Feuerwehr Bad Teinach-Zavelstein
: Neuer Gerätewagen für neue Herausforderungen

Zwei Jahre Planung, Besichtigungen, Treffen und Sitzungen, 82 Wochen Lieferzeit – jetzt ist der Gerätewagen für die Feuerwehrabteilung Sommenhardt-Zavelstein da.
Von
Albert M. Kraushaar
Oberndorf
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Schlüsselübergabe für den Gerätewagen Logistik L2: Hans Roller, Walter Kalmbach, Andreas Mast, Markus Wendel und Eric Bruckner.

Albert M. Kraushaar

Das Magazin unweit des KoNi war brechend voll, als Feuerwehrabteilungsleiter Andreas Mast die zahlreichen Gäste begrüßte. Musikalisch begleitet durch die „Würzbachkreizler“ vom Bauerntheater Würzbach, stellte Mast die Fakten zu der rund 580 000 Euro teuren Investition in den Raum. Das alte TLF 8/18 Baujahr 1993 sei nicht nur in die Jahre gekommen. Das liebevoll als Tanker betitelte und mit dem alten Führerschein der Klasse drei noch bewegbares Fahrzeug sei für die heutigen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. „Im aktuellen Feuerwehrbedarfsplan ist beschlossen worden, ein multifunktionelles Logistik-Fahrzeug zu beschaffen“, blickte Mast zurück.

Unzählige Einsatzvarianten

Anfang 2023 wurde es dann ernst. Nach diversen Besichtigungen einigte man sich auf ein Gefährt mit Allradfahrgestell, Staffelbesetzung, 1200 Meter Schlauchverlegung und Kofferaufbau für unzählige Einsatzvarianten. „Der gesamte Ausschuss hat über einen langen Zeitraum viel Zeit in Planung, Abstimmung und Ausschreibung investiert, dafür möchte ich mich heute ganz herzlich bei euch bedanken“, wandte sich der Abteilungsleiter an sein Team.

Von der Ostsee ins Teinachtal

Im November 2025 fand die Fahrzeugabnahme im norddeutschen Rendsburg statt. Kurz vor Weihnachten konnten dann fünf Feuerwehrleute den GW L2 an der Ostsee abholen. Nach rund 800 Kilometern Heimfahrt stand ein 320 PS starker MAN mit 8,20 Meter Länge und 16 Tonnen Fahrgestell mit Platz für sieben Rollcontainer, 720 Meter Schlauch und hydraulischer Ladebordwand vor dem Magazin. In den Rollcontainern sind 500 B- Schlauch, Atemschutzgeräte, Einsatzbeleuchtung, Ölspurmittel sowie Ausrüstung für Wasserschäden untergebracht.

Wöchentliche Übungen

„Im Januar sind wir in eine sehr ausgiebige und intensive Einarbeitung gestartet“, berichtete Mast und bedankte sich für das große Engagement bei den wöchentlichen Übungen. Seine erste Erkenntnis: „Mit dem GW L2 sind wir für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Das Fahrzeug ist nicht nur für unsere Abteilung ein großer Schritt, sondern auch ein wichtiger Baustein für den Bevölkerungsschutz der Stadt Bad Teinach-Zavelstein“.

60 Prozent Einsatz – 40 Prozent Kameradschaft

Da die Topographie der Stadt durchaus als eine Herausforderung angesehen werden darf, plant die Feuerwehr noch die Beschaffung eines Wasserfasses, um auch für Wald- und Vegetationsbrände gerüstet zu sein. „Aber“, schränkte Andreas Mast ein, „am Endes sind es nicht PS oder Technik, sondern es ist der Mensch, der dahinter steht. 60 Prozent ist Einsatz, 40 Prozent ist Kameradschaft. Wenn die nicht stimmt, nützt die ganze Technik nichts“, sagte der Abteilungsleiter.

„Bis 2023 hatten wir keine Waldbrände und dann gleich fünf, plus Wasserschäden“, begründete Gesamtkommandant Walter Kalmbach die sich verändernden Anforderungen an die Feuerwehr.

Von Bürgermeister Markus Wendel kam ein großes Lob an die Abteilung, dass sie mit dem Festakt und anschließenden zweitägigem Feuerwehrfest „ein richtig großes Ding“ aus der Übergabe gemacht habe. Der Bürgermeister erinnerte an die Erstellung des Feuerwehrbeschaffungsplan. Diesen habe der Gemeinderat in Corona-Zeiten mit einer Maske vor dem Gesicht jeder an einem einzelnen Tisch gefasst.

Große Anerkennung

Laut Paragraf drei im Feuerwehr-Gesetz habe jede Gemeinde die Aufgabe, eine Feuerwehr zu stellen und den örtlichen Erfordernissen entsprechend auszurüsten, begründete Wendel die Anschaffung. Alle Entscheidungen dazu seien einstimmig gefallen, was das Stadtoberhaupt auch als eine Anerkennung für die Leistung der Wehr wertete und ergänzte: „ Wir wollen auch junge Leute für unsere Feuerwehr gewinnen, dafür müssen wir sie für moderne Technik begeistern und attraktiv dran bleiben. Zum Ende des Jahrzehnts sehe der Beschaffungsplan ein Fahrzeug für die Abteilung.

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