Hohe Gefahr im Nordschwarzwald: 1. Mai-Wanderer aufgepasst! Warum Waldbrände drohen und was jeder tun kann

Im Sommer 2022 kam es zu einem Waldbrand zwischen Bad Teinach und Emberg
Kreisfeuerwehrverband CalwWandern, Lagerfeuer, Grillen und der 1. Mai gehören für viele Menschen zusammen wie Topf und Deckel. Doch dieses Jahr heißt es aufpassen in Sachen Feuer und Flammen.
Das macht eine Tabelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deutlich, die für die kommenden Tage bis einschließlich Samstag für den Kreis Calw eine „hohe Gefahr“ für Vegetationsbrände ausweist – die zweithöchste Stufe des Waldbrandgefahrenindexes, der von 1 bis 5 reicht.
Die Daten für diese Einschätzung stammen von einer Messstation in Neubulach-Oberhaugstett. Anhand von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, der Feuchtigkeit des Bodens und der darauf liegenden Blätter oder Nadeln errechnet sich der Waldbrandgefahrenindex.
Eine große Rolle spielt dabei die für diese Jahreszeit ungewöhnliche Trockenheit.
Wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung in dieser Woche in einer Wetter-Kolumne der Frankfurter Rundschau schrieb, handle es sich dabei nicht nur um ein wenig ausbleibenden Regen. Sondern um einen Boden, der bereits jetzt so ausgetrocknet sei wie sonst im Hochsommer.
Nur 40 Prozent der sonst üblichen Regenmengen
Als Beispiel führt er etwa die Stadt Harzgerode in Sachsen-Anhalt auf. Dort sei der Boden aktuell trockener als das sonst Mitte August gemessen würde. Seit Beginn der Messungen dort, vor mehr als 30 Jahren, habe es das noch nie gegeben.
Sei 2025 bereits als das Jahr mit dem trockensten Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland in die Geschichte eingegangen, befinde sich das Jahr 2026 auf dem besten Weg, das zu toppen.
Der März sei 2,8 Grad Celsius wärmer gewesen als im langjährigen Mittel. Und im April seien bislang nur gut 40 Prozent der sonst üblichen Regenmengen zusammengekommen.
Auch das Landratsamt Freudenstadt warnt bereits offiziell vor der hohen Waldbrandgefahr – gerade auch vor dem Hintergrund des Feiertags am 1. Mai, an dem traditionell viele Menschen in der Natur unterwegs sind.
„Der Mensch ist in den meisten Fällen Auslöser für Waldbrände, daher möchten wir die Waldbesucherinnen und Waldbesucher an ein paar Spielregeln für ihr Verhalten im Wald erinnern“, wird Susanne Kaulfuß, Leiterin des Kreisforstamtes Freudenstadt, zitiert.
Nadelhölzer und deren Nadeln enthalten leicht brennbare Stoffe
Waldbrände entstehen laut Mitteilung häufig durch Unachtsamkeit, wie die weggeworfene Zigarettenkippe oder das Verlassen eines ungelöschten Grillfeuers an einer hierfür vorgesehenen Grillstelle.
Ausgetrocknete Bodenvegetation oder Reisig in den Wäldern könnten schnell Feuer fangen. „Insbesondere Nadelhölzer und deren Nadeln, die hier in der Region hauptsächlich vorkommen, enthalten leicht brennbare Stoffe, wie Terpentine oder ätherische Öle“, so Kaulfuß. Besonders gefährlich sei dabei der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko mache.
Daher gelte es folgende Regeln unbedingt zu beachten: Vom 1. März bis 31. Oktober ist Rauchen im Wald verboten. Feuer machen ist nur an fest eingerichteten, genehmigten Feuerstellen auf Grillplätzen erlaubt. Um Funkenflug einzudämmen, nur kleine Grillfeuer, wenn erlaubt, entfachen. Feuer unter keinen Umständen unbeaufsichtigt lassen. Feuer vor dem Verlassen unbedingt vollständig löschen. Grillen im Wald auf mitgebrachten Gartengrillgräten ist nicht gestattet. Keine Fahrzeuge mit heißem Auspuff über trockenem Gras parken.
