Gechingen
: Finanzchef mit viel Gemeinsinn

Kommunales: Kämmerer Andreas Bastl arbeitet sich schnell ein / Ausgebildeter Feuerwehrmann
Von
Marion Selent-Witowski
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Der neue Kämmerer Andreas Bastl fühlt sich in Gechingen sehr wohl. Foto: Selent-Witowski

Schwarzwälder-Bote

Andreas Bastl hat vor einigen Wochen den Posten des Kämmerers der Gemeinde Gechingen übernommen. Er fühlt sich aber nicht nur für die finanziellen Angelegenheiten der Gäugemeinde verantwortlich.

Gechingen. Der gebürtige Sindelfinger hat bereits im Haupt- und Personalamt der 2000-Einwohner-Gemeinde Illmensee im Kreis Sigmaringen gearbeitet, war danach Kämmerer in Magstadt und anschließend in Heimsheim tätig. Zuletzt leitete Bastl rund ein Jahr lang die Abteilung Haushalt und Finanzen bei der Stadt Sindelfingen. "Ich habe schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist, weil der Verwaltungsapparat einfach zu groß ist, man nicht einmal alle Kollegen kennt und kaum Kontakt zu den Bürgern hat", erklärt der 38-Jährige seine Beweggründe für einen erneuten beruflichen Wechsel. Von Kindesbeinen an habe er in kleineren Kommunen gelebt und das enge Miteinander der Menschen schätzen gelernt.

"In Gechingen bin ich super aufgenommen worden", berichtet der 38-Jährige von der Einarbeitungsphase, in der ihm vor allem der bisherige Kämmerer Joachim Kaufmann mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe: "Wir haben sehr schnell einen guten Draht zueinander gefunden, weil wir ähnlich ticken". Auch die anderen Mitarbeiter und die Gechinger, mit denen er bislang zu tun gehabt habe, hätten ihn äußerst freundlich empfangen. Das alles habe es ihm erleichtert, die Gepflogenheiten im Rathaus kennenzulernen.

Einzelkämpfer nicht erwünscht

In einer Gemeindeverwaltung zu arbeiten, bedeute für ihn nicht, als Einzelkämpfer die Tätigkeit des Kämmerers bestmöglich auszufüllen: "Wir sind ein Team, das alle Aufgaben für die Bürger gemeinsam leistet". Nur zusammen könne eine Brücke zur Bevölkerung geschlagen werden. Gleichwohl ist Bastl bewusst, dass man in einer kleineren Gemeinde als Kämmerer nicht anonym ist und man selbst sowie die eigene Arbeitsweise als Verantwortlicher für die Finanzen anders wahrgenommen wird als in größeren Kommunen.

Dass der 38-Jährige viel Gemeinsinn besitzt, hat er andernorts bereits als ausgebildeter Feuerwehrmann bewiesen. "Es wird immer wieder gefordert, dass Unternehmen und Handwerksbetriebe die Helfer für Einsätze freistellen sollen. Warum nicht auch Gemeindeverwaltungen?", fragte sich Bastl und packte bei den Brandbekämpfern mit an.

In den nächsten Jahren gibt es für den neuen Gechinger Finanzchef, die Kollegen in der Verwaltung sowie den Gemeinderat viel zu tun, denn weitere Investitionen wie etwa ein neues Baugebiet werden den Gemeindehaushalt belasten. So manches werde finanziell schwer zu stemmen sein. "Das wird ein Kraftakt, aber langfristig geht es um einen Mehrwert für die Gemeinde", sagt Bastl.

In seiner Freizeit geht der Kämmerer gerne Joggen und läuft auch Langstrecken: "Das ist ein schöner Ausgleich zur Arbeit. Außerdem mag ich es sehr, draußen zu sein".

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.