Kirchenbezirk Calw-Nagold
: Dekan geht – eine Bezirkssynode im Zeichen des Abschieds

Bei der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Calw-Nagold stand Dekan Erich Hartmanns Abschied im Fokus. Doch es ging auch um Finanzen, Bildung und ehrenamtliches Engagement.
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red/pm
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Karl Beck bedankt sich bei Erich Hartmann für seinen Dienst als Dekan des Kirchenbezirks Calw Nagold

Karl Beck bedankt sich bei Erich Hartmann für seinen Dienst als Dekan des Kirchenbezirks Calw-Nagold

Tobias Geiger
  • Bezirkssynode in Bad Liebenzell: Abschied von Dekan Erich Hartmann, Ruhestand zum Jahresende.
  • Hartmann predigte über Psalm 121 und betonte Vielfalt als Herausforderung und Geschenk.
  • Haushalt 2027 beschlossen: 3,3 Mio. Euro, trotz sinkender Kirchensteuern Aufgaben gesichert.
  • Bildung: weniger Schüler im Religionsunterricht, mehr nicht-evangelische Kinder – religiöse Vielfalt nimmt zu.
  • Landeskirche plant Auflösung des Bezirks Neuenbürg bis 2029, mehrere Gemeinden sollen sich anschließen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

90 Vertreter aus 45 evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Calw-Nagold kamen jüngst in Bad Liebenzell zusammen. Die Bezirkssynode stand im Zeichen des Abschieds von Dekan Erich Hartmann, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.

Seine Predigt im Gottesdienst über Psalm 121 begann bei Caspar David Friedrichs Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und ermutigte zum Vertrauen auf Gottes Führung.

„Vielfalt bleibt eine Herausforderung – und ein Geschenk“

Im Blick auf die Vielfalt der Gemeinden und Prägungen im Kirchenbezirk führte er aus: „Vielfalt bleibt eine Herausforderung – und zugleich ein großes Geschenk. Sie ist Ausdruck der Lebendigkeit des Leibes Christi. Wir sind nicht alle gleich, aber wir gehören zusammen. Gerade in einer Zeit, in der Kräfte schwinden, kann Vielfalt zur Quelle werden: weil sie uns erinnert, dass Gottes Geist mehr Möglichkeiten kennt, als wir uns vorstellen können.“

Er forderte dazu auf, nicht den Mangel in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Gaben zu entdecken, die Gott schenkt. Nicht zu fragen, was man nicht mehr hat, sondern zu sehen, was wächst, wenn Vertrauen gewagt wird. „Denn unser Herr ist kein Gott des Rückzugs, sondern des Lebens.“ Und „Gott wird auch die Kirche von morgen tragen: mit neuen Gesichtern, neuen Formen, neuen Liedern, neuen Wegen.“

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Codekan Tobias Geiger beauftragte sechs Prädikanten mit dem Predigtdienst im Kirchenbezirk und bedankte sich für das große ehrenamtliche Engagement. Für 25 Jahre Einsatz in der Notfallseelsorge erhielt Pfarrer Thomas Moser aus Zavelstein eine Medaille und die Ehrennadel des Landesverbands.

Kirsten Kastner (Koordinatorin der Notfallseelsorge im Landkreis Calw) ehrt Pfarrer Thomas Moser für 25 Jahre Mitarbeit in der Notfallseelsorge.

Kirsten Kastner (Koordinatorin der Notfallseelsorge im Landkreis Calw) ehrt Pfarrer Thomas Moser für 25 Jahre Mitarbeit in der Notfallseelsorge.

Tobias Geiger

Bei der Sitzung im Gemeindehaus stand als Erstes der Haushaltsplan für 2027 auf der Tagesordnung. Der Leiter der Evangelischen Regionalverwaltung, Stefan Kirchner, teilte mit, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen durch die zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen weiter verschlechtern. Trotzdem können alle Aufgaben wie Kindergartenarbeit, diakonische Beratung oder die Zuweisung an die Jugendwerke nach wie vor erfüllt werden.

Kirchenbezirksrechnerin Eva Ruoß stellte den Haushalt des Kirchenbezirks mit einem Umfang von 3,3 Millionen Euro vor, der ohne Gegenstimmen beschlossen wurde.

Nach der Pause berichtete Schuldekan Thorsten Trautwein über die Arbeit im Bildungsbereich. Er teilte mit, dass die Gesamtzahl der Schüler im Religionsunterricht in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei, aber die Teilnahme von nicht-evangelischen Kindern steige. Die Schülerschaft werde religiös vielfältiger, zum Beispiel durch den Zuzug von orthodox geprägten Familien. Schulgottesdienste sind oft die einzigen Berührungspunkte, an denen Kinder und Jugendliche in Kontakt mit Kirche kommen. Schuldekan Trautwein dankte den Lehrkräften sowie den Pfarrpersonen, die sich Woche für Woche im Religionsunterricht engagierten und Kinder und Jugendliche auf dem Weg des Glaubens begleiten.

„Ich gehe noch jeden Tag gerne ins Büro“

Danach informierte Codekan Tobias Geiger über den Beschluss der Landeskirche, den benachbarten Kirchenbezirk Neuenbürg bis 2029 aufzulösen. Sieben Gemeinden wie Bad Wildbad und Bad Herrenalb, die bereits jetzt zum Landkreis Calw gehören, sollen sich dem Kirchenbezirk Calw-Nagold anschließen. In einer Steuerungsgruppe werden die damit verbundenen Fragen bearbeitet, bevor die Bezirkssynode dann eine Entscheidung zu treffen hat.

Den Schlusspunkt setzte Erich Hartmann mit einer Rückschau auf seine Amtszeit. 2004 war er als damals jüngster Dekan der Landeskirche nach Calw gekommen, jetzt wird er nach fast 23 Jahren als Dienstältester verabschiedet. „Ich gehe noch jeden Tag gerne ins Büro“, betonte Hartmann, dem neben Verwaltung und Strukturthemen auch die Aufgaben als Pfarrer an der Calwer Stadtkirche wichtig waren.

Als Dekan habe er von Anfang an über den geistlichen Reichtum der Kirchengemeinden gestaunt und sein Respekt vor den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sei immer mehr gewachsen.

Doch im Rückblick auf die Veränderungen der vergangenen zwei Jahrzehnte stellte er fest: „Die Mehrheit gehört keiner Kirche mehr an, Religion und Glaube sind vielen gleichgültig geworden.“ In dieser Situation dürfe die Kirche sich nicht auf sich selbst zurückziehen, sondern müsse Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Es gelte, wieder mehr von Gott zu reden und dabei den Menschen und ihren Fragen zugewandt zu sein.

Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Karl Beck, bedankte sich bei Erich Hartmann für die langjährige Zusammenarbeit und hob besonders seine Initiative bei der Fusion der Kirchenbezirke Calw und Nagold hervor.

Die offizielle Entpflichtung von Dekan Hartmann erfolgt in einem Gottesdienst am 13. Dezember um 15.30 Uhr in der Calwer Stadtkirche und wird von Prälat Markus Schoch aus Reutlingen vorgenommen.