Krämermarkt in Berneck
: Manch Händler wird sehnlichst erwartet

Einmal im Jahr findet in Berneck ein Krämermarkt mit Unterhaltungsprogramm statt. 15 fahrende Händler hatten ihre Stände rund um den Dorfbrunnen aufgeschlagen.
Von
Manfred Köncke
Oberndorf
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Die Kreativwerkstatt „Pusteblume“ aus Berneck hatte kunstgewerbliche Artikel im Angebot.

Manfred Köncke

Wegen der familiären Atmosphäre und weil keine Standgebühr erhoben wird, kommen fahrende Händler immer wieder gerne in den kleinen Altensteiger Stadtteil, war beim Rundgang wiederholt zu hören. Aber auch wegen der vielen treuen Kunden, sagt Ulrich Kleinknecht aus Riedlingen an der Donau, der seit 28 Jahren am ersten Septemberwochenende den Termin wahrnimmt.

Eine 80-jährige Berneckerin warte jedes Jahr darauf, bis sein Verkaufswagen mit mehr als 2000 Kurz- und Haushaltswaren vorfahren würde und sie das einkaufe, „was man nur noch auf Krämermärkten bekommt“. Auch diesmal mussten er und seine Frau Daniela um 4.30 Uhr aufstehen, brauchten eine Stunde, bis das sechs Tonnen schwere „rollende Kaufhaus“ (Originalton Kleinknecht) startklar war und sie sich auf die 104 Kilometer lange Reise in den Nordschwarzwald zum immer gleichen Standplatz machten.

Die Auswahl war auch diesmal groß, reichte vom Fingerhut bis zum Reißverschluss und zur Bürste, vom Gummiband und Nähgarn bis zum Zestenreißer für das Schälen von Orangen und Zitronen. Ein gern gesehener Händler ist Obst- und Kleinbrenner Fritz Kalmbach aus Spielberg mit 40 sortenreinen Apfel- und Birnenbränden, Blutwurz und Weißdorn.

Doreen Schatz und ihr Sohn Moritz bastelten mit Kindern Schleuderbälle aus Papier

Foto: Manfred Köncke

Keinen weiten Weg hatte Emma Wolf, sie wohnt praktisch um die Ecke. Aus eigener Produktion stammen verschiedene Marmeladen, Wabenhonig, Säfte und Quittenlikör. Einen Steinwurf weit entfernt ist die Kreativwerkstatt „Pusteblume“ von Tanja Wahl. Hergestellt werden in der Neuen Straße Türkränze, Holzarbeiten und Dekorationsartikel für die Verschönerung der Wohnung.

Kämme aus heimischen Hölzern

Wolfgang Schulte aus Spielberg kommt gerne und häufig nach Berneck. Spezialisiert hat sich der Holztechniker auf handbearbeitete Naturkämme aus heimischen Hölzern. Nach dem Kauf eines kleinen Hofes im Bernecker Ortsteil Bruderhaus ist „Federwald-Hexe“ Jacqueline Geyer wieder mit einem Stand vertreten. Angeboten wurden selbst hergestellte Kräuterteesorten, Salze und andere Naturprodukte.

Aus ihrem Gaugenwalder Lädle brachten Monika Renz und Tochter Lena Zwiebelkuchen, Bauernbrote, Hefezöpfe und andere Backwaren zum Krämermarkt mit. Karl Bux aus Horb hatte auch diesmal genug zu tun, um stumpf gewordene Messer, Scheren, Beile und andere Werkzeuge zu schärfen.

Anja Vees verkaufte selbstgebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Lebkuchenherzen mit originellen Aufschriften und Süßigkeiten.

Beliebt ist der einmalige Krämermarkt auch wegen seines Unterhaltungsprogramms.

Der16-köpfige Männergesangverein Berneck sang unter Dirigent Joel Mutscher volkstümliche Weisen. Das Bernecker Heimatlied durfte da nicht fehlen. Fritz Greule unterhielt die Besucher mit Akkordeonmusik.

Andrea Enri Weber schlüpft in verschiedene Rollen

Schauspielerin Andrea Enri Weber spielte im Bernecker Gemeindesaal die Märchen „Dornröschen“ und „Der Froschkönig“, übernahm dabei sämtliche Rollen, musste deshalb blitzschnell in verschiedene Kostüme schlüpfen und bezog das überwiegend junge Publikum an einigen Stellen in die Handlung ein.

Schauspielerin Andrea Enri Weber schlüpfte in viele Märchenfiguren.

Foto: Manfred Köncke

Doreen Schatz und ihr Sohn Moritz luden Kinder zum Basteln von Schleuderbällen aus zusammengeknülltem Zeitungspapier ein. Bewirtet wurden die Gäste von einem siebenköpfigen Team der Spielvereinigung Berneck/Zwerenberg. Eltern und Großeltern von 23 Jungen und Mädchen der eingruppigen Kindertagesstätte Berneck – geleitet wird sie von Ramona Schuhmacher und sechs Teilzeitkräften – hatten 17 leckere Kuchen und Torten gebacken, die man an Ort und Stelle genießen oder zur Kaffeerunde mit nach Hause nehmen konnte.

Das schöne Wetter und die beschauliche Atmosphäre trugen dazu bei, dass Ortsvorsteher Patrick Krahe eine in jeder Hinsicht erfreuliche Bilanz zog.

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