Christophorus-Kinderchor Altensteig: Besondere und intensive Tage in Polen

Unter anderem traten der Altensteiger Chor in Wroclaw auf, dem früheren Breslau.
Maria Gotzen-DoldDas Konzertjahr des Christophorus-Kinderchores Altensteig steht unter dem Motto „Frieden hören“. Der mehrfach ausgezeichnete Oberstimmenchor der Klassen 6 bis 8 des Christophorus-Gymnasium Altensteig reiste mit Chorleiter Wolfgang Weible über Dresden und Wroclaw (Breslau) bis in den Landkreis Gliwice (Gleiwitz) sowie ins Kloster Rudy – Orte mit besonderer historischer Bedeutung im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg und die deutsch-polnische Geschichte.
In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Calw, dem CJD-Christophorus-Chorverein und der Evangelischen Landeskirche Württemberg, vertreten durch DiMOE-Prälaturpfarrerin Maria Gotzen-Dold, wurde die Reise gefördert und unterstützt. Die begleitende Pfarrerin für osteuropäische Kontakte betonte: „Singen im Chor heißt hören lernen. Nur wer aufeinander hört, kann gemeinsam klingen.“ Polen, so Gotzen-Dold weiter, gehöre zu jenen Staaten, die gerne mehr Gehör in Europa fänden.
Die Konzertreise des Christophorus-Kinderchors Altensteig führte unter anderem in die Christuskirche in Dresden-Strehlen, wo gemeinsam mit dem Chor „Cantabile Dresden“ unter Leitung von Johannes Radde ein Begegnungskonzert stattfand. Es erklang die Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“ – ein Werk, das Kreuzkantor Mauersberger unter dem Eindruck der Zerstörung Dresdens komponierte, tonmalerisch in den Anfangstakten achtstimmig gesetzt.
Der Christophorus-Kinderchor interpretierte Leo Délibes „Messe brève“ für zwei bis drei Oberstimmen und Orgel – Musik, durchdrungen von Gefühlstiefe und Innigkeit. Daneben Kurt Bestors „Prayer oft the children“ für vier Oberstimmen und andere Werke.
In Gliwice begann der Zweite Weltkrieg
Rückblick: Am 31. August 1939 täuschten deutsche Provokateure einen polnischen Überfall auf den Sendemast Gleiwitz (Gliwice) vor, was als Legitimation für den Überfall auf Polen betrachtet wurde und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs markierte.
Seit 1991 pflegen die Landkreise Calw, Gliwice und Mittelsachsen partnerschaftliche Kontakte. Mit seiner Reise will auch der Christophorus-Kinderchor Altensteig ein Zeichen für Versöhnung, Erinnerung und Offenheit im Dialog durch die Musik mit den polnischen Nachbarn setzen. Chorleiter Wolfgang Weible sagte: „Es waren besondere und sehr intensive Tage“. Es sei ein Geschenk, so Weible, dass der Chor 80 Jahre nach Kriegsende mit Musik nach Polen reisen und den Menschen dort freundschaftlich begegnen darf.
In Polen standen Besuche geschichtsträchtiger Orte wie Wroclaw (Breslau), ein Besinnungsweg über den jüdischen Friedhof in Wroclaw, ein Konzert im Schloss Toszek (Landkreis Gliwice) und, wieder auf dem Rückweg, ein Auftritt in Geringswalde auf dem Programm.
Abschluss in Ringethal
Ein stimmungsvolles Abschlusskonzert gab der Christophorus-Kinderchor Altensteig in der evangelischen Kirche im mittelsächsischen Ringethal. Die Gemeinde dort besitzt die kleinste Silbermann-Orgel der Welt. Korrepetitor, Organist und Kirchenmusiker im Nebenberuf Matthias Hinderer begleitete auf diesem wohlklingenden Instrument unter anderem die Musikstudentin, ehemalige Chorsängerin und Begleitperson Gina Maria Jocher auf ihrer Oboe in ihrer Darbietung von Marcellos Konzert in d-moll für Oboe und Tasteninstrument.