Kino im Nordschwarzwald: Netzwerk unter dem Titel „Stadt Land Kino“

Kino vernetzt in der Region (von oben links nach unten rechts): Florian Hamman (Kurtheater Schömberg), Joachim Fischer (Tivoli Achern, Central in Rottweil), Frank Rieg (Kiwi Kino Bad Wildbad), Benedikt Petschl (Subiaco Kinos und Central Kino Rottweil) Britt Abrecht (Beauftragte für Junges Kino KOKI Pforzheim) und Christine Müh (Geschäftsführerin KOKI Pforzheim).
KOKI Pforzheim/Joachim WossidloDer Kino-Ring im Schwarzwald soll die Kinoangebote in der Region langfristig sichern und nachhaltig stärken, heißt es in der Pressemitteilung. Unter dem Namen „Stadt Land Kino“ ist ein Netzwerk entstanden, das nicht nur Synergien zwischen den Kinos schafft, sondern auch neue, digitale Lösungen zur Förderung der Filmkultur nutzt.
Federführung beim KOKI Pforzheim
Das federführend vom Kommunalen Kino Pforzheim organisierte Projekt zielt darauf ab, vor allem kleinere Landkinos zu unterstützen und ihre Angebote für Schulen, Familien und die gesamte Region attraktiver zu gestalten. Umgesetzt wurde es mit Mitteln der Filmförderunganstalt FFA und dem Zukunftsprogramm Kino des Bundes. Unterstützt wird es außerdem durch die Filmbildungsagentur der Branchenverbände Vision Kino.
Die Kinos KOKI Pforzheim, Kiwi Wildbad, Kurtheater Schömberg, Subiaco Kinos in Alpirsbach, Schramberg und Freudenstadt, Tivoli Achern und Central Kino Rottweil bilden laut Pressemitteilung gemeinsam einen Ring von Kultureinrichtungen, die nicht nur die Vielfalt des Filmangebots sichern, sondern auch durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen ihre Existenz langfristig sichern wollen.
In einer Region, die von Wäldern, tiefen Tälern und oft schwierigen Verkehrsverbindungen geprägt ist, leiste das Kinoangebot nicht nur einen großen kulturellen Beitrag, sondern habe auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Das Kino bringt Kultur und Gemeinschaft zusammen. Gerade in ländlichen Gebieten seien viele kulturelle Angebote kaum zugänglich.
Mit „Stadt Land Kino“ wurde nun ein Modell entwickelt, das hochwertigen und abwechslungsreichen Kino- und Kulturgenuss auch in den kleineren Städten und Dörfern ermöglicht.
Digitale Vernetzung und Synergien
Ein zentrales Element des Projekts ist die Schaffung eines gemeinsamen Archivs. So können Filme im Sinne eines Abspielrings per Datenleitung schnell und nachhaltig zwischen den Kinos ausgetauscht werden. Darüber hinaus ermöglicht den Kinos die Domain stadt-land-kino.de ein gemeinsames Online-Booking-Tool eine vereinfachte Buchung von Filmen und Veranstaltungen – sowohl für Schulen als auch für private Gruppen und Kindergeburtstage.
„Wir wollen durch dieses Projekt nicht nur die logistische Effizienz erhöhen, sondern auch den Zugang zu Filmen und Medienpädagogik verbessern“, erklärt Britt Abrecht vom KOKI Pforzheim. „Unser Ziel ist es, Kino als Bildungsinstrument und als Erlebnis für alle Altersgruppen weiterzuentwickeln und dabei die Vielfalt der Region zu fördern.
Das „Stadt Land Kino“-Projekt fokussiert sich besonders auf Schulkino-Angebote und Angebote für Familien und soll Kindern sowie Jugendlichen einen aktiven Zugang zum Film bieten, heißt es in der Pressemitteilung. Mit einem gemeinsamen Webauftritt und einem erweiterten Online-Tool können Schulen und andere Interessierte Filme direkt buchen.
Umfangreiche Datenbank für Lehrkräfte
Lehrkräfte können sich außerdem über eine umfangreiche Datenbank selbst informieren und dank einer Kooperation mit Vision Kino auf Unterrichtsmaterialien direkt zugreifen. Dies reduziert den Verwaltungsaufwand in den Kinos und sorgt für eine größere Auswahl an Angeboten – von Schulvorführungen über medienpädagogische Workshops bis hin zu privaten Filmvorführungen. In den kommenden Monaten sollen auch medienpädagogische Workshops und Kinderkino-Formate weiter ausgebaut werden.
Mit „Stadt Land Kino“ haben die acht Kinos ein Modell entwickelt, das als Pilotprojekt für weitere kleine Kinos in der Region und im angrenzenden südlichen Schwarzwald dienen soll. Die geplanten Maßnahmen sollen langfristig die Kino-Angebote sichern, Synergien schaffen und das Kinovorrecht für die Regionen stärken. „Das gemeinsame Konzept sorgt dafür, dass die Kinos auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die kulturelle Identität der Region spielen“, so Christine Müh (Kommunales Kino Pforzheim)
Das Netzwerk soll ausgebaut werden
In den kommenden Jahren soll das Netzwerk weiter wachsen und auch anderen Kinos in angrenzenden Regionen die Möglichkeit geben, von den gemeinsamen Strukturen zu profitieren. Das Projekt setzt auf Kooperation statt Konkurrenz und zeigt, wie Kinos durch gemeinsame Ressourcen und digitale Lösungen ihre Zukunft sichern können.