Finanzen in Ostelsheim
: Aus dem Minus wird ein Plus

Das Jahr 2024 ist für Ostelsheim finanziell besser gelaufen als geplant. Doch die Gewerbesteuer sinkt. Manche im Gemeinderat wollen deshalb die Grundsteuer erhöhen.
Von
Felix Biermayer
Oberndorf
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Für das Jahr 2024 gab es bei den Finanzen eine positive Überraschung. Für 2025 ist das nicht zu erwarten.

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200 000 Euro Plus statt 500 000 Euro Minus – darauf lassen sich die Zahlen runterbrechen, welche Kämmerer Fabian Dieringer am Freitagabend im Gemeinderat präsentierte. Er stellte den Jahresabschluss 2024 vor.

In dem Jahr hatte Ostelsheim im Ergebnis eigentlich mit einem satten Defizit gerechnet. Ist es also nicht so schlimm gekommen? „Das positive Ergebnis liegt an einem Sondereffekt“, erklärte Dieringer. Die Kommune habe Grundstücke viel teurer als gedacht verkaufen können. Daher die Mehreinnahmen.

Bislang steht 2025 im Minus

Aber ein Defizit ließe sich nicht jedes Jahr auf diese Weise ausgleichen, sagte Dieringer mit Blick auf 2025. Hier steht ein Minus von 900 000 Euro im Plan für den Ergebnishaushalt.

Auch im Finanzhaushalt 2024 ist es besser als geplant gelaufen. Die liquiden Mittel haben zu- statt abgenommen. Und die Rücklage erhöht sich um die 200 000 Euro auf knapp 1,2 Millionen Euro.

Gewerbesteuer sinkt

Dieringers Vortrag ermöglichte einen genaueren Blick darauf, wo in Ostelsheim Geld ausgegeben und wo eingenommen wird. Den Großteil bei den Einnahmen machen Steuern und Zuweisungen aus. Beide sind geringer ausgefallen, als Dieringer erwartet hatte. Zwar ist das Geld aus der Einkommenssteuer im Vergleich zu 2023 mehr geworden. Ostelsheim hat hier fast 2,2 Millionen Euro eingenommen. Aber die Gewerbesteuereinnahmen sind gesunken. Waren es 2023 noch über 1,3 Millionen Euro, nahm Ostelsheim über diese Steuer nur noch 1,2 Millionen Euro ein. 1,4 Millionen Euro bekam die Kommune aus dem Finanzausgleich. Dieringer verwies darauf, dass die Gemeinde auf die meisten ihrer Einnahmen keinen Einfluss habe. Selbst dort, wo sie wie bei der Gewerbesteuer Hebesätze selbst festlegen könne, hingen die Einnahmen oft von der Konjunktur ab.

Kinderbetreuung kostet viel

Bei den Ausgaben stehen die Personalkosten fast ganz oben. Knapp 2,6 Millionen gab Ostelsheim dafür 2024 aus, fast eine Million Euro mehr als noch 2020. 61 Prozent der Personalkosten seien für das Kita-Personal, sagte Dieringer. Im Vergleich zu 2020 gebe es 2024 dort sieben Stellen mehr. Der Kämmerer verweist auf die Kinderzahl. Wurden 2020 noch 89 Kinder betreut, waren es 2024 151 Kinder. „Die zunehmenden Personalkosten lassen sich durch zunehmende Kinderzahlen erklären“, so Dieringer. Dazu kämen gestiegene Löhne der Erzieherinnen wegen des besseren Tarifvertrags.

Der größte Ausgabenposten der Kommune sind aber die Transferaufwendungen mit fast drei Millionen Euro. Davon ist der größte Brocken die Kreisumlage. Zudem zahlt Ostelsheim etwa eine Million in den Finanzausgleich ein.

Investitionen nicht getätigt

2024 hat Ostelsheim unter anderem in den Brandschutz investiert und über 100 000 Euro in den Löschwasserbehälter Benzenäcker gesteckt. Für rund 43 000 Euro kaufte die Kommune Grundstücke. Etwa 350 000 Euro investierte die Gemeinde in verschiedene kleinere Projekte.

Die Großprojekte wie die Abrechnung der neuen Bahnüberführung in der Bahnhofstraße (570 000 Euro), der Sanierung des Wohngebäudes im oberen Tal (350 000 Euro), der Kauf eines Traktors für den Bauhof (210 000 Euro) oder Feuerwehrfahrzeugen (100 000 Euro) wurden nicht umgesetzt. Das entlastet den Haushalt. Allerdings nur kurzfristig, denn die Investitionen müssen in den kommenden Jahren ja trotzdem getätigt werden.

Grundsteuer erhöhen?

Und die kommenden Jahre werden finanziell nicht einfacher werden. Das Thema Geld sei schwierig, meinte Bürgermeister Ryyan Alshebl, auch wenn Ostelsheim noch gut aufgestellt sei. „Wir haben kein Ausgabenproblem“, sagte Alshebl. Beim Personal liege man im Plan. Alshebl sah eher ein Einnahmeproblem. „Wir haben die niedrigste Grundsteuer im Kreis“, stellte er fest. Und das obwohl Ostelsheim mit die teuersten Bodenrichtwerte habe. Etwa 245 000 Euro hat die Kommune durch die Grundsteuer B letztes Jahr eingenommen. Der Hebesatz liegt bei 145 von Hundert.

„Das ist eine Diskussion für die Zukunft“, so Alshebl zu einer etwaigen Erhöhung. Rudi Schlienz (OFW) hatte sofort eine Meinung dazu. „Für das, was wir mit der Grundsteuer einnehmen, geht ein Abteilungsleiter bei der Firma mit dem Stern nicht einmal arbeiten“, argumentierte Schlienz für eine Erhöhung. Die beschloss der Gemeinderat am Freitag nicht, genehmigte aber einstimmig den Jahresabschluss 2024.

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