Chorjubiläum in Ottenbronn
: Gesangverein Eintracht blickt auf Gründung vor 100 Jahren

Trotz Gluthitze: Die Mitglieder des Gesangvereins Eintracht Ottenbronn ließen sich die gute Laune beim Festkonzert nicht nehmen –  und steckte das Publikum damit an.
Von
Jeanette Tröger
Althengstett-Ottenbronn
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Der Chor beim Auftritt mit Chorleiterin Gräf im Vordergrund und  Pianist Frank Ramsayer (links).

Der Chor beim Auftritt mit Chorleiterin Gräf im Vordergrund.

Jeanette Tröger
  • Der Gesangverein Eintracht Ottenbronn feierte in der Halle sein 100-jähriges Jubiläum.
  • Trotz großer Hitze fand das Festkonzert statt, mit kühlen Getränken und Fingerfood.
  • Redner betonten die Bedeutung des Vereins und überreichten Geldgeschenke und Sekt.
  • Nachwuchs fehlt, der Verein prüft im Juli ein Ruhen – Entscheidung steht noch aus.
  • Das Programm spannte sich von Schlagern bis Klassik, zum Schluss erklang „Time to say good by“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Hundertjähriger, der sich von der Gluthitze nicht vom Feiern abhalten lässt und sich über viel Besuch Geburtstagsbesuch freuen darf – die Rede ist vom Gesangverein Eintracht Ottenbronn, der am Wochenende sein Jubiläum mit Konzert und Musik sowie viel guter Laune in der Mehrzweckhalle gefeiert hat.

„Wir haben kurz mal überlegt, ob wir der sommerlichen Hitze wegen die Veranstaltung absagen sollen“, gestand ein Chormitglied. Angesichts der vielen Gäste, die schon zeitig vor dem offiziellen Beginn ankamen, war die Entscheidung jedoch richtig: „Wir ziehen es durch.“

Die Helfer vom Mutesheer hatten in der dekorierten Halle kühle Getränke und zur Begrüßung Sekt parat und an der anderen Hallenseite wartete ein buntes Fingerfood-Buffet. Es war also alles bestens vorbereitet für einen würdigen Jubiläumskonzertabend.

Große und kleine Herausforderungen

In ihren Grußworten nach der Begrüßung durch Eintracht-Vorsitzende Gabi Koch gingen die Redner auf die Herausforderungen und die Entwicklungen in Wirtschaft, Technik und den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft im Kleinen wie im Großen in den 100 Jahren seit der Gründung des Gesangverein Eintracht ein.

„Totgesagte leben länger, es darf mit hundert Jahren nicht Schluss sein“, war der Apell von Andreas Felchle, Präsident des Chorverbands Nordschwarzwald. Sein Präsent und das des Präsidenten des Schwäbischen Chorverbands übergab er an Koch mit den Worten: „Von zwei Ebenen gibt es Geld, da könnt ihr nicht aufhören.“

Auch Bürgermeister Rüdiger Klahm hatte ein großzügiges monetäres Geschenk der Gemeinde dabei und für eine chorinterne Feier eine Magnumflasche lokalen Sekt mit goldener persönlicher Widmung drauf.

„Alle haben Nachwuchsprobleme“

Dritter im Bund war Ortsvorsteher Hartmut Weber. „Alle Vereine haben heute Nachwuchsprobleme wie der Gesangverein, die Menschen sind eher bereit für Projekte, nicht für dauerhaftes Engagement“, thematisierte er den Grund, warum der Verein über ein Ruhen  nachdenkt. Es fehle damit die Nachhaltigkeit, die ins dörfliche Leben hineinwirke.

Chorleiterin Gisela Gräf hat entlang der 100-jährigen Vereinsgeschichte eine bunte Titel-Auswahl in thematischen Blöcken zusammengestellt. Für die Epoche nach Gründung des Vereins standen die Titel „Bel Ami“, „So schön wie heut“ und „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein.“ Gräf und Tenor Werner Lieb flochten in ihre gemeinsame Moderation kurze Gedichte und Anekdoten zur jeweiligen Zeit ein, Frank Ramsayer begleitete den Chor am Klavier.

„Italien-Reise“ war ein nächster Block überschrieben, die Menschen konnten sich wieder Urlaub leisten. „Südliche Nächte“, „O mio bella Napoli“ und „Frauen und Wein“ hießen dazu die passenden Titel.

In einem kleinen Anspiel sorgten Hanne Walz und Gisela Frohnmeyer, beide singen seit mehr als einem halben Jahrhundert im Sopran, im Interview mit unserer Berichterstatterin  mit Anekdoten von Auftritten und Ausflügen für Heiterkeit.

Ironisches Chorständchen

Nach der Pause erklang klassische Literatur. Das Trio Gisela Gräf, Eli Gravelshoemaker und Evelyn Kurzmann ernteten viel Applaus für „Engels Terzett“ aus dem „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein „ironisches Chorständchen“, präsentiert von seinen Urhebern Gabi Koch, Gisela Gräf und Werner Lieb nahm die wöchentlichen Chorproben aufs Korn: „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner.“

Wie geht es für den Chor weiter?

Der letzte Liederblock war überschrieben mit „Sing mit uns“ und stand für die Vielfalt und Vielseitigkeit, die sich in den Konzerten seit 1977 unter der Leitung von Gisela Gräf zeigte. Filmtitel, Fernsehmelodien oder auch geistliche Lieder stehen dafür. „Kumbaya“ und ein andalusisches Abendlied erklangen hier. Mehrdeutig war der letzte Titel „Time to say good by“. Denn im Juli will die Sängerschar entscheiden, ob und wie es für den Chor weitergehen kann oder ob doch das Ruhen des Vereins in den Blick genommen werden muss. Den immer wieder großen, aufmunternden Applaus des Publikums dürfen sie mitnehmen in ihre Beratungen.

Der Posaunenchor unter Leitung von Hartmut Weber leitete mit mehreren Titeln den Festabend ein und rundete ihn am Ende auch ab. „Wenn ihr eine Zugabe wollt, müsst ihr mitsingen“, forderte Weber den Saal heraus. Vielstimmig wurde mit „Sierra Madre del sur“ der musikalische Teil des Jubiläumsabends beendet.

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