als Flüssigkeit in sogenannten Vapes (E-Zigaretten) konsumiert werden, erklärt Alexander Uhr, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, auf Anfrage unserer Redaktion.

Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet

Dabei haben die sogenannten „Liquids“ (Flüssigkeiten) zum Verdampfen mit pflanzlichem Cannabis fast nichts mehr gemeinsam. Die Polizei weist darauf hin, dass die Wirkung bis zu 300-mal stärker ist.

Das Rauschmittel sei insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet, führt der Sprecher fort und warnt vor den weiteren Wirkungen der neuen Droge. Diese seien schwer abschätzbar, es drohten beträchtliche Nebenwirkungen und Lebensgefahr.

Zwar seien bislang keine Fälle der Intoxikation durch den Konsum der Droge im Zuständigkeitsbereich des Pforzheimer Präsidiums bekannt geworden, teilt Uhr mit. Jedoch bearbeite die Kriminalpolizeidirektion Calw aktuell einen Fall, bei dem die Beamten in größerem Umfang Liquids und Vapes sicherstellten, so der Sprecher weiter.

Bis zum Herzstillstand

Über die bislang bekannten Risiken von „Görke“ berichtet unter anderem der NDR auf seiner Internetseite. Dazu gehören extreme Wahrnehmungsverzerrungen, Angststörungen und Herz-Kreislauf-Probleme, die bis zum Herzstillstand führen können. Die Gefahr einer Suchtentwicklung sei dabei hoch und würde Konsumenten bereits in kurzer Zeit sowohl körperlich wie auch psychisch abhängig machen.

Ebenso unvorhersehbar wie die Nebenwirkungen seien auch die Inhaltsstoffe der Substanzen, die in „Görke“ enthalten sind. Wie der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim erläutert, gebe es keine festgeschriebenen Rezepturen. Stattdessen handle es sich um einen gefährlichen Mix aus verschiedenen synthetischen Cannabinoiden, die stark variieren können.

Bis zu zehn Jahre Haft

Deren Konsum habe in den vergangenen Jahren zugenommen und könne auf die Gesundheit der Konsumenten massive negative Effekte haben. Welche Stoffe genau im Baller-Liquid enthalten sind, könne nur eine aufwendige Untersuchung in einem Labor ermitteln. Aus diesem Grund gehe man laut der Recherche des NDR von einer hohen Dunkelziffer aus.

Der rechtliche Rahmen ist in Bezug auf die neue Droge streng definiert. Synthetische Cannabinoide sind in Deutschland verboten und fallen unter das Neue-psychoaktive Stoffe Gesetz (NpSG). Dieses verbietet den Handel, die Herstellung, den Besitz und die Verabreichung an andere. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren werden die oben genannten Fälle bestraft.

In härteren Fällen, in denen beispielsweise der Handel gewerbsmäßig oder in Banden organisiert wird, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Darunter zählt auch die Gefährdung und Schädigung anderer durch Verabreichung jeglicher Stoffverbindungen, die im Gesetz genannt werden.

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