Familienbesucherinnen berichten: So werden Neugeborene in Altensteig willkommen geheißen

Familienbesucherin Sonja Birnbaum (rechts) bei einem Besuch bei einer Altensteiger Familie
Manuel VirágWenn ein Baby in die Familie kommt, steht das Leben erst einmal Kopf. Im Kultur- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats stellten die Familienbesucherinnen ihre Arbeit vor, die mittlerweile seit 15 Jahre läuft.
Wird ein Kind geboren, informiert die Stadt Altensteig die Familienbesucherinnen. Etwa in der 6. bis 8. Woche überbringen sie dann einen Willkommensgruß. Im Gepäck: Ein Blumenstrauß, ein kleines Geschenk für den neuen Altensteiger Mini-Einwohner, eine Infomappe mit allerlei Broschüren und Anlaufstellen und ein Pixibuch für die Geschwister des Neuankömmlings. 80 bis 120 Besuche kämen jedes Jahr zusammen.„Als erstes wollen wir die Familien willkommen heißen und zeigen, dass sie wichtig sind und gesehen werden.“
Eine Mappe mit allen Angeboten
Denn ein neugeborenes Kind wirbelt das Leben auch erst einmal durcheinander. „Es ist uns wichtig, dass wir Zeit mitbringen, damit wir zuhören können“, meinte Familienbesucherin Sonja Birnbaum. Wenn junge Eltern Hilfestellung benötigen, können die Besucherinnen diese vermitteln und an die entsprechenden Stellen verweisen. Praktisch: In der Infomappe ist alles kompakt beisammen. „Geschenke sind das eine, aber es ist auch immer eine Frage, wie es überbracht wird“, sagte Bürgermeister Oliver Valha dazu.
Einige der Stadträte können vom Angebot aus Erfahrung berichten. „Von mir kommt erstmal ein ganz ganz großes Lob und ein Riesen-Dankeschön“, erklärte Claudia Bertram-Schuler (SPD/Grüne), die auch schon besucht wurde. Was sie gut findet?„Die Angebote in einer Mappe präsentiert zu werden, das nette Gespräch, wahrgenommen werden. Und: „Altensteig hat so viel zu geben und so viele tolle Menschen und da sind sie ganz wichtig, den Startpunkt dafür zu geben.“

Kleine Geschenke zum Start ins Leben
Foto: Manuel VirágAuch Stadtrat Fabian Müller (FW) zeigte sich angetan: „Ich möchte mich vom ganzen Herzen dem Dank anschließen.“ Grade, wenn man als erster in der Familie und Freundeskreis Eltern würde, sei es wertvoll, die Angebote zu kennen. „Es ändert sich extrem viel“, sagte auch Stadträtin Ellen Freudenmann-Habel. Sie selbst wurde beim ihrem dritten Kind besucht. Der Austausch sei wertvoll – grade für die jungen Mütter, die das erste Kind bekommen. „Da gibt es sehr viele Unsicherheiten“, erklärte die Stadträtin.
So gut der Familienbesuch heute angenommen wird, das war nicht selbstverständlich. In der ersten Zeit seien viele skeptisch gewesen. Grund war die Sorge, dass es sich quasi um einen „Kontrollbesuch“ handeln könnte.
Elterncafé sorgt für Austausch, während Kinder spielen
Doch dieses Bild hat sich gewandelt. Und zu den Besuchen obendrauf ist das Elterncafé entstanden. Vor allem Mütter kommen mit ihren Kindern dorthin. Während die Kleinen in der Mitte spielen, gibt es alle zwei Wochen einen 45-minütigen Vortrag zu unterschiedlichen Themen. Beikoststart, Zahnpflege und Erste Hilfe am Kind beziehen sich ganz klar auf den Nachwuchs.
Doch auch die elterlichen Themen sollen nicht zu kurz kommen. So war etwa schon „Eltern sein – Paar bleiben“ oder „Tipps zum Elterngeld“ Thema. Hin und wieder gibt es auch Ausflüge: Zur Feuerwehr, einem Indoorspielplatz oder ganz klassisch auf den Spielplatz.
Das Elterncafé findet jeden Mittwoch von 9 bis 11 im katholischen Gemeindehaus Altensteig statt.