Jugendhilfe in Altensteig
: „Niemand darf verloren gehen“

Petja Eckloff ist seit vier Jahren Angebotsleiter beim CJD in Altensteig. In der Montagsakademie berichtete er über die Entwicklung des Vereins. Welche Angebote gibt es?
Von
Manfred Köncke
Oberndorf
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In der Montagsakademie hielt Petja Eckloff einen Vortrag über die Weiterentwicklung des CJD in Altensteig. Begrüßt wurde er von Geschäftsführer Tobias Götz.

Manfred Köncke

Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) ist schon seit vielen Jahrzehnten eine Institution in Altensteig. Ein Standbein des gemeinnützigen Vereins ist die Berufliche Bildung und Rehabilitation, das zweite Standbein die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Über Angebote und die aktuelle Entwicklung des größten christlichen Bildungs- und Sozialunternehmens in der Flößerstadt informierte Petja Eckloff in einem mit Bildern und Videos angereicherten Vortrag in der Montagsakademie.

Der 46-jährige Berliner wohnt seit 2012 in Altensteig , ist seit vier Jahren Angebotsleiter für berufsbezogene Bildungsmaßnahmen und Eingliederung junger Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in das Arbeits- und Sozialleben.

75 Kinder und Jugendliche betreut

Begrüßt wurde Eckloff vom Geschäftsführer der evangelischen Erwachsenenbildung, Tobias Götz, sowie Beiratsmitglied Klaus-Peter Lüdke, der die Bedeutung des CJD schon allein wegen des ehemaligen privaten Christophorus-Gymnasiums hervorhob.

Der Standort Altensteig wurde 1952 eröffnet und wegen mehrerer Internate als CJD-Jugenddorf geführt. Aktuell werden 75 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 45 Mitarbeitern betreut und gefördert. In der „Chancenschmiede“ – so der Name der Werkstatt im Überberger Weg – wird eine reguläre, fachpraktische Ausbildung mit anerkanntem Abschluss in verschiedenen Berufen (Tischler, Maler, Lackierer Metalltechniker, Konstruktionsmechaniker) angeboten, um für den Arbeitsmarkt gerüstet zu sein.

Hilfe bei der Ausbildung

Die zwölfmonatige, berufsvorbereitende Ausbildung für Jugendliche mit Lernbehinderung findet in Nagold im Jugendwohnheim für Straßenwärter statt. Standort für kaufmännische Berufe ist nicht mehr das in die Jahre gekommene Haus „Terwiel“ – es soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden –, sondern das seit längerer Zeit leerstehende, frühere Hauptgebäude der Firma Heizung-Bad- Klima Gauß im Altensteiger Lohmühlenweg.

Nach einer zehnmonatigen Umbauphase konnte die Immobilie zum Jahreswechsel mit großzügigen Büro-, Unterrichts- und Medienräumen bezogen werden. Parkplätze stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung.

Therapien für Psychosen und Bindungsängste

Der zweite Zweig des CJD in Altensteig ist die Familienhilfe. Aktuell werden zugewiesene Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen – Schwerpunkt Borderline, Psychosen und Bindungsstörungen – zielgerichtet therapiert.

Drei Wohngruppen sind in zwei Häusern stationär untergebracht. Das CJD ist das größte christliche Bildungs- und Sozialwerk in Deutschland. Gegründet wurde es 1947 vom evangelischen Pfarrer Arnold Dannenmann mit dem Leitgedanken „Niemand darf verloren gehen“ für verwaiste und obdachlose Kinder, um ihnen in den Wirren der Nachkriegszeit ein Zuhause zu bieten und Chancen für die Zukunft zu eröffnen.

Heute beschäftigt das CJD 11000 Mitarbeiter in mehr als 350 Einrichtungen.

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