Heumadenschule betroffen
: Stadt muss Betreuungszeiten kürzen – zum Ärger der Betroffenen

Der Stadt Calw fehlt Betreuungspersonal. Der Hort muss deshalb zur Kernzeitbetreuung umgewandelt werden. Das sorgt für „Feuer in Heumaden“.
Von
Ralf Klormann
Oberndorf
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An der Heumadenschule kann der Hort nicht mehr angeboten werden.

Thomas Fritsch

In knapp 14 Monaten, ab dem Schuljahr 2026/27, steht der Heumadenschule eine Umwandlung bevor – und zwar zur Ganztagsgrundschule. Die bisherige Hortbetreuung wird dort dann nicht mehr erforderlich sein.

Bis es soweit ist, hat sich nun jedoch kurzfristig ein Problem aufgetan.

Es fehlt an Fachkräften

Grundsätzlich, so erklärte Calws Oberbürgermeister Florian Kling in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses, sehe es so aus, „dass es schlecht aussieht“. Mehrere Gründe hätten dazu geführt, dass die „Hortbetreuung nicht zu gewährleisten ist“. In erster Linie habe das mit der Personalsituation zu tun.

Aktuell seien sowohl die Leitungsstelle, als auch ab dem 1. September „die beiden Stellen der pädagogischen Fachkräfte des Horts vakant, da alle Stellenausschreibungen erfolglos geblieben sind“, heißt es dazu in den Unterlagen. Ab September stehe daher „kein pädagogisch qualifiziertes Personal mehr zur Verfügung“.

Fachpersonal ist jedoch eine der rechtlich zwingenden Voraussetzungen, um überhaupt einen Hort betreiben zu dürfen.

Verwaltung arbeitet mit „heißer Nadel“

Die Stadt stellt als Interimslösung daher nun auf Kernzeitbetreuung an der Heumadenschule um – weil dafür keine ausgebildeten Pädagogen vorgeschrieben sind, sondern lediglich „geeignete Betreuungskräfte“. Das beschloss in dieser Woche der Bildungsausschuss bei zwei Gegenstimmen.

Der Oberbürgermeister erklärte, da sich die Situation extrem kurzfristig ergeben habe, arbeite die Verwaltung hier mit „heißer Nadel“. Das führte offenbar vor allem bei den Betroffenen zu Ärger und Unsicherheit.

„Wenn mit den Eltern nicht kommuniziert wird, sorgt das für Feuer“, meinte entsprechend Oliver Höfle (Gemeinsam für Calw) – wenn es ab September etwa keine Freitagsbetreuung mehr für rund 40 Kinder gebe. Denn diese gehört nicht zum Angebot der Kernzeitbetreuung.

Einige Probleme gelöst

„Wir können nur kommunizieren, was wir sicher wissen“, verteidigte sich Kling. Dies sei erst seit dem Vortag der Sitzung der Fall. Die Frage der Betreuung am Freitag sei inzwischen zudem gelöst: Alle Kinder hätten ab dem neuen Schuljahr donnerstags Nachmittagsunterricht; dafür könne am Freitag – statt am Donnerstag – eine Betreuung angeboten werden.

Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus bei der Stadt Calw, erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion überdies, dass es auch am Donnerstagmorgen eine Betreuung geben werde.

Üblich ist das nicht; die Kernzeitbetreuung erstreckt sich eigentlich nur über vier Tage. Um den Eltern entgegen zu kommen, weil sich die Veränderung so kurzfristig ergeben habe, sei aber auch das eingeplant worden.

Einschränkungen gibt es trotzdem

Einschränkungen wird es trotz allem geben. So bietet die Stadt in den Sommerferien etwa eine Betreuung von 8 bis 15 Uhr an, im Hort war dies von 7 bis 17 Uhr möglich. Im neuen Schuljahr deckt die Kernzeitbetreuung den Zeitraum von 7 bis 16 Uhr ab, eine Stunde weniger als im Hort.

In den danach kommenden Ferien sei eine Betreuung von 7 bis 13 Uhr vorgesehen.

„Es ist ein ‚aufeinander-zu-bewegen‘“, hatte Kling bereits im Ausschuss erklärt. Es handle sich immer noch um mehr Betreuung, als es an anderen Standorten gebe. Aber: Es sei eben nicht dasselbe wie im Hort. Wäre das möglich, würde die Stadt weiter den Hort anbieten, sagte der Oberbürgermeister.

Schwieriger Markt

Doch die Stadt könne nicht mehr Fachkräfte beschäftigen, als der Markt hergebe. Und bei pädagogischem Fachpersonal handle es sich um einen Arbeitnehmermarkt. Viele wollten gerade nachmittags nicht arbeiten; einer der Wünsche, den es aber zu erfüllen gelte, um überhaupt Personal zu bekommen oder zu halten.

Aus denselben Gründen musste die Stadt bereits vor rund vier Jahren Einschnitte vornehmen. Damals war die Ganztagesbetreuung bei den Kindertageseinrichtungen von 50 auf 45 Stunden in der Woche gekürzt worden.

„Wir bescheißen hier nicht“

Gerüchte, dass Fachkräfte zur Verfügung stünden, die lediglich nicht eingestellt würden, scheint es unter den Betroffenen in Heumaden indes trotzdem zu geben.

In der Sitzung des Ausschusses trat Oberbürgermeister Kling dem entgegen: „Was in Ihrer E-Mail steht, ist einfach falsch“, sagte er an einige Gäste im Publikum gewandt. „Es steht kein Personal zur Verfügung.“ Die Stadt würde jeden „mit Kusshand nehmen“, der geeignet sei. „Wir bescheißen hier nicht“, unterstrich Kling. Über Personalthemen im Einzelnen dürfe ein Arbeitgeber aber keine Auskunft geben.

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